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Interview mit A.K., Sänger und Frontman von FLOTSAM AND JETSAM – Teil 3 Interview mit A.K., Sänger und Frontman von FLOTSAM AND JETSAM – Teil 3
Im Rahmen ihrer „Killfest“-Tour gastierten FLOTSAM AND JETSAM mit OVERKILL und DESTRUCTION auch in Frankfurt am Main. Vor dem Gig in der Batschkapp, lud... Interview mit A.K., Sänger und Frontman von FLOTSAM AND JETSAM – Teil 3

Im Rahmen ihrer „Killfest“-Tour gastierten FLOTSAM AND JETSAM mit OVERKILL und DESTRUCTION auch in Frankfurt am Main. Vor dem Gig in der Batschkapp, lud Frontmann A.K. Lydia und Michael vom Metalogy.de-Team in den Tourbus ein und erzählte viel unter anderen  viel Privates. Über sein Hobby, das Hubschrauberfliegen, Dinge, die er liebt und die er weniger mag oder kann und vieles mehr. Lest hier den dritten und letzten Teil des dreiteiligen Interviews.

Wir haben da ein paar persönliche Standardfragen, die wir Dir gerne stellen möchten. Ist das in Ordnung?

A.K.: Ist gut.

Welches ist Dein Lieblingstier?

A.K.: Der Hund. Ich habe mein ganzes Leben lang schon Boxer. Ich liebe diese Hunde. Ich habe einen, der 100 Pfund wiegt und jede Nacht auf meiner Brust schläft. Ich wache dann auf mit tauben Füßen und Händen und sage „Ah, geh runter von mir“ (lacht). Aber ich liebe Hunde.

Dein Lieblingsfilm?

A.K.: Der original „Arthur“ mit … mir fallen jetzt die Namen nicht ein … (überlegt) Liza Minnelli. Der Film hat eine gute Botschaft und ich finde ihn witzig. Der ist einer meiner Lieblingsfilme. Aber ich liebe Filme und ich schaue andauernd Filme. Und wenn ich dabei nicht einschlafe, ist es ein guter Film.

Magst Du ein bestimmtes Genre?

A.K.: Nicht wirklich. Ich schaue alles und jeden Film. Ich mache meine Frau damit verrückt, dass ich Netflix anmache und die ganzen Superhelden-Serien gucke. Ich schaue „Arrow“ und „Flash“ und einfach alle. „Können wir nicht etwas anderes schauen?“ „Nein, Nein. Geh´ einfach schon mal schlafen.“ (Lacht)

Flotsam & Jetsam_Batschkapp © Lydia Polwin-Plass

Welches ist Dein Lieblingsbuch?

A.K.: Das ist eine gute Frage. Ich hatte schon lange keine Zeit mehr, ein gutes Buch zu lesen. Das ist lange her. Ich lese Bücher von Rock- und Metal-Helden. Ich habe gerade ein Buch von David … mir fällt der Name wieder nicht ein… Er war Gitarrist für Alice Cooper und hat ein Buch geschrieben. Das Buch habe ich gelesen. Manchmal habe ich die Chance ein Buch zu lesen. Solche Sachen lese ich manchmal, aber ich schaue mir lieber Filme an. Ich habe ein paar Harry Potter-Bücher gelesen. Die haben mir besser gefallen als die Filme.

Wenn Du auf eine einsame Insel genau eine CD mitnehmen dürftest, welche wäre das?

A.K.: Neben meinen Eigenen? (lacht) Da würde ich sicherlich Iron Maiden „Piece Of Mind“ oder „Powerslave“ mitnehmen. Eine von beiden. Ich liebe beide.

Dein Lieblingsessen?

A.K.: Alles, außer Leber. Ich würde eher Affengehirn essen, bevor ich Leber esse. Ich hasse Leber. Ich liebe Hausmannskost. Spaghetti, Fleisch mit Kartoffeln. Aber mein Favorit ist wahrscheinlich italienisches Essen. Da kann ich nie Nein sagen.

Dein Lieblingsgetränk?

A.K.: Jack (Daniel´s) mit Cola. Ich bekomme jeden Abend eine Flasche Jack. Die trinkt dann zwar jemand anderes, aber ich bekomme auch etwas ab. Das ist das Einzige, was ich trinken kann ohne einen Kater davon zu bekommen. Also bleibe ich dabei, weil es für mich funktioniert. Auch wenn ich alleine bin. Manchmal trinke ich Jack Daniel´s pur, aber Jacky-Cola gibt mit weniger das Gefühl ein Alkoholiker zu sein.

Deine Hobbies, außer Musik und Hubschrauberfliegen?

A.K.: Ich habe ein Muscle-Car zuhause. Ich liebe es daran zu basteln, wenn ich frei habe. Aber nicht, wenn ich es muss. Wenn etwas daran kaputt geht, werde ich wütend. Aber wenn ich daran arbeiten kann, weil ich gerade Lust darauf habe, dann liebe ich es, daran zu arbeiten. Ich arbeite auch gerne an Hubschraubern, aber nur, wenn ich Lust darauf habe und nicht, wenn ich es muss. In dem Moment, wenn etwas kaputt geht und ich das reparieren müsste, sage ich, dass jemand anderes das machen soll.

Kannst Du auch die technischen und die elektronischen Dinge machen?

A.K.: Ein bisschen. Manchmal hole ich mein Smartphone raus und ich lese die Anleitungen und dann weiß ich, was kaputt ist. Und dann kann ich es auch  reparieren.

Zuhause habe ich einen großen Truck. Wir leben in der Wüste und ich fahre damit zum Spaß raus. Ein Rücklicht davon funktioniert nicht und ich arbeite schon seit Jahren daran. Ich bekomme einfach nicht raus, woran es liegt. Dieses elektrische Zeug treibt mich manchmal in den Wahnsinn. Aber ich versuche es trotzdem immer wieder. Autos sind heutzutage auch nicht mehr dasselbe wie früher, als man daran noch basteln konnte. Heute startet es nicht, weil zum Beispiel die Tür offen ist (lacht).

Dein liebstes Reiseziel?

A.K.: Das ist eine gute Frage. Das war schon immer Amsterdam. Aber es gibt in den USA viele Orte, wo ich es liebe hinzufahren. Der „Redwood Forrest“ in Kalifornien ist einer meiner Lieblingsorte. Nord-Kalifornien. Oregon. Diese ganze Region ist wunderschön. Ich liebe es in den Wäldern zu sein, wo die Bäume so groß sind, dass