Interview: PRETTY MAIDS Sänger Ronnie Atkins im Gespräch mit Metalogy.de – Teil 2 Interview: PRETTY MAIDS Sänger Ronnie Atkins im Gespräch mit Metalogy.de – Teil 2
30 Jahre FUTURE WORLD waren ein guter Grund für die Dänen PRETTY MAIDS mal wieder auf Tour zu gehen. Sänger Ronnie Atkins unterhielt sich... Interview: PRETTY MAIDS Sänger Ronnie Atkins im Gespräch mit Metalogy.de – Teil 2

30 Jahre FUTURE WORLD waren ein guter Grund für die Dänen PRETTY MAIDS mal wieder auf Tour zu gehen. Sänger Ronnie Atkins unterhielt sich vor der Show im Aschaffenburger Colos-Saal mit Lydia und Michael von Metalogy.de. Er erzählte von der Tour, einer neuen DVD, alten und neuen Alben und vielem mehr. Lest hier den zweiten Teil der vierteiligen Serie.

Hattest Du jemals Gesangsunterricht?

Ronnie: Nein. Ich mache sehr viele „Aufwärmübungen“, sowas wie zwei Gin-Tonics. Ich habe aber nie Unterricht genommen. Ich bin ein Selfmade-Man. Und ich bin mir sicher, dass meine Technik so daneben ist, dass sie wahrscheinlich in keinem Buch zu finden ist. Ich singe mit zwei unterschiedlichen Stimmen und benutze dafür zwei unterschiedliche Techniken. Ich wuchs in der Nähe von Kopenhagen auf und da gibt es heute zum Beispiel Opernsänger, die Gesangsunterricht geben, aber damals in 81, 82 oder 83 gab es da irgendwie niemanden. Jetzt lebe ich eine Stunde von Flensburg entfernt, also von der deutschen Grenze. Da wäre es eigentlich kein Problem so etwas zu machen und irgendwann habe ich das auch mal probiert, aber … jetzt ist es zu spät.

Schreibst Du alle Eure Texte und was ist Dir beim Schreiben besonders wichtig?

Ronnie: Ja, ich schreibe alle Texte. Und sie sind ganz unterschiedlich. Was mir heutzutage sehr wichtig ist, ist aus der Perspektive eines ganz normalen Menschen zu schreiben. Die Dungeons & Dragons-Phase habe ich vor vielen Jahren hinter mir gelassen. Ich habe immer schon über Dinge geschrieben, die ich in den Nachrichten gesehen oder auf den Titelseiten gelesen habe. Themen, die eigentlich jeden etwas angehen sollten.

Ronnie Atkins_Pretty Maids_Foto: Lydia Polwin-Plass

Ronnie Atkins_Pretty Maids_Foto: Lydia Polwin-Plass

Gibt es bestimmte Themen, die Dir besonders wichtig sind?

Ronnie: Ich schreibe ein bisschen über Politik und generell über die weltweite Situation. Ein paar Texte sind auch persönlich. Viele Sachen sind auch Fiktion, zum Beispiel die Liebestexte. Wenn ich das alles wirklich erlebt hätte, wäre ich wahrscheinlich schon tot und beerdigt. Aber ein paar Lyrics sind persönlich. Hier kann ich „Savage Heart“ nennen. Ich habe diesen Song geschrieben als meine Mutter gestorben ist. Ich meine, Ken hat den Song geschrieben und ich den Text dazu. Dieser Songs hat mir immer etwas Besonderes bedeutet. Oder einen Song wie „Sad To See You Suffer“ von „Motherland“, der von meiner Frau handelt, die unter Depressionen litt. Nicht jetzt, aber früher einmal. Und das Gute daran ist, dass viele Leute das nachempfinden können, wenn sie den Song hören, weil sie etwas Ähnliches selber erfahren haben. Und dann gibt es den Song „Face The World“ von unserem letzten Album, über den uns viele Leute geschrieben haben, dass dieser Song ihnen sehr viel bedeutet, weil er sehr positiv ist. Es muss nicht immer negativ sein. Er ist positiv und sagt einfach: „Auf geht´s“. Aber ich bin natürlich kein Bob Dylan oder John Lennon. Ich finde es nur bedeutsamer, über solche Dinge zu schreiben als über Dungeons & Dragons, wie bei „Back To Back“.

Bist Du sozial engagiert?

Ronnie: Das ist das, was ich immer versuche zu sein und was ich auch bin. Aber was heißt sozial engagiert? Es bedeutet auch, die Leute dazu zu bringen, darüber nachzudenken, was für ein Mist draußen abgeht und was wir da gerade machen. Ich habe schon viel über solche Dinge geschrieben, wie die Umwelt und so. Ich will nicht sagen, dass ich ein Heiliger bin oder so, aber ich finde es interessanter über Themen zu schreiben, die für die Leute wichtig sind und mit denen sie was anfangen können.

