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Metal-Review: FORTNIGHT CIRCUS – ARTIFICIAL MEMORIES Metal-Review: FORTNIGHT CIRCUS – ARTIFICIAL MEMORIES
Die Münchener FORTNIGHT CIRCUS gehen mit ihrem Debütalbum „Artificial Memories“ neue Wege und mixen Progressive Metal mit Rap und verschiedensten Synthesizer Sound. Was klingt... Metal-Review: FORTNIGHT CIRCUS – ARTIFICIAL MEMORIES

Die Münchener FORTNIGHT CIRCUS gehen mit ihrem Debütalbum „Artificial Memories“ neue Wege und mixen Progressive Metal mit Rap und verschiedensten Synthesizer Sound. Was klingt wie Limp Theater oder Dream Bizkit ist ein Wagnis für FORTNIGHT CIRCUS, das Höhen und Tiefen hat. So ist „Artificial Memories“ ein ungewohntes, aber durchaus interessantes Debüt, das mehr verspricht.

FORTNIGHT CIRCUS ist eine Progressive Crossover Band aus München, die seit Juli mit ihrem Debütalbum „Artificial Memories“ am Start ist. Hierauf haben sie sich dem Wagnis verschrieben, Progressive Metal/Rock mit Rap und diversen Synthesizer-Sounds zu vermischen. Dabei orientieren sich die vier Jungs an den jeweiligen Genre-Größen Dream Theater und Limb Bizkit. Die Songs fallen insgesamt wie für Progressive Metal üblich recht komplex aus.

Stark sind besonders die progressiven Parts („Obey The Voice Within“,  oder rein progressiven Songs („Pandemonium“, „Song Of Broken Words“, Lucid Nightmare“, „Absolute Zero“). Hier lassen die vier Jungs ihren musikalischen Ideen freien Lauf und zeigen, was sie an ihren Instrumenten drauf haben. Die komplexen Songs wirken strukturell dabei in sich stimmig.

Anders verhält sich es sich bei den Songs mit Crossover-Parts. Stark gewöhnungsbedürftig sind vor allem die Rap-Passagen, die sich einfach nicht in das Korsett der progressiven Spielweise einfügen möchten. „Taking Over The Game“, „A New Love“, „Obey The Voice Within“,  das 9-Minuten-Werk „The Devil Inside“ wären tolle Songs, wenn der Rap-Part am Anfang nicht für einen gewissen Fremdkörpereffekt sorgen würde. Wenn der Rap im Hintergrund gehalten wird („Mirage“), funktioniert dieses etwas besser, wirkt aber immer noch befremdlich, weil der Fluss der Songs irgendwie gestört wird und Atmosphäre verloren geht.

Dazu ist insbesondere „The Tempted Long Shot“ ist ein eigentlich ganz cooler Song, der aber so etwas von überhaupt nicht zum Album passt und definitiv nichts mit Metal zu tun hat. Ähnliches gilt auch für „Daylight Shadow“, welches sich zwischen Ansätzen einer Mainstream-Ballade und Progressive Metal bewegt und irgendwie inkonsequent wirkt. Etwas härter geht es bei „Midnight Scar“ zu, das mit fetten Riffs glänzt, die aber leider zwischen Rap und Synthesizer-Sounds untergehen.

Thematisch ist „Artificial Memories“ ein Konzept zu dessen Geschichte Sänger Jakob Hafner folgendes zu erklären weiß: „Wir erzählen die dramatische Geschichte eines fiktionalen Charakters mit unserem eigenen, musikalischen Stil. Die Entwicklung des Charakters zieht sich wie ein roter Faden durch das Konzeptalbum und wird musikalisch ausdrucksvoll untermalt“

Fazit: Insgesamt ist „Artificial Memories“ ein Debütalbum, das von Song zu Song sehr unterschiedlich stark ist, als Gesamtwerk aber inkonsequent und überambitioniert wirkt.

Musikalisch sind FORTNIGHT CIRCUS durch die Bank wirklich fit und ideenreich. Alleinig die ATARI-Spiel ähnlichen Synthesizer-Klänge nerven hier und da („Devil Inside“). Und es gibt mehr als nur einen Lichtblick. FORTNIGHT CIRCUS sind im Progressive Metal richtig stark. Leider ist dieses Genre ziemlich überbedient und es ist schwierig sich Gehör zu verschaffen. Der Versuch der Münchener mit Rap, Crossover und ungewohnten Synthesizer-Sound in eine neue Richtung zu gehen ist gewagt und funktioniert nicht wirklich, aber wenigstens in Ansätzen. So ist „Artificial Memories“ ein Debüt-Album mit Stärken und Schwächen, dass aber durchaus mehr von FORTNIGHT CIRCUS erwarten und erhoffen lässt.

Anspieltipps: Pandemonium, Song Of Broken Words, Obey The Voice Within, Absolute Zero

Tracks

  1. Pandemonium (Overture) 4:49
  2. Taking Over The Game 3:49
  3. Mirage 6:01
  4. A New Love 5:50
  5. The Tempted Long Shot (feat. Hena Kahn) 5:24
  6. Song Of Broken Words 5:45
  7. Obey The Voice Within 5:24
  8. Daylight Shadow 4:23
  9. Lucid Nightmare 3:33
  10. Devil Inside 9:13
  11. Midnight Scar 4:34
  12. Absolute Zero 4:35
  13. Of Angels & Agony (Bonus Track) 4:59

Line up:

Jakob Hafner – Vocals/Keyboards

Salim Khan – Vocals

Geoffrey Jackowski – Gitarre/Bass

Nikolai Orlovius – Drums

 

Review: Michael Glaeser

 

Veröffentlichungstermin: 12.07.2019

 

Label: My Redemption Records

 

Hörprobe auf Youtube von „Mirage“:

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