Nachbericht: Primordial / Moonsorrow / Weg einer Freiheit im Colos-Saal Nachbericht: Primordial / Moonsorrow / Weg einer Freiheit im Colos-Saal
Die irischen Folk Metaller „Primordial“ feierten ausgelassen mit illustren Weggefährten auf der „Heathen Crusade“ - Tour ihr 25-jähriges Bestehen. Nachbericht: Primordial / Moonsorrow / Weg einer Freiheit im Colos-Saal

Die irischen Folk Metaller „Primordial“ feierten ausgelassen mit illustren Weggefährten auf der „Heathen Crusade“ – Tour ihr 25-jähriges Bestehen.

In Erwartung frohlockender, heidnischer Klänge füllte sich der Aschaffenburger Colos-Saal am Abend des 26. Aprils mit gut gelaunten Gästen.

Drei Bands kamen zusammen, die ihre Hörerschaft nicht mit bloßem Krawall und außerordentlicher Brachialität überzeugen, sondern mit einer überragend atmosphärischen Finesse, die punktuell mit trefflicher Härte versehen ist.

Das Quartett „Weg einer Freiheit“ aus Würzburg webte gleich zu Beginn einen dunklen Klangteppich, der sich über den ganzen Saal zog. Vor Tristesse triefender Black Metal entsprang den Lautsprechern, der oftmals langsam und klagend daher kam, um dann wieder mit schnell feuerndem Schlagzeug versehen, Tempo aufzunehmen.  Aus vielsagenden Melodien und ergreifenden Spannungsbögen bastelten sie zusammen mit den auf Deutsch gehaltenen Lyriken, zumeist philosophischer Natur, ein expressives Konstrukt.

Primordial_Foto_Lydia Polwin-Plass

Primordial_Foto_Lydia Polwin-Plass

Nur zwei Jahre jünger als der Hauptakt von der grünen Insel und ebenfalls mit einer Art Koryphäen-Status ausgestattet, trat als Zweites der finnische Fünfer „Moonsorrow“ auf den Plan.

Die von den Sorvali-Cousins angeführte Truppe vergnügte die Anwesenden mit ihrem hymnischen Pagan / Folk / Black Metal suomischer Güte, der durch den Zugesang der beiden Gitarristen zusätzlich belebt wurde.

Der in Lichterflut und Nebelwand optisch untergehende und somit kaum wahrnehmbare Keyboarder untermalte zudem die sagenhaften Lieder mit stimmungsvollen Melodien.

Ihre ständig variierende und gut austarierte Setlist sorgt selbst, oder auch gerade, bei den großen Liebhabern für ein stets wiederkehrendes, besonderes Erlebnis.

Am Ende ihres Vortrags bewirkten sie einen spektakulären Abgang, der auf dieser Tour öfters zum Programm gehörte. Nacheinander legten sie ihre Instrumente nieder, während die jeweils Verbleibenden weiter spielten, und entschwanden unter dem eindringlichen Rhythmus des Schlagzeugers, der zuletzt gefeiert die Bühne verließ.

Seit 1993 sind die Jubilare unter dem Namen „Primordial“ aktiv und ebenfalls wie die finnischen Kollegen weisen sie einen recht beständigen Kader mit nicht allzu vielen Veränderungen über die Jahre auf. Die fünf Kelten verstehen es wunderbar Melancholie und Kraft zu verbinden und dies auch auf die Bühne zu bringen, so dass man oftmals die Augen schließen und sich der verzaubernden Töne hingeben mag.

Moonsorrow_Foto_Lydia Polwin-Plass

Moonsorrow_Foto_Lydia Polwin-Plass

Der aufgepeitschte Sänger Alan Averill war wie nicht anders gewohnt in seinem Element und übertrug seinen Überschwang und Bewegungsdrang auf die Besucherschar. Neben Titel vom neuen, neunten Werk „Exile amongst the Ruins“ führten sie anmutig durch ihre Diskographie, wobei vom sechsten und wohl einem ihrer größten Alben „To the Nameless Dead“ eine Vielzahl an Lieder zu hören waren. So wie das mystisch verwobene „As Rome Burns“, das epische „Heathen Tribes“ oder das brachial beginnende „Traitors Gate“.

Letztgenanntes und „Coffin Ships“, ein Sinnbild von kraftvoll vorgetragener Trauer, sorgten für Begeisterungsstürme und brachten die Emotionen nochmal zum Kochen. Mit dem ebenso vom erfolgreichen Sextus stammenden „Empire Falls“ folgte ein krönender und würdiger Abschluss, der die Menge abermals mobilisierte und die letzten Reserven aus der Anhängerschaft heraus kitzelte.

Nachbericht: Daniel Oestreich

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FOTOSTRECKE: Heathen Crusade 2018, Der Weg einer Freiheit Moonsorrow und Primordial im Colos-Saal

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