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Interview mit Sharon den Adel – Frontfrau und Stimme von WITHIN TEMPTATION – TEIL 2 Interview mit Sharon den Adel – Frontfrau und Stimme von WITHIN TEMPTATION – TEIL 2
Am Ende ihrer Tour für 2018 machten WITHIN TEMPTATION auch in der Frankfurter Jahrhunderthalle halt und erfreuten ihre Fans mit einer tollen Show. So... Interview mit Sharon den Adel – Frontfrau und Stimme von WITHIN TEMPTATION – TEIL 2

Am Ende ihrer Tour für 2018 machten WITHIN TEMPTATION auch in der Frankfurter Jahrhunderthalle halt und erfreuten ihre Fans mit einer tollen Show. So bot sich mir die Gelegenheit ein ganz besonderes Interview mit der wunderbaren, sympathischen und engagierten Frontfrau und Sängerin der Band, Sharon den Adel zu führen. Sie sprach von der Wichtigkeit der Message in Texten, Datenschutz, Charity Projekten und vielem mehr. Lest hier den zweiten Teil der dreiteiligen Serie.

Welches Album ist euer erfolgreichstes?

Sharon: Das ist schwierig. Die waren eigentlich alle recht erfolgreich. Mother Earth war ein Durchbruchalbum, etwas ganz Besonders. Und sehr erfolgreich, vor allem in Belgien, Deutschland, Österreich und der Schweiz und hat auch den Durchbruch im restlichen Europa geschafft. In England, Frankreich, Spanien, überall eigentlich. Aber es ist keine Musik die im Radio gespielt wurde. Die Single „Ice Queen“ hat uns den internationalen Durchbruch gebracht. „The Unforgiving“ war auch auf eine andere Art sehr erfolgreich, denn die Musik wurde für einige Filme verwendet. Und jedes Album hat seinen eigenen speziellen Erfolg und auch seinen eigenen Sinn gehabt. Und jedes hat wieder Veränderung mit sich gebracht. In „Silent Force“ haben wir viele Loops verwendet, das war damals auch was ganz Neues.

Jetzt zum Beispiel verwenden wir das Symphonische nicht mehr überall, aber immer noch wo es passt. Das neue Album ist für uns besonders wichtig weil es von den Texten und der Message her etwas ganz Besonders ist. Es ist ein sehr kraftvolles Album mit einer wichtigen politischen Botschaft.

ANHANG-DETAILS Within-Temptation_Jahrhunderthalle-©-Lydia-Polwin-Plass

Ist die Message für dich überhaupt wichtig in eurer Musik?

Sharon: Ja, für mich ist die Message sehr wichtig. Die Message war auch in anderen Alben wichtig aber bei diesem war es uns ein besonderes Anliegen die Weltprobleme anzusprechen. Es gab schon oft große Veränderungen auf der Welt, aber selten, dass so viele Veränderungen gleichzeitig und parallel laufen und so dringend gelöst werden müssten. Die Welt wird sich so stark verändern in den nächsten 10 Jahren. Vieles scheint zu engleisen und unserer Macht zu entgleiten wie Klimawandel, die digitalen Gefahren, die Überwachung und der mangelnde Schutz der Privatsphäre, politische Systeme und andere Probleme.

Wenn das Handy neben einem liegt, bekommt man Antworten auf Dinge, die man nie gefragt hat. Die extreme Werbeflut mit der wir bombardiert werden.

Vieles an der Digitalisierung ist toll aber gleichzeitig auch gefährlich. Wenn man eine Diktatur im Land hat, kann das enorm gefährlich werden wenn man eine eigene oder eine andere Meinung hat und diese überall im Netz abrufbar ist. Denn jeder weiß über jeden Bescheid. Alleine schon wenn man Cookies akzeptiert, und das muss man auf allen Webseiten, ist man ein offenes Buch für andere. Man kann nachsehen wo jemand lebt und da hinfahren wenn man möchte. Google Maps hilft das Haus zu finden und man kann hingehen und schauen wie jemand lebt und was er hat, etc. Große Unternehmen missbrauchen diese digitalen Möglichkeiten leider. Es ist ja kein Problem, dass sie versuchen Geld zu verdienen und einem alles verkaufen wollen, aber sie respektieren die Privatsphäre nicht. Selbst persönliche Fotos und persönlichen Content sehen sie als ihren Besitz an. Unsere Länder sollten uns besser beschützen vor dem Abgreifen unserer Daten durch große Unternehmen.

