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Metal Review: Hosemen „Saturday Night Conformity“ Metal Review: Hosemen „Saturday Night Conformity“
Ein außergewöhnliches Trio aus Connecticut bringt laut Selbsteinschätzung „Hypnotic Rock“ und ganz bestimmt jede Menge bunter Einflüsse. Metal Review: Hosemen „Saturday Night Conformity“

Ein außergewöhnliches Trio aus Connecticut bringt laut Selbsteinschätzung „Hypnotic Rock“ und ganz bestimmt jede Menge bunter Einflüsse.

Hoseman sind das, was man so grob unter „Alternative“ einordnen könnte. Die drei aus Stamford, CT wirken wie die besser gebildeten Grünwähler von nebenan, immer beherrscht und mit Hybridauto vorm Proberaum.

Die drei entfalten vor uns einen schleppenden, schweren Rock, der an der Grenze zur Resignation entlangschrammt. Mit Metal hat die Musik nur schleppende schwere Riffs an der Grundlinie gemein, die eine vergleichbare Stimmung erzeugen. Angenehm unaufgeregt und abgeklärt streben die Songs einem oft nicht besonders ausgeprägten Höhepunkt zu. Dort kommt dann nicht etwa ein fetter Doublebass zur Anwendung, nein der Bassist spielt treibende Achtel. Der Sound wird ganz wesentlich vom betont einfachen, aber sehr hart und akzentuiert gespielten Schlagzeug geprägt. Ganz im Stile der frühen, in den 80ern noch als Alternative geltenden, U2. Beim Textfetzen „your eyes….“ und dem Gitarrenspiel bin ich mitten in „Gloria“ von U2. Der Gitarrensound mit den sparsam gesetzten Tönen unterstützt die nachdenkliche Stimmung. Überhaupt hat Gitarrist Antony die meiste Arbeit, er muß neben dem Bedienen der einzigen Gitarre auch noch singen. Des öfteren blitzen bei mir Erinnerungen an die von mir heiß geliebten „The Cult“ auf. Auch Joy Division könnten passen, jede Band kocht halt ihr eigenes Süppchen aus Zutaten der Musikgeschichte. Die Songs drehen sich um Verlust, Leere, Liebesdrama und Selbstzerstörerisches Tun.

Der letzte Titel „Mush“ tanzt zunächst stilistisch aus der Reihe. Ein astreiner Punk, mit knochentrockenem Beat, der die Füße einfach nicht ruhig stehen lassen will. Jedoch führt ein Bruch mitten im Song in einen ruhigeren Teil mit Akustikklampfe und beiläufigem LaLaLa Gesang.Hosemen

Fazit: Interessante, nachdenkliche Scheibe, sorgfältiges Songwriting, wiedererkennbare Songs. Das Tempo gestaltet sich durchgehend schleppend bis mittel, die Hooklines sind fein eingewoben und britisch dezent. Die Scheibe entwickelt eine gewisse dunkle Noblesse und erlaubt sich nie einen jugendlichen Rock’n Roll Urschrei des Aufbegehrens. Verhaltene Emotion, die denjenigen, der genauer hinhört umgarnt. Ein paar Durchgänge der Scheibe machen sie zu deinem Eigen.

Michael Neumann

Hosemen sind: Antony Quinn Carpanzano: Vocals, Gitarre, Brien Adams: Bass, Wade McManus: Drums

Hörprobe auf YouTube

  1. Sickness

2.   I Surround

3.   Hollow Man

4.   Saturday Night Conformity

5.   Touch The Skies

6.   Rotterdam

7.   Mush

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