Review: Precipitation – The Power of… Review: Precipitation – The Power of…
Facettenreicher, progressiv angehauchter Melodic Death Metal erwartet den Metalhead auf „Precipitations“ Erstlingswerk „The Power of...“. „Precipitation“ bedeutet übersetzt Niederschlag und als dieser bleibt die... Review: Precipitation – The Power of…

Facettenreicher, progressiv angehauchter Melodic Death Metal erwartet den Metalhead auf „Precipitations“ Erstlingswerk „The Power of…“. „Precipitation“ bedeutet übersetzt Niederschlag und als dieser bleibt die filigrane Tonkunst der Band fein in den Ohrhärchen hängen.

Die junge hessische Band „Precipitation“ lässt zwar auf ihrem Debüt „The Power of…“ die Frage um welche Kraft es sich im Titel handelt offen, dafür spricht aber ihr progressiver Melodic Death Metal Klartext.

Anfangs mag dem einen oder anderen der nicht ganz unkomplizierte Name der Band ein wenig holprig über die Lippen gehen, doch abschrecken lassen sollte man sich auf keinen Fall. Die in Babenhausen ansässigen Musiker fühlen sich offenbar in vielen Stilrichtungen zu Hause, auch wenn die Grundbasis Death Metal ist.

Genährt wird der Aspekt der Vielfältigkeit durch ein hohes Repertoire im Gesangsbereich. Bei aller musikalischen Verspieltheit gehen sie jedoch nicht zu komplex zu Werke, was auch Konsumenten, die nicht zu den  Anhängern verschlungener Tonpfade gehören, nicht verschrecken dürfte.

So finden sie die richtige Balance Neulinge mit den Wechseln zwischen entschleunigenden, verspielten und aufbrausenden Phasen in ihrer Musik nicht zu über- und erfahrene Ohren nicht zu unterfordern.

Gleich zu Beginn zeichnet sich ab, was den Hörer in den kommenden rund fünfzig Minuten erwartet, melodischer Death Metal mit progressiverer Marschrichtung. Die Fraktion der Melodic Deather kann sich auf Lieder wie das genretypische „Unavoidable“ freuen.Precipitation – The Power of...

Das system- und anthropokritische „Dazzled“ geht phasenweise ebenfalls gut ab und bindet auch Ruhepole mit klarem, besänftigenden Gesang ein.

Cosmic“ nimmt den Hörer mit auf die Reise eines Raumfahrers, der sich in den unendlichen Weiten des Alls nach dem Sinn des Lebens fragt.

Die Interpretation von Edgar Allan Poes Gedicht „Alone“ verknüpft sogar Jazz-Elemente mit krachendem Todesmetall

Hideout“ beweist ein mal mehr, dass Sänger Alexander Root ebenso eine gute, normale Gesangsstimme sein eigen nennen kann.

Bei „Insane“ leben Precipitation trotz Melodieaffinität ihre brachiale Seite aus und bieten hier das wohl härteste Stück der Scheibe.

Das passend melancholische, finale Stück „Last Breath“ kommt fast gänzlich ohne harsche Töne aus. Nur zum Ende hin erschallt klarer und grollender Gesang im Duett.

Fazit: Es ist kaum vorstellbar, noch entspannteren Death Metal zu kreieren. Das bedeutet nicht, dass hier Einschlafgefahr besteht. Im Gegenteil: die an den Tag gelegte Mischung aus Lässigkeit und Leidenschaft, Spielfreude und Tonverständnis und die Kombination aus kraftvollen und sanften Tönen hält stets das Interesse wach.

Anspielempfehlung: Dazzled, Cosmic, Insane

Review: Daniel Oestreich

Besetzung: Alexander Root – Gesang / Baß, Till Bade – Gitarre, Daniel Roth –  Gitarre, Felix Bade – Schlagzeug

Titelliste:

  1. Chaos Machine 4:36
  2. Unavoidable 4:46
  3. Dazzled 7:09
  4. Cosmic 6:16
  5. Procrastination 5:52
  6. Alone 4:42
  7. Hideout 4:36
  8. Philosopher’s stoned 4:51
  9. Insane 3:26
  10. Last Breath 5:13

Hörprobe auf Youtube von „Cosmic“

 

Lest dazu auch auf Metalogy:

 

Nachbericht: Raging Storm Festival 2018 – Teil 1

Das interessiert euch bestimmt auch:

Reviews