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INTERVIEW mit Kaspar Boye Larsen von VOLBEAT – Teil 1 INTERVIEW mit Kaspar Boye Larsen von VOLBEAT – Teil 1
Die sogenannten „Elvis-Metaller“ VOLBEAT beehren die Republik derzeit zusammen mit BARONESS und DANKO JONES. Am 07. November rockten VOLBEAT die Festhalle in Frankfurt mächtig.... INTERVIEW mit Kaspar Boye Larsen von VOLBEAT – Teil 1

Die sogenannten „Elvis-Metaller“ VOLBEAT beehren die Republik derzeit zusammen mit BARONESS und DANKO JONES. Am 07. November rockten VOLBEAT die Festhalle in Frankfurt mächtig. Nachdem er per Smartphone seine beiden kleinen Kinder in Dänemark ins Bett gebracht hatte, stand Bassist Kaspar Boye Larsen Lydia und Michael vom Metalogy.de-Team zum Interview zur Verfügung. Darin erzählt er über die laufende Tour, das aktuelle Album, das Songwriting, seine Familie, seine Erfahrungen mit dem W:O:A und die weiteren Pläne von Volbeat und seinen anderen Bands. Lest hier den ersten Teil unseres dreiteiligen Interviews.

Hallo Kaspar, ihr seid jetzt wieder in Europa auf Tour. Wie läuft es so?

Kaspar: Sehr gut. Wir haben einige neue Songs in der Setlist ausprobiert. Wir touren schon seit Ende Juli. Erst durch USA, dann England, Spanien und Italien, Prag, Berlin und so weiter. Wir haben hier in Deutschland unsere eigene, etwas größere Produktion mit dabei. Ich denke, dass es gut echt läuft. Wir spielen ein längeres Set von etwa zwei Stunden. Wir werden also eine ganze Menge mehr Songs spielen. Wir probieren alle möglichen neuen Songs aus, die wir bisher noch nicht gespielt haben.

Werdet ihr auch ältere Songs spielen, die ihr nicht so häufig spielt?

Kaspar: Nicht so viele. Wir haben ein paar alte Songs dabei, aber ich weiß jetzt nicht genau, wie das Set heute Abend aussehen wird. Wir spielen auf jeden Fall auch alte Songs, aber der Fokus liegt auf dem neuen Album. Das kam ja gerade erst raus.

Wie geht es Michael‘s Stimme?

KASPAR_Volbeat © Polwin-Plass_Festhalle_FFM_415

Kaspar: Michael geht es wieder bestens. Seine Stimme klingt wieder klasse. Er hatte am Anfang der Tour ein paar Probleme, als wir gerade von der US-Tour zurückkamen. Das Wetter war ziemlich schlecht und wir hatten 10 Tage Pause gehabt. Und als es dann losging, war es ein bisschen zu viel für ihn. Die Verlängerung von 1 Stunde pro Show auf 1 Stunde 45 Minuten war dann einfach zu viel für seine Stimme. Da hat er echt seine Stimme verloren. Er durfte dann überhaupt nicht sprechen. Das war echt übel. Aber jetzt ist alles wieder gut und er hört sich super an.

Euer Album „Rewind, Replay, Rebound“ ist seit August draußen. Wie war das Feedback der Fans bisher?

Kaspar: Das Feedback der Fans war ziemlich gut. Wir haben auch sehr gute Reviews bekommen. Als wir die neuen Songs das erste Mal live gespielt haben, war es so, als ob das Publikum sie von jetzt auf gleich kennen würde. Besonders der Song „Last Day Under The Sun“ läuft super. Die Leute singen den jetzt schon komplett mit. Und auch die anderen neuen Songs, die wir ausprobiert haben, kamen gut an. Natürlich gibt es immer irgendjemanden, dem das nicht gefällt. Die wollen halt nur das, was die Band vor 15 Jahren gemacht hat. Aber wir können uns ja nicht immer nur wiederholen.

