Titans of Metal #6 – Cervet, Thornbridge & Metal Attack – Nachbericht + FOTOSTRECKE Titans of Metal #6 – Cervet, Thornbridge & Metal Attack – Nachbericht + FOTOSTRECKE
Das Wochenende lockte wieder zahlreiche Metaljünger in den Aschaffenburger Colos-Saal. Am Samstag den 9. Februar zur sechsten Ausführung von „Titans of Metal“, bei der... Titans of Metal #6 – Cervet, Thornbridge & Metal Attack – Nachbericht + FOTOSTRECKE

Das Wochenende lockte wieder zahlreiche Metaljünger in den Aschaffenburger Colos-Saal. Am Samstag den 9. Februar zur sechsten Ausführung von „Titans of Metal“, bei der jeweils drei der Lokalgrößen zusammen auftreten und gefeiert werden. Bereits zum dritten Mal hintereinander spielten Cervet, Thornbridge & Metal Attack unter diesem Motto in der gleichen Konstellation am Roßmarkt.

Als „Speerspitze des Aschaffenburger Metal“ angekündigt, sollten die drei Bands dieser Bezeichnung absolut gerecht werden. Mit voller Wucht drangen ihre metallischen Klänge in das Gehör der Anwesenden.

Denn Beginn machten die in Alzenau ansässigen „Thornbridge“, die ihr  neu erschienenes, zweites und sehr beeindruckendes Album „Theatrical Masterpiece“ frisch im Gepäck hatten und dieses maßgeblich präsentierten. Dabei kam zwar bei fünfundvierzig Minuten Spielzeit das starke Debütwerk „What will prevail“ etwas zu kurz. Immerhin dessen flottes, episch anmutende Titellied schaffte es noch ins unterhaltsame Programm. Die vier unterfränkischen Recken zelebrierten einen Heavy Metal, der alles inne hatte, stimmungsvolle Chöre, Mitsingpassagen, schöne Soli und natürlich ordentlich Power.

Das Wandeln auf der Dornenbrücke war somit akustisch keine stachelige Angelegenheit, sondern gestaltete sich sehr geschmeidig und angenehm für das Ohr.

Nach einem etwas aufwendigerem Umbau ging es mit „Cervet“ weiter. Nun zierten Gargoyles die Flanken der Bühne und andere derartige Ausstattung wurde aufgestellt. Froh gesinnte Bandmitglieder feixten und posierten während der Stationierungsphase. Dann wurde von ganzen vier Saitenspielern unterstützt krachend polternder Thrash Metal auf das Parkett gelegt.

Die Gruppe „Cervet“ ist schon dreißig Jahre zusammen gereift und ein jeder hat nach eigener, amüsanter Aussage in der Zeit ebenso viel an Gewicht zugelegt. Verwunderlich ist nur, dass bislang kein kompletter Tonträger, bis auf einige EPs, auf den Weg gebracht wurde. Gutes Material stünde genug zur Verfügung, wie sie ein Mal mehr an diesem Abend beweisen konnten.

Bei Titeln wie „Zombie Riot“ bekamen die fünf Fachmänner des gepflegten Gepolters Besuch von einer leicht bekleideten, untoten Dame, die alle Musiker etwas anknabberte. Auch im folgenden „Corpseland“ war eine tänzelnde Krankenschwester ein zusätzlicher Blickfang.

„Dream of the Damned“ lockte gar einen Todesritter auf die Bühne, der bedrohlich sein Schwert schwang. Zum Abschluss hin gab es dann noch die eigens ihrer Heimatstadt gewidmeten Nummer namens „Secret City“ und das unter den Anhängern sehr bekannte „Seasons of the Witch“, bei dem auch eine der Tänzerinnen ihren finalen Auftritt hatte.

Die Cover – Band „Metal Attack“ liefert seit 2008 eindrucksvolle Interpretationen von bekanntem Liedgut. Bei Titeln wie „Sentinel“ von Judas Priest oder „Balls to the Walls“ von Accept offenbarte der Sänger zugleich sein ausgeprägtes Schreivermögen. Spätestens zu Helloweens „Future World“  kam reichlich Bewegung  in die vordere Zuschauerabteilung und der schmissige Refrain wurde ausgiebig für eine rege Fanbeteiligung genutzt. Ebenso souverän und sogar Fahnen schwenkend  wurde „The Trooper“ von Iron Maiden vorgetragen. Auch ein feuriges „Kings of Metal“ von den selbigen, Manowar, kam zum Einsatz.

Dem altehrwürdigen und leider viel zu früh verstorbenen Ronnie James Dio wurde mit einer krachenden Version von „Holy Diver“ gehuldigt. Mit Metal Church und der Piratenhymne „Under Jolly Roger“ von Running Wild hatten sie sogar Stücke im Programm, die eher eingefleischteren Metallern zugängig sein dürften.

Frenetisch wurden die allseits gelungenen Vorstellungen bejubelt, da die meisten Lieder zudem wohl bekannt sind und  fast jeder mitsingen konnte.

Beinahe zu jedem Vortrag hat der Sänger sich zusätzlich in eine passende Aufmachung geworfen.

Es ist schon ein besonderes Zeichen, wenn eine reine „Nachspieltruppe“ einen Headliner – Status aufweisen kann und mit gut neunzig Minuten die längste Spielphase zugeteilt bekommt.

Doch mit was für einer Selbstverständnis und Spielfreude ein gehöriges Repertoire abgedeckt wurde, rechtfertigte diese Stellung.

Die Band sprach zum Ende ihres Auftritts hin von einer kreativen Pause, die sie einlegen würde. Bei einer Abschlussrede übermannten sogar den Schlagzeuger die Gefühle und er verdrückte eine Träne. Doch diese anrührende Bekanntmachung hielt sie nicht davon ab, sogar das Gegenteil war der Fall, noch mit Metallica, abermals Iron Maiden und Motörhead drei Energie geladene Zugaben herauszuhauen.

Alle sechs bisherigen Ausgaben haben Cervet und Metal Attack nun zusammen erlebt. Thornbridge ist seit der Nummer vier dabei. Wie lange die besagte Pause andauert, wann und ob die Veranstaltung in dieser Manier fortgeführt wird, ist noch ungewiss. Spaß gemacht und sehr gut unterhalten haben alle drei Gruppen an diesem Abend. Und wenn alles optimal laufen sollte, wird es hoffentlich bald wieder mit „Titans of Metal #7“ weitergehen. Zu wünschen wäre es nicht nur den Aschaffenburgern.

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Lydia Dr. Polwin-Plass

Promovierte Journalistin und Texterin, spezialisiert auf die Themen Kultur, Wirtschaft, Marketing, Vertrieb, Bildung, Karriere, Arbeitsmarkt, Naturheilkunde und Alternativmedizin. Mehr über Dr. Lydia Polwin-Plass auf ihrer Website: http://www.text-und-journalismus.de