Review: BROTHERS OF METAL – PROPHECY OF RAGNAROEK Review: BROTHERS OF METAL – PROPHECY OF RAGNAROEK
BROTHERS OF METAL sind eine Truppe aus acht tapferen Wikingern, die mit ihrem Debütalbum „Prophecy Of Ragnaroek“ in die Metalwelt hinausziehen. Ihre Heavy und... Review: BROTHERS OF METAL – PROPHECY OF RAGNAROEK

BROTHERS OF METAL sind eine Truppe aus acht tapferen Wikingern, die mit ihrem Debütalbum „Prophecy Of Ragnaroek“ in die Metalwelt hinausziehen. Ihre Heavy und Power Metal-Waffen sind dabei gleich 14 Hymnen mit fetten Riffs, einem genialen Gesangsduo, tollem Songwriting und einem extrem hoher Abgehfaktor. Eine Orientierung an Metal-Helden, wie Sabaton, Manowar oder Powerwolf, ist dabei nicht zu leugnen und wirkt sich sehr positiv auf den Erstling von BROTHERS OF METAL aus.

BROTHERS OF METAL – PROPHECY OF RAGNAROEK

Die Schweden BROTHERS OF METAL sind eine sehr illustre Truppe. Drei Sänger, drei Gitarristen, Bass und Schlagzeug und fertig ist die Metal-Wikinger-Horde aus Falun. Die musikalische Orientierung des Debütalbums lässt sich einfach beschreiben: Man stelle sich vor, Sabaton, Powerwolf und Manowar lassen in Valhalla die Met-Hörner kreisen und machen danach Musik. Solch eine Mixtur macht sich BROTHERS OF METAL zu Eigen. Eine besondere Stärke haben die Schweden: Den dreistimmigen Gesang. Sängerin Ylva Eriksson hat die Kraft einer Walküre, das Feingefühl einer Elfe und höllische Screams, die selbst Rob Halford erblassen lassen. Als Gegenspieler fungiert Joakim Lindbäck Eriksson mit seinem rauhen, energiegeladenen Organ. Ergänzt wird das Gesangstrio durch „Tongue of the Gods“ Mats Nilsson, der die gesprochenen Parts übernimmt. Die Instrumente verarbeiten Bekanntes aus verschiedenen Richtungen – mal treibend schnell, mal gefühlvoll, mal kraftstrotzend.

Gleich der Opener “Death Of The God Of Light” ist eine stimmungsvolle Power Metal-Hymne. Der Songs ist zudem direkt das beste Beispiel für das starke Gesangsduo. Besonders Sängerin Ylva klingt einfach göttlich. Und der männliche Part hätte auch von Joakim Brodén stammen können – insbesondere das coole „R-R-R-Ragnarök“. Das folgende „Son Of Odin“ segelt im Fahrwasser von Manowar – kraftvoll und packend melodiös. Und wenn Sängerin Ylva loslegt, möchte man sich direkt bei Odin höchstpersönlich dafür bedanken. Nur der Background-Chor wirkt leicht übertrieben, wird aber eher schmunzelnd und mit einem Augenzwinkern hingenommen, weil er einfach zum Konzept passt. Bei „Prophecy Of Ragnarök” lassen dann die schnellen, skandinavischen Power Metal-Größen grüßen. Schnelle Keyboards zu Anfang und danach treibende Gitarren. Danach wird es mit „Defenders Of Valhalla” etwas folkiger und im Sabaton-Stil genial hymnisch. „Concerning Norns” ist eine Art Ballade mit gesprochenem Text und fungiert als Vorwort zu „Yggdrasil“, welches sich zu einer starken und gefühlvollen Hymne verwandelt. „Tyr” und „Siblings Of Metal” sind kraftvolle Heavy/Power Metal-Songs mit Orchestereinlagen. „Gods Of War” ist eine galoppierende Power Metal Hymne vom Feinsten mit fettem Sabaton-Einschlag im Refrain. „Freya” ist eine Art Powerballade mit viel Gefühl, die teilweise ein bisschen an Nightwish erinnert und zum Schunkeln einlädt. „The Mead Song” ist ein Stimmungssong mit Folk-Einflüssen zum Mitgrölen. Bei „Sleipnir” wird ordentlich das Gaspedal durchgetreten, was den Hymnenfaktor aber wenig schmälert. Für „Fire Blood And Steel” werden dann die Klischees rausgeholt, so dass selbst Manowar dagegen blass aussehen. Spaß macht die Power Metal-Nummer trotzdem, weil sie musikalisch gut gespielt und einfach stimmig ist. Das abschließende „We Believe In Metal” startet als bedächtige Heavy Metal-Nummer und nimmt dann Fahrt auf. Wie die ganze Scheibe ist auch dieser Song gnadenlos „true“ und strahlt eine unglaublich positive Energie aus.

Textlich werden von BROTHERS OF METAL zwar jede Menge Klischees und Plattheiten der nordischen Metalwelt verarbeitet, was an mancher Stelle etwas zu platt und gewollt „true“ wirkt. Dennoch und vielleicht gerade deswegen ist „Prophecy Of Ragnarök“ eine geile Scheibe, weil sie extrem viel Spaß macht – hier und da natürlich mit einem Augenzwinkern. Die Songs zünden durch die Bank in Sekundenschnelle und drehen den Schalter umgehend auf „Abgehen“. Live dürften die Songs richtige Bretter sein und für Party-Stimmung sorgen, auch wenn es für die Songs sicherlich keinen Innovationspreis gibt. Das wird aber niemanden stören. Auch wenn es jede Menge Einflüsse gibt, wirken die Songs eigenständig und nicht kopiert. Zudem sind die Instrumente bestens gespielt und der Sound an die hymnische Wirkung angepasst. BROTHERS OF METAL werden sich mit ihrem Debüt „Prophecy Of Ragnarök“  eine Menge Freunde machen und am besten gleich alle zum Abfeiern einladen. (Met-)Hörner superhoch.

Review: Michael Glaeser

Anspieltipps: Defenders of Valhalla, Yggdrasil, The Mead Song, Gods Of War

Tracks

  1. Death Of The God Of Light
  2. Son Of Odin
  3. Prophecy Of Ragnarök
  4. Defenders Of Valhalla
  5. Concerning Norns
  6. Yggdrasil
  7. Tyr
  8. Siblings Of Metal
  9. Gods Of War
  10. Freya
  11. The Mead Song
  12. Sleipnir
  13. Fire Blood And Steel
  14. We Believe In Metal

Line up:

Ylva Eriksson – Voice of the Valkyries

Joakim Lindbäck Eriksson – Battle Cries

Mats Nilsson – Tongue of the Gods

Dawid Grahn – Guitar

Pähr Nilsson – Guitar

Mikael Fehrm – Guitar

Emil Wärmedal – Bass

Johan Johansson – Anvil and War Drums

Hörprobe auf Youtube von „Prophecy Of Ragnarök“:

 

 

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