Es ist das erste Album, auf dem du selber mitgespielt hast. Wie war der Unterschied zu dem, was du vorher gemacht hast?

Kaspar: Der Unterschied für mich selbst ist riesig. Ich habe einen Hintergrund deutlich aggressiverer Musik, die eher auf Riffs basiert. Jetzt geht es um Akkorde und darum eher Baselines zu spielen. Das war etwas ganz Anderes für mich. Ich spielte vorher Punk und Hardcore. Aber ich habe viel mit Rob gearbeitet. Ich hab‘ alle möglichen Baselines versucht und er hat mir sehr geholfen zu verstehen, was am besten zu den Songs passt.

Warst du in das Songwriting involviert?

Kaspar: Ja, etwas. Einige Songs waren bereits fast fertig, wenn Michael sie in den Proberaum mitbrachte. Andere Songs benötigten etwas mehr Aufwand. Bei diesen Songs war ich im Arrangement eingebunden.

Wie wichtig ist euch die Message der Songs?

Kaspar: Also, Michael schreibt ja alle Texte. Und Einige davon sind für ihn sehr persönlich. Die basieren halt auf persönlichen Erfahrungen, Gerechtigkeit und Liebe. Andere basieren mehr auf Charakteren. Ich weiß, dass ihm die Texte sehr viel bedeuten. Er ist halt der Schreiber.

Ihr habt 2017 auf dem Wacken Open Air gespielt. Du warst gerade ein Jahr vorher zur Band dazugekommen. Wie war das für dich?

Kaspar: Das war großartig. Mit meiner vorigen Band hatte ich bereits in Wacken gespielt. 2001, glaube ich. Auf einer kleineren Bühne natürlich. Ich war also vorher schon mal dort. Es ist eine klasse Sache für eine Band wie uns in Wacken zu spielen. Das war unglaublich. Du gehst da auch selber als Zuhörer hin ohne zu spielen. Aber es hat einfach etwas Mystisches, in Wacken zu spielen. Es ist einfach das Größte. Die erste große Show, die ich mit der Band gespielt habe – ich meine, die erste richtige Show in Europa – war bei Rock am Ring. Ich kann mich auch nicht mehr daran erinnern, wie es war, weil ich total nervös war. Die Bands, bei denen ich vorher gespielt habe, waren kleinere Underground-Bands. Da habe ich vor 200 bis 300 Leuten gespielt. Und plötzlich spielst du vor 80.000 Leuten. Das war verrückt.

KASPAR_Volbeat © Polwin-Plass_Festhalle_FFM_398

Gibt es Pläne, dass ihr nächstes Jahr in Wacken spielt?

Kaspar: Das weiß ich noch nicht. Ich weiß es wirklich noch nicht.

Das W:O:A ist dafür bekannt, dass alle Menschen dort sehr freundlich und friedfertig sind. Wie hast Du das wahrgenommen?

Kaspar: Leider war das in Wacken damals nur eine Show und keine Tour. Wir sind also eingeflogen, haben die Show gespielt, haben noch ein bisschen mit LG (Lars Göran Petrov) von Entombed rumgehangen und dann ging es schon wieder zurück. Wir hatten leider keine Zeit, uns das Festival genauer anzusehen. Aber ich kenne das Festival ja. Es ist klasse. Natürlich nicht so sehr, wenn es die ganze Zeit regnet. Ich war ein paar Mal da, als es die ganze Zeit geschüttet hat. Aber, wenn die Sonne scheint, ist es einfach großartig.

Warst Du mal dort ohne zu spielen?

Kaspar: Ja. Ich war einmal als Gast dort. In 2004, glaube ich.

Wacken ist, wie Metalheads allgemein, eine starke Gemeinschaft. Glaubst du, dass Wacken diesbezüglich ein Vorbild für die Gesellschaft sein kann?

