Review: 777 – Feel the Fire (EP) Review: 777 – Feel the Fire (EP)
„Freitot“ ist Frankreichs Antwort auf die Death Metal Bands der alten Schule. Freut Euch auf eine absolute Death-Metal-Vollbedienung von der französischen Allstar-Truppe FREITOT. Review: 777 – Feel the Fire (EP)

Das Duo mit der Triple-Sieben setzt auf der EP „Feel the Fire“ auf lässigeren Okkult Rock.

Harsche Stimmen würden nun sagen zu lässig. Genau darin könnte nämlich das Problem liegen, dass vielen Hörern auf der Platte in der Gesamtheit zu zahm und leger agiert wird.

„New Aeon“ beginnt in den ersten Takten Erwartungen erweckend, wird allerdings recht seicht fortgesetzt. Fast schon nimmt der einsetzende, zart wirkende Gesang fröhlich anmutende Züge an, was vor allem beim ersten Anhören irgendwie etwas unstimmig erscheint.

Der Refrain erweist sich jedoch als durchaus gefällig und hat auch Potenzial ein Weilchen im Ohr zu verweilen, so wie das auch den nachfolgenden Stücken ab und an gelingen mag.

Bei „Healing Power“ passt das Zusammenspiel zwischen Elizabeths weicher, gehauchten Stimme und der Instrumentalarbeit besser und erinnert an frühere Werke der Beiden und sticht aus dem Fünferpack heraus.

A Ray of Light“,„My Will“ und „Feel the Fire“gleiten auf einer ähnlich eingestimmten Welle wie die Anfangsnummer.

Das titelgebende Schlusslied besitzt sogar drüber hinaus eine leicht poppige Note.

My Will“ kann noch ein paar eingestreute Zusätze aufweisen, wie beispielsweise ein tristes, verzerrtes Outro, das der einzige Ausflug in ein dunkleres Terrain bleibt.777 – Feel the Fire_Cover

Teilweise wandeln sie in ihrer Schaffensphase auf den Spuren von den satanisch inspirierten Okkult-Rockern „The Devils Blood“, ohne allerdings deren Format der nebulösen Schwere zu erreichen oder ihre Ausrichtung zu teilen. Dafür klingt das Klangkonstrukt auf „Feel the Fire“ zu leichtgängig und die generierte Spannung zu locker.

Vergleicht man das aktuelle Werk mit den genannten Niederländern oder den ehemaligen Wirkungsstätten der beiden Musiker wie „Path of Samsara“ oder „Albez Duz“, hat sich die Band von einer düsteren, des Okkulten gerecht werdenden Stimmung entfernt und nicht mehr viel mit dem Tongerüst derer gemein.

Gelegentliche Hintergrundrufe Bibergers, die eher der Populärmusik zuzuordnen wären, bei „New Aeon“ und „Feel the Fire“ entfernen diese Lieder zusätzlich von der ursprünglich angestrebten Richtung. Vom Bandoberhaupt wird zudem proklamiert „777“ als Gegenentwurf zur gängigen Stilinterpretation entworfen zu haben und sich vornehmlich den hellen, spirituellen Aspekten gewidmet wird.

Dabei hatten 777 mit ihren beiden Demos „My Mirror“ und  „Across the Abyss“ dieses leicht trübe, zu diesem Stil einfach dazu gehörende Ambiente noch inne.

Feel the Fire“ ist trotz beschienener Unzulänglichkeiten im atmosphärischen Bereich keineswegs als schlecht einzuordnen.

Nur in der Flut an ,besonders auch in diesem Sektor, höchst interessanten Bands, drohen „777“ sich mit dieser Scheibe kaum bemerkbar zu machen oder gar unterzugehen, auch wenn man sich durch eine gewisse Abgrenzung hervorhebt.

Fazit: Für Konsumenten auch mal leichterer, radiotauglicher Musik könnten die Salzburger in der momentanen Form bestimmt ansprechend sein. Alle anderen, die auch eine härtere Kante oder eine gewisse, verwobene Düsternis bei diesem Genre bevorzugen, dürften das im Titel beschworene Feuer eher nicht fühlen.

Anspielempfehlung: Healing Power, Feel the Fire

Review: Daniel Oestreich

Besetzung:  Elizabeth  – Gesang, Niko Biberger  – Gitarre / Baß / Synths /Gesang

Titelliste:

  1. New Aeon 4:30
  2. Healing Power 3:35
  3. A Ray of Light 4:35
  4. My Will 6:34
  5. Feel the Fire 3:48

Hörprobe auf Youtube von „Feel the Fire“

 

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