Ronnie Atkins_Pretty Maids_Foto: Lydia Polwin-Plass

Ronnie Atkins_Pretty Maids_Foto: Lydia Polwin-Plass

Du hast auf dem „Ghostlight“ – Album von Avantasia gesungen. Wie kam das?

Ronnie: Ich habe auch auf „Mystery Of Time“ gesungen. Ich habe heute noch mit Tobi (Sammet) telefoniert und ich hatte ihn zu der Show heute Abend eingeladen. Er wohnt ja nicht weit von hier. Aber er sagte, dass es bei ihm schneit und er es nicht schafft. Also, wie kam es dazu? Ich bekam damals 1999 einen Anruf von einem Typen namens Tobias Sammet von einer Band namens Edguy, von der ich noch niemals vorher etwas gehört hatte. Und Tobi fragte mich, ob ich bei seinem Metal Opera-Projekt mitmachen wolle. Ich weiß nicht, woher er damals meine Nummer hatte und ich hatte keine Ahnung, worum es da überhaupt ging. Damals hätte ich es sowieso nicht gemacht, weil ich mit Pretty Maids gerade aktiv war. Aber das Witzige an der Geschichte ist:  2012 haben wir eine dieser Cruises von Miami zu den Cayman Islands gemacht und Edguy waren auch auf dieser Cruise. Ich kannte die damals immer noch nicht, um ehrlich zu sein. Das soll nicht respektlos klingen, aber ich hatte von dieser Szene keine Ahnung. Aber Nikolas (Booking Agent) hat sie mir vorgestellt: „Hey, da ist jemand, den du kennenlernen musst.“ Und so haben Tobias und ich ein paar Bier zusammen getrunken. Er ist ein echt netter Kerl. Auch seine Frau ist total nett. Sie arbeitete für ein Magazin und es kam heraus, dass ich ihr schon einige Interviews gegeben hatte. So haben wir uns kennengelernt und er ist ein wirklich netter Kerl.

Dann wurde ich ein paar Monate später gefragt, ob ich einen Song für sein Avantasia-Projekt singen würde. Er hat mir eine DVD geschickt, ich habe mir die angesehen und gesagt, dass er mir den Song schicken soll. Das war der Song „Invoke The Machine“ und ich dachte sofort, dass das ein toller Song ist. Tobias hat mir später erzählt, dass das ein Versuch war, ein „Future World – Part 2“ zu schreiben. Wenn man sich anhört, wie der Song aufgebaut ist, kommt das schon hin. Er ist einfach ein klasse Typ. Nachdem ich das also gemacht hatte, habe ich auf dem Europa-Teil der Tour mitgemacht. Und als Nächstes hat er mich gefragt, ob ich zwei oder drei Songs auf dem „Ghostlights“-Album singen könnte und ob ich die ganze Tour mitmachen würde, was ich auch getan habe.

Das war eine großartige Erfahrung für mich, etwas anderes zu machen als was ich die letzten dreißig Jahre gemacht habe. Auch, weil ich nicht im Fokus stehe, weil er (Tobias) die Hauptrolle hat und wir nur Gäste sind. Das sind fantastische Leute. Die Band ist eine große Familie. Klasse Leute und eine großartige Erfahrung.

Was sind Eure Pläne für die nächsten Jahre?

Ronnie: Wir – also Pretty Maids – machen eine DVD. Die wird in den nächsten Wochen aufgenommen und im Herbst rauskommen. Und in 2019 – eher Ende 2019 –werden wir uns an das neue Album machen. Oder Anfang 2020. Irgendwie sowas. Das ist der Plan.

Lest morgen auf Metalogy Teil 3 der 4-teiligen Interviewserie mit Ronnie Atkins.

Interview: Michael Glaeser und Lydia Polwin-Plass

Bilder: Lydia Polwin-Plass

Hier auch der erste Teil: https://metalogy.de/interview-pretty-maids-saenger-ronnie-atkins-im-gespraech-mit-metalogy-de-teil-1

Seht euch dazu auf Metalogy auch an:

FOTOSTRECKE Pretty Maids im Colos-Saal Aschaffenburg

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Lydia Dr. Polwin-Plass

Promovierte Journalistin und Texterin, spezialisiert auf die Themen Kultur, Wirtschaft, Marketing, Vertrieb, Bildung, Karriere, Arbeitsmarkt, Naturheilkunde und Alternativmedizin. Mehr über Dr. Lydia Polwin-Plass auf ihrer Website: http://www.text-und-journalismus.de