Sollten uns bessere Gesetze schützen?

Sharon: Ja, genau. Das passiert aber gerade gar nicht und das macht mir große Sorgen, denn eine Demokratie kann in „Null komma Nix“ zu einer Diktatur werden. Man muss sich Ungarn, Polen, etc. ansehen. War das Ungarn? Ich glaube es war Ungarn. Das Land zwingt die Menschen mit speziellen Gesetzen, 400 Stunden ohne Bezahlung zu arbeiten. Erst innerhalb der nächsten 3 Jahre müssen die 400 Stunden bezahlt werden. Aber was ist wenn der Mensch gar nicht 3 Jahre für das Unternehmen arbeitet, bzw. gefeuert wird?

Überhaupt werden die Rechte der Bürger immer mehr beschnitten. Ungarn entwickelt sich zu einem gefährlichen Land und auch Polen, die Türkei ist problematisch. Sie nehmen EU-Gelder und geben vor Demokratien zu sein, schließen dann aber die Tore für Flüchtlinge.

ANHANG-DETAILS Within-Temptation_Jahrhunderthalle-©-Lydia-Polwin-Plass

Du unterstützt auch Charity Projekte, wie „Child Helpline“ und auch noch andere?

Sharon: Ja, morgen in Belgien werden wir an einem Charity-Projekt teilnehmen. Da geht es um 150 verschiedene Projekte und um viel Geld und da wurden Musiker gefragt zu helfen und wir fahren da zweieinhalb Stunden hin um zwei Songs zu performen. Ein Radiosender macht das. Aber das zahlt sich aus, es ist wichtig und bringt wirklich viel. Auch in England haben wir gerade erst Charity gemacht. Wir haben auch viel signiert für Auktionen. Sowas ist wichtig. Und es fühlt sich so gut an etwas zurückzugeben. Wir haben einen einfachen Job und bekommen viel Anerkennung in Form von Applaus dafür. Aber es gibt so viele Menschen, die wirklich sehr wichtige Jobs machen aber nie Applaus dafür ernten. Oft werden sie nicht mal richtig bezahlt für das was sie tun. Und man sollte immer etwas zurückgeben für das was man bekommt.

Du hast als erfolgreiche Künstlerin so viel Macht und kannst sie so positiv einsetzen. Viele nützen das nicht, ich bewundere euch, denn ihr seid wirklich engagiert.

Sharon: ja, mehr oder weniger. Aber oft kann man von der Bühne aus nicht alles sagen, denn das Publikum will unterhalten werden. Ich bewundere Bono, der hat sich da viel getraut und wurde dafür teilweise kritisiert. Ich mag was er getan hat, er hat sich so engagiert für die Menschenrechte und andere wichtige Dinge. Man kann das von der Bühne aus machen, aber man muss da aufpassen und das richtige Maß finden.

Als ich die Texte für „Resist“ geschrieben habe war das für mich ein klares politisches Statement weil ich mir wirklich sehr wünsche, dass die Menschen bewusster werden. Die Menschen müssen aufwachen und die Gefahren sehen. Gerade die Digitalisierung bringt viele Gefahren mit sich.

Lest hier den ersten und den dritten Teil der dreiteiligen Interviewserie

Interview mit Sharon den Adel – Frontfrau und Stimme von WITHIN TEMPTATION Teil 1

Interview mit Sharon den Adel – Frontfrau und Stimme von WITHIN TEMPTATION – Teil 1

 

 

Interview mit Sharon den Adel – Frontfrau und Stimme von WITHIN TEMPTATION – TEIL 3

Interview mit Sharon den Adel – Frontfrau und Stimme von WITHIN TEMPTATION – TEIL 3

Und hier die Fotostrecke vom Gig in der Jahrhunderthalle:

Fotostrecke: WITHIN TEMPTATION und Support: BEYOND THE BLACK in der Frankfurter Jahrhunderthalle

Fotostrecke: WITHIN TEMPTATION und Support: BEYOND THE BLACK in der Frankfurter Jahrhunderthalle

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Lydia Dr. Polwin-Plass

Promovierte Journalistin und Texterin, spezialisiert auf die Themen Kultur, Wirtschaft, Marketing, Vertrieb, Bildung, Karriere, Arbeitsmarkt, Naturheilkunde und Alternativmedizin. Mehr über Dr. Lydia Polwin-Plass auf ihrer Website: http://www.text-und-journalismus.de