Kaspar: Ja, sicherlich. Wenn die Leute sich online so verhalten würden wie in Wacken, wäre das fantastisch. In Wacken hast du alle Stilrichtungen. Extreme Underground Death Metal oder Grindcore und dann Volbeat. Wir sind nicht gerade extrem. Und du hast alles dazwischen. Wacken ist eines der wenigen Festivals, das so etwas bietet. Und es ist riesig. Wieviele Leute sind da jetzt?

75.000 Zahlende plus Arbeiter, Bands, Presse, Einheimische etc.  

Kaspar: In den letzten 10 Jahren ist es enorm gewachsen. Als ich das erste Mal dort gespielt habe, war es bei Weitem nicht so groß. Aber das ist großartig, weil es das riesige Potenzial von Metal zeigt. Und die Leute kommen aus der ganzen Welt dorthin.

Was sind die nächsten Pläne für Volbeat?

Kaspar: Wir touren jetzt erst mal bis zum 1. Dezember. Dann brauchen wir eine Pause. Und im April starten wir dann wieder durch. Ich glaube, wir gehen in die USA, bin mir da aber gerade nicht ganz sicher. Unser Tourplan startet aber auf jeden Fall im April und im Sommer spielen wir dann auf Festivals. Wir haben also viel vor. Währenddessen sammeln wir kleine Abschnitte für Songs. Die sich dann immer weiter zusammenfügen. Wir werden nächstes Jahr also auf jeden Fall anfangen neue Songs zu schreiben.

KASPAR_Volbeat © Polwin-Plass_Festhalle_FFM_392

Hast du nebenbei noch einen anderen Job?

Kaspar: Nein, ich habe damit aufgehört. Ich habe früher mit älteren Menschen gearbeitet. Ich habe ihnen Medizin gebracht, ihre Verbände gewechselt und solche Sachen. Das habe ich bis vor vier Jahren gemacht.

Vermisst du das?

Kaspar: Nein, ich mache lieber Musik. Vielleicht werde ich ja von den Leuten vermisst. Und ich habe den Job auch gerne gemacht, weil es ja auch das wäre, was ich machen würde, wenn ich nicht Musik machen würde. Und wenn die Band irgendwann aufhören sollte – was ich nicht hoffe – werde ich das wieder machen. Aber ich habe das große Glück, dass ich alleine von der Musik leben kann.

Fokussierst du dich vollkommen auf Volbeat oder hast du noch andere Aktivitäten laufen?

Kaspar: Ach, ich habe so viele Ideen und ich habe so viele Sachen laufen. Ich möchte so viel verschiedene Musikstile spielen. Derzeit habe ich eine Cross-D-Beat Punkband namens PARASIGHT nebenbei laufen. Parasight, wie der Entombed-Song. Dann habe ich eine Hardcore-Band mit Black Metal-Einflüssen ANTI RITUAL. Wir werden nächstes Jahr was Neues machen. Ich werde also die Pause von Volbeat nutzen, um noch mehr Musik zu machen. So läuft das bei mir. Ich kann einfach nicht aufhören. Ich kann nicht zuhause faul rumliegen und nichts tun.

Lest morgen hier auf Metalogy den zweiten Teil der dreiteiligen Interviewserie.

Hier könnt ihr auch unsere FOTOSTRECKE und unseren Nachbericht vom VOLBEAT Gig in der Frankfurter Festhalle sehen.

FOTOSTRECKE und kurzer Nachbericht: VOLBEAT, Baroness und Danko Jones in der Frankfurter Festhalle
https://metalogy.de/fotostrecke-und-kurzer-nachbericht-volbeat-baronesse-und-danko-jones-in-der-frankfurter-festhalle/

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Lydia Dr. Polwin-Plass

Promovierte Journalistin und Texterin, spezialisiert auf die Themen Kultur, Wirtschaft, Marketing, Vertrieb, Bildung, Karriere, Arbeitsmarkt, Naturheilkunde und Alternativmedizin. Mehr über Dr. Lydia Polwin-Plass auf ihrer Website: http://www.text-und-journalismus.de