Review: Perfect Beeings – „Vier“ Review: Perfect Beeings – „Vier“
Perfect Beeings entführen auf ihrem neuen Album"Vier" auf eine traumhafte, farbenfrohe Reise durch Klangwelten ungeahnter Dimension. Review: Perfect Beeings – „Vier“

Perfect Beeings entführen auf ihrem neuen Album“Vier“ auf eine traumhafte, farbenfrohe Reise durch Klangwelten ungeahnter Dimension.

2012 in Los Angeles gegründet, produzieren die drei Hauptakteure der Perfect Beeings Prog Rock Band im weiteren Sinne, aber der Fall ist komplexer. Dieses Album ist erst das dritte, aber in vier Teile gegliedert, die jeweils aus mehreren Stücken bestehen. So dauert jeder Teil zwischen rund sechzehn und neunzehn Minuten. Stilistisch unterscheiden sie sich gravierend. Gemeinsam ist ihnen die Überschrift „Prog“.“Vier“ integriert Elemente der zeitgenössischen klassischen Musik, sowohl als auch Jazz und Jazzrock – Zutaten. So entstand in über einjähriger Arbeit ein Opus der besonderen Art. Getextete Songs in Avantgarde – Poesie bilden eine Reise, getragen von mystisch symphonischen Kompositionen, deren Architektur den Hörer akustisch fast umschliesst und so stark am Geschehen beteiligt. Eine wahrhaft traumhafte, teils hypnotisch – meditative Reise durch Klanglandschaften, die berühren und inspirieren.

Eine Hommage an die deutschen Avantgardisten Tangerin Dream finden sich in „Vibrational Mysterien Not Answers„, was sich auch im Textfetzen „Tangerine Dancers, to set me free„. Dann wieder ein Saxophon, ganz in Klaus Doldingers Passport Manier. Auch hier zeigt sich die ungeheure stilistische Breite des Werkes. Ein faszinierendes Werk voller betörender Elemente und Momente, vom Jazzrock, über Symphonisches, bis hin zu Electronica. Der Charakter ist überwiegend ruhig, sphärisch, verhallt und dann wieder enorm dynamisch. Kirchenorgelsounds, Chorgesänge, Siebziger Moogsounds, Gongs, viele Holzblasinstrumente – alles da. 

Perfect Beeings_Vier_Artwork

Perfect Beeings_Vier

Das Album ist sehr sorgfältig durchkomponiert und reich verziert. Erst nachdem das Album fertig war, wurde der renommierte Prog- Drummer Ben Levin mit dem Verfertigen einer Drum-Spur befasst. Auch so eine interessante Herangehensweise. Über das fertige Werk wurde noch glitzernder Feenstaub gestreut, der den Sound funkeln lässt. Eher aber handelt es sich um sehr fortgeschrittene Audio-Bearbeitung beim Mastern.Aufgrund dieser Scheibe hab ich ältere Sachen nachgehört und mein Interesse steigt!Fazit: „Vier“ ist ein faszinierendes, sehr aufwändiges Werk, das neue Ufer zu erschliessen vermag, eine dringende Empfehlung für die introspektiven Momente des Lebens. 

Review: Michael Neumann

Hörprobe auf YouTube:

Erschienen am 19. Jänner 2018 bei InsideOut Music.

Track Listing

1. Guedra 00:18:23
2. The Golden Arc 00:16:47 3. Vibrational 00:18:17
4. Anunnaki 00:18:42
Total duration: 01:12:09

Line-Up

Ryan Hurtgen – Vocals, Piano, Johannes Luley – Guitar, Bass, Produktion, Jesse Nason – Keyboards,
Ben Levin – Drums

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