Review: Chontaraz – Speed The Bullet Review: Chontaraz – Speed The Bullet
Die dystopischen Sonnenstrahlen Chontaraz haben einen tollen Start in 2019 hingelegt, denn sie durften nicht nur auf den 70000TONS OF METAL Cruise die Fans... Review: Chontaraz – Speed The Bullet

Die dystopischen Sonnenstrahlen Chontaraz haben einen tollen Start in 2019 hingelegt, denn sie durften nicht nur auf den 70000TONS OF METAL Cruise die Fans begeistern, sondern feierten auch den Release ihres zweiten Albums “Speed The Bullet” am 1. Februar gleich direkt an Bord des Kreuzfahrtschiffes!

Apokalypse im Karibischen Meer! Am 1. Februar erschien nicht nur das brandneue Album “Speed The Bullet” der norwegischen Dystopier CHONTARAZ, die Band durfte außerdem am Veröffentlichungstag eine Releaseparty mit Auftritt an Bord der 70000TONS OF METAL Cruise geben. Damit konnten sie auf Anhieb Metalheads aus über 70 Ländern der Welt in ihr narratives Ruinenreich entführen.

Passend zum Album veröffentlichten sie ein gespenstisches Lyric-Videos ihrer ersten Single “Ra Fa El”. Die unheimliche Geschichte dreht sich um emotionalen Aufruhr und das Entkommen aus selbigem.

Die tief bewegenden Eigenschaften des Songs lassen sich am besten in den Worten der Band wiedergeben:
“Versetze dich mal in eine Situation, in der du versuchst, dich zu öffnen und bei anderen Menschen Schutz und Trost zu finden, nur um verarscht und ein ums andere Mal reingelegt zu werden. Während deine Psyche in die Enge gedrängt wird, verlierst du dich zunehmend selbst, als ob eine dunkle Stimme beginnt, deinen Verstand zu übernehmen. Und trotzdem musst du, um deine inneren Dämonen abzuschütteln, die Hand nach Hilfe ausstrecken, anstatt den Glauben an deine Mitmenschen aufzugeben. Davon handelt ‚Ra Fa El‘, Verzweiflung zu erfahren und diese zu Speed The Bullet Coverüberwinden.”

Wo das 2017er Debüt “Rondamauh” noch den äußeren Rahmen abgesteckt hatte, beschäftigt sich “Speed The Bullet” eingehend mit den wesensmäßigen Faktoren, die uns zum Guten oder Bösen hin antreiben, und mit deren ursächlichen Rolle in der Entstehung der post-apokalyptischen Welt von Chontaraz.

Die Erde befindet sich im Jahr 2068 und ist ein verseuchtes, nukleares Ödland, in dem die letzten Überlebenden der menschlichen Rasse dafür kämpfen, ihre unmittelbar bevorstehende Auslöschung abzuwenden. Aber wie konnte es so weit kommen? Kein verheerendes Ereignis – natürlich oder kosmisch – war geschehen, bis auf ein einziges.  Alles was zum Desaster nötig war, war die Menschheit selbst. Wir sind vom Weg abgekommen und wurden mehr und mehr getrieben von Neid und Gier. Letztendlich begannen wir die Menschlichkeit zu missachten und zollten der Welt, in der wir lebten keinen Respekt mehr.  Als der Krieg um die Seele der Menschheit bereits verloren war, mündete alles in Verfall und Zerstörung.

Aber es gibt noch immer ein paar, die sich gegen das Grauen und Verderben wehren und die Hoffnung nicht verlieren. Es sind diejenigen, die auch weiter warnen und sich gleichzeitig aufmachen, die Welt und den gebrochenen Geist der Menschheit wiederherzustellen. Dies ist die Geschichte von CHONTARAZ.

Das Debütalbum “Rondamauh” aus dem Jahr 2017 legte bereits den Grundstein für die Geschichte. Nun setzt “Speed The Bullet” an, indem es sich ausführlich mit den spezifischen Faktoren befasst, die uns zum Guten oder zum Schlechten hin treiben. Durch die fiktiven Charaktere der Band – AKHON die Leidenschaft, KRAAKH der Realist, RHIMM die Loyalität, NAAGH die Energie und CHONTARAZ der Prediger – wird die einfachste und gleichsam schwerste Wahrheit offenbar: Irgendwann in der Zukunft wird dies die Welt sein, in der wir leben, sollten wir nicht sofort damit beginnen, das zu schützen, was wir haben, und darauf aufzupassen. Das betrifft sowohl unsere Umwelt als auch die Menschen selbst.

Lasst euch nicht blenden, gebt niemals auf, widersetzt euch Zynismus, glaubt an euch selbst. Positive Vorstellungen wie diese werden in der schnelllebigen, hektischen und oft allzu kalten Welt von heute dringend gebraucht. Ob Hyperkapitalismus, innere Dämonen, Selbstsucht oder Unaufrichtigkeit, all diese Faktoren werden nur dazu beitragen, dass das Verderben sich immer schneller nähert, wie es Chontaraz im Titel mit “Speed The Bullet” anschaulich zum Ausdruck bringen.

Die erste Nummer „Blind“ ist erdiger Rock mit Industrial Einflüssen und bedrohlichem Klargesang. Die zweite und namensgebende Nummer „Speed the Bullet“ ist ebenfalls rockig und beginnt mit Keyboardsound aus den 80ern. „Animalistic“ startet ruhig und mündet dann in wütenden, kreischenden Gesang. Die Rhythmen stampfend und wild.

„Blue Skies Turn Black“ ist eine starke und facettenreiche Mitgröhlnummer mit Superhitpotenzial. „Echoes“ klingt bedrohlich und vermittelt in jeder Note worum es thematisch geht. Bei „Ra Fa El“ wechselt Klargesang mit schrillem Kreischen, begleitet mit engelsgleichem aber bedrohlichem weiblichem Hintergrundchor. „One“ ist eine sanfte Ballade. Danach geht es wieder rasant weiter.

Fazit: Alles in Allem haben Chontaraz mit „Speed The Bullet“ ein geniales Werk geschaffen, das nicht nur inhaltlich und von der Message stark ist, auch musikalisch konnte ich keine Schwächen feststellen. Das Album ist facettenreich und bietet einen hochwertigen und spannenden Mix aus Rock, Hardrock, Industrial, Heavy Metal, Thrashmetal und anderen Subgenres. Wer da nicht reinhört dem kann nicht geholfen werden.

Hörprobe auf Youtube von der Single „Blind“

Die Band:

Chontaraz – Vocals

Akhon – Guitars

Kraakh – Guitars

Rhimm – Bass

Naagh – Drums

TRACKLIST

1. Blind
2. Speed The Bullet
3. Animalistic
4. Blue Skies Turn Black
5. Echoes
6. Ra Fa El
7. One
8. Inflict And Self Destruct
9. Fences
10. Cry
11. Kraakh

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Lydia Dr. Polwin-Plass

Promovierte Journalistin und Texterin, spezialisiert auf die Themen Kultur, Wirtschaft, Marketing, Vertrieb, Bildung, Karriere, Arbeitsmarkt, Naturheilkunde und Alternativmedizin. Mehr über Dr. Lydia Polwin-Plass auf ihrer Website: http://www.text-und-journalismus.de