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Ruhe und Erleuchtung mit Metal Yoga? Ruhe und Erleuchtung mit Metal Yoga?
Schwarze Kleidung, Nieten, Patches. Dazu dröhnender Metal und die Hände zum Hörnergruß erhoben. Was auf den ersten Blick wie ein seltsames Ritual anmuten mag,... Ruhe und Erleuchtung mit Metal Yoga?

Schwarze Kleidung, Nieten, Patches. Dazu dröhnender Metal und die Hände zum Hörnergruß erhoben. Was auf den ersten Blick wie ein seltsames Ritual anmuten mag, hat einen entspannenden Hintergrund: Metal Yoga!
Zugegeben, das Ding ist nicht ganz neu. Denn wer sich zurückerinnert, konnte bereits 2017 in Wacken Metal Yoga live erleben. Entstanden ist der Hype um das Yoga mit Bezug aufgellende Gitarrenriffs in einer New Yorker Kneipe. Die Yoga-Lehrerin Saskia Thode probierte auf ihren Metal-Yoga-Partys erstmals die Kombination aus Metal und Yoga aus. Interessanterweise strömten vor allem Männer zu diesen. Denn in der weltweiten Yoga-Bewegung sind es überwiegend Frauen, die diese Art der körperlichen Ertüchtigung bevorzugen.

Doch warum ausgerechnet Metal und Yoga? Schließlich geht es dabei um eine aus Indien stammende philosophische Lehre, die geistige sowie körperliche Übungen oder Praktiken miteinander verbindet. Im Sanskrit bedeutet Yoga im Übrigen so viel wie „zusammenbinden“. Der Vorteil aus dieser Kombination, die in etwa ebenso passend, wie das uneheliche Kind eines Königs im Mittelalter war, ist, dass sie Menschen bewegt, die das Yoga unter regulären Bedingungen eher mit der zerknüllten Bierdose bewerfen würden. So verwundert es auch nicht, dass sich, Coronavirus hin oder her, Thomas Meinhof in Metal Yoga Workout via EMP gerade für die Stay@Home-Phase verausgabt.

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Dabei kommt alles auf, nur sicher keine Langeweile. Denn Metal Yoga hat nicht irgendwoher seinen Namen. Zur musikalischen Untermalung gibt es folgerichtig KoRn, Avenged Sevenfold, Iron Maiden oder Slipknot auf die Ohren! Wer gerade schon dabei ist, kann den kultigen Outfitter gleich nach passendem Trainingsequipment durchsuchen. Doch hilft die dröhnende Hintergrundbeschallung auch beim Abschalten? Laut Teilnehmern: „Absolut“! Schluss mit „Om“ also?

Für einen großen Teil ist es ja nicht nur die Musik, die den Ausschlag gibt. Die Kombination aus traditionellem Yoga und harten Metal-Klängen trifft für nicht gerade wenige absolut ins Ziel. Denn auch so ist es für sie mit Bewegung und der Musik die sie mögen, die perfekte Art, den Alltag voller Stress und moralischer Entscheidungen hinter sich zu lassen. Um noch einmal auf das „Om“ zurückzukommen. Dieses findet sich im Metal Yoga tatsächlich nicht mehr. Viel mehr ist es völlig legitim sich zu unterhalten und laut zu schreien. Besonders Letzteres kann ein wichtiger Teil sein, um einmal richtig loszulassen.

Interessant am Metal Yoga im Allgemeinen ist, dass die Teilnehmer meist so gar nicht dem klassischen Raster der Yoga-Begeisterten entsprechen. Meist sind sie schwarz gekleidet, oftmals recht voluminös. Dennoch kämpfen sie sich schwitzend durch die Übungen, anstatt auf der Couch zu liegen und sich nicht zu bewegen. Apropos Bewegung: Den Sonnengruß sieht man hier weniger. Dafür ist der Hörnergruß ein klares Muss. Dennoch ist diese Art des Yogas ansonsten gar nicht so anders. Denn die Kernelemente bleiben erhalten. Lediglich der Rahmen ändert sich.

Dabei kommen die Teilnehmer auch hier zur Ruhe – ein besonders überraschender Punkt. Schließlich verbindet man innere Ruhe eher mit transzendentalen und sphärischen Klängen und nicht mit „Arch Enemy“, „Trivium“ oder „In This Moment“. Ziel ist im Übrigen neben der Entspannung, dass sich ohne Scham bewegt werden kann. Saskia Thode sagt dazu: „Hier machen wir uns alle zum Affen“.

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