Review: Centaurus-A – Means of Escape Review: Centaurus-A – Means of Escape
Technischer Death Metal knüppelt aus den Lautsprechern, wenn Centaurus-A auf ihrem zweiten Langspieler „Means of Escape“ loslegen. Review: Centaurus-A – Means of Escape

Technischer Death Metal knüppelt aus den Lautsprechern, wenn Centaurus-A auf ihrem zweiten Langspieler „Means of Escape“ loslegen.

Hinter Centaurus-A, welche nicht von ungefähr nach einer hoch strahlenden, sogenannten radiolauten Galaxie benannt sind, verbirgt sich technisch versierter Death Metal mit Thrash Metal – Anleihen.

Beinahe neun Jahre nach dem dem Debütalbum „Side Effects excpected“ und mit einem an zwei Ecken erneuertem Ensemble wird mit „Means of Escape“ am vorhergehenden Stil angeknüpft.

An der Batterie zündet neuerdings Marc Dzierzon (Almanac / Dew-Scented) ein Feuerwerk nach dem nächsten.

Für das Gebrüll am Mikrophon haben sie Unterstützung vom aktuellen „Darkane“-Sänger Lawrence Mackrory bekommen. Die Produktion übernahm mit Aufnahmeleiter Daniel Bergstrand (u.a. Darkane / Meschuggah/ In Flames) zudem auch kein unbekannter Vertreter des Genres.

Zugleich wird mit der Eröffnung „Coalescence“ zu einer abgedrehten Krawallorgie eingeladen, die sofort Unruhe beim Hörer verbreitet. Man könnte meinen, dass der Hauptprotagonist der Schlagzeuger ist, so sehr wird ein hoher Fokus auf eine anspruchsvolle Trommelarbeit gelegt. Dieser tobt sich hier auch richtig aus und zeigt enthusiastisch sein Können. Dem stehen die Saitenklampfer in nichts nach, obwohl sich deren Wirken zumeist in der Wahrnehmung dem des Fellmalträtierers unterzuordnen scheint.

Schnelle Wechsel der Riff-Folgen und der Rhythmen lassen keine Langeweile aufkommen, mögen jedoch den weniger geneigten Zuhörer etwas überfordern. Da wirkt der ruhige Einspieler „Abysmal“ wie Balsam für das geschundene Aufmerksamkeitszentrum.

So wild und scheinbar wirr das Gebilde erscheint, so folgt es doch einem ausgeklügeltem System.

Sie spielen teilweise an der Grenze der Dissonanz ohne diese zu übertreten, was manchmal einem Tanz auf dem heißen Draht gleicht. Doch wer auf einen Absturz wartet, tut das vergebens.Centaurus-A-Means of Escape

Bei aller technischen Finesse kann auf der anderen Seite bemängelt werden, dass gerade durch diese Gratwanderung das Tongefüge etwas zu struktur- und körperlos wirkt und es an Homogenität der Komponenten missen lässt. Vergleichbar mit einem Meteorschauer, der zwar wuchtige Einschläge verbuchen kann, aber zugleich wahllos niedergeht.

In der Tech Death Metal – Szene ist man voll des Lobes über die Auferstehung von „Centaurus-A“und hofft auf weitere, baldige Lebenszeichen.

Und Bad to the Bone (wie einer ihrer Titel besagt) im übertragenen Sinne sind die Bonner Jungs wahrlich nicht, aber aufgrund ihres ungezügelten, unkonventionellen Spieles auch nicht unbedingt Jedermanns Sache.

Anspielempfehlung: Pitchblack Nothing, Bad to the Bone, Hyenas and Tentacles

Review: Daniel Oestreich

Besetzung:  Lawrence Mackrory – Gesang (Album), Michael Ahlgrimm  – Baß / Gesang, Maik Matanovic – Gitarre,  Hernan Martinez – Gitarre, Marc Dzierzon – Schlagzeug

Titelliste:

  1. Coalescence 4:16
  2. Coma Crwal 5:10
  3. [Dis]grace of Charity 3:29
  4. Immersed in Misery 4:33
  5. Pitchblack Nothing 4:45
  6. Down the Drain 4:14
  7. Death Machine 5:17
  8. Abysmal 1:59
  9. Bad to the Bone 6:34
  10. Hyenas and Tentacles 3:37
  11. Random Euphoria Nights 4:17

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