Review:  EVERGREY – THE ATLANTIC Review:  EVERGREY – THE ATLANTIC
Progressiv, dunkel atmosphärisch und melodisch groovend – das alles gleichzeitig bringen wenige Bands zustande. Die Göteborger EVERGREY beweisen auf ihrem neuen Album „The Atlantic“,... Review:  EVERGREY – THE ATLANTIC

Progressiv, dunkel atmosphärisch und melodisch groovend – das alles gleichzeitig bringen wenige Bands zustande. Die Göteborger EVERGREY beweisen auf ihrem neuen Album „The Atlantic“, dass sie genau das können. Gleich einer wilden Fahrt durch den stürmischen Atlantik führen EVERGREY den Metalhead durch verschiedene Metal-Gefilde aus Melodien und Stimmungen, was mal hart, mal emotional, mal groovend und mal progressiv ausfällt. Eine hochinteressante Fahrt, die sich niemand entgehen lassen sollte.

EVERGREY gelten als eine der innovativsten und außergewöhnlichsten Progressive Metal-Bands. Mit ihrem elften Werk „The Atlantic“ untermauern sie diesen Status. Musikalisch sind EVERGREY hierbei in progressiven, dunklen und dennoch melodiösen Metal-Gefilden unterwegs, wofür sie bekannt sind und haben gleichzeitig innovatives und neues zu bieten. EVERGREY-Sänger und Mastermind Tom Englund beschreibt „The Atlantic“ einfach: „Vermutlich ist dies die bis dato komplexeste und progressivste Scheibe unserer Karriere und umfasst sämtliche Elemente, die unsere Fans lieben.“

Thematisch ist „The Atlantic“ der dritte Teil der 2014 mit „Hymns For The Broken“ begonnenen Trilogie über das Abenteuer Leben. „Wie schon auf Hymns For The Broken und dem 2016er Nachfolger The Storm Within geht es um Ereignisse und Erfahrungen, die wir in unserem Leben machen durften“, erzählt Mastermind Tom Englund. „Es geht um Beziehungen, um Schönheit und Dunkelheit, um Glück und Trauer, um Liebe, Hass, Verzweiflung, Freude und alles, was damit verbunden ist. Das Leben ist wie eine Reise über den Ozean, auf dem Weg zu fernen Ufern.“ Produziert hat „The Atlantic“ Sänger und Gitarrist Englund zusammen mit Drummer Jonas Ekdahl.

Mit „A Silent Arc“ als Opener startet „The Atlantic“ recht ungewöhnlich mit einem durchaus progressiven, für EVERGREY-Verhältnisse recht harten und kantigen 7-Minuten-Opus. „Ich liebe diesen Song“, kommentiert Tom Englund den Song, „auf eine gewisse EVERGREY-Weise ist er richtiggehend brutal, mit einem Gesang, den man in dieser Form vielleicht von Behemoth, nicht aber von mir erwarten würde. So dunkel und derbe haben wir wohl noch nie zuvor geklungen.“ So fesselt der Song den Hörer mit sehr genialen Gitarrensoli, einem melodiösen Refrain und in der zweiten Hälfte mit einem packenden Groove. Atmosphärisch bereitet der Opener perfekt auf die bevorstehende stürmische Fahrt durch eine raue Progressive Metal-See vor.EVERGREY – THE ATLANTIC

„Weightless“ geht dann etwas direkter nach vorne und brilliert mit einem harten Sound und gleichzeitig einer packenden Melodie. Das folgende „All I Have“ kommt danach als Kontrast langsamer und sehr atmosphärisch und nachdenklich daher. Besonders durch die Klavierklänge und im Gitarrensolo kommt diese Atmosphäre sonders zu tragen. „A Secret Atlantis” wird mit Vollgas in Form von rasenden Riffs und krachenden Doublebasses. Danach laden EVERGREY zur wilden Fahrt ein. Die Vocals fungieren zunächst als beruhigender Gegenpart und zwischenzeitlich dann auch härter zu werden. „The Tidal“ ist als kurzes instrumentales Intermezzo eine kurze Verschnaufpause. Das atmosphärische „End Of Silence“ startet groovend rockig um Fahrt auf zu nehmen und in feinster progressiver Manier auf Entdeckungsreise zu gehen. Großes Progressive Metal-Kino. „Currents“ hat einen mächtigen Progressive Metal-Groove mit viel Energie und packender Melodie. Mit „Departure” folgt dann eine etwas ungewöhnliche Nummer. Bass, Schlagzeug, Klavier und Akustikgitarre bieten den musikalischen Rahmen. „So etwas hat es bei EVERGREY in dieser Form noch nie gegeben“, erzählt Tom Englund über den Song und ergänzt: „Diese Nummer klingt wie eine Expedition, anstatt wie ein typischer Dreieinhalbminuten-Hit arrangiert zu sein.“ Das Konzept verleiht dem Song einen progressiven Groove gepaart mit einem atmosphärischen Tiefgang. „The Beacon” wird dagegen durch sehr präsente Keyboards getragen. Der Refrain ist eher rockig angelegt. Den Abschluss macht mit „The Ocean“ ein Song mit viel Energie, der eher härter angelegt ist.

Insgesamt ist EVERGREY´s elftes Metal-Opus ein durch und durch gelungenes Werk. Sicherlich braucht man vielleicht einen zweiten Durchlauf, um den ganzen Tiefgang zu erkennen und mehrere, um alle Facetten in sich aufzunehmen. Gepackt wird man aber direkt vom ersten Durchlauf. EVERGREY verstehen es brillant Progressive Metal mit großen Melodien und viel Atmosphäre zu veredeln. Dazu kommt ein druckvoller, ehrlicher Sound, der den Songs entsprechende Ausdrucksstärke verleiht. Gleichzeitig sind EVERGREY einfach begnadete Musiker und Tom Englund´s Stimme prägt gekonnt und variabel verschiedenste Stimmungen und Atmosphären. Das so mancher Song auf „The Atlantic“ ein stolze Länge hat, kommt dem Konzept zugute, so dass die Songs durchweg stimmig und ausgereift sind. So, ist „The Atlantic“ nicht nur ein Muss für Progressive Geister, sondern schlicht für jeden Metalhead empfehlenswert.

Anspieltipps: A Silent Arc, Weightless, End of Silence,

Tracks

  1. A Silent Arc 7:47
  2. Weightless 6:41
  3. All I Have 6:15
  4. A Secret Atlantis 5:30
  5. The Tidal 1:06
  6. End Of Silence 4:45
  7. Currents 5:29
  8. Departure 6:30
  9. The Beacon 5:23
  10. This Ocean 4:30

Line up:

Tom S. Englund – Vocals, Guitars

Henrik Danhage – Guitars

Rikard Zander – Keyboards

Johan Niemann – Bass

Jonas Ekdahl – Drums

Review: Michael Gläser

Einbettungscode Youtube von „A Silent Arc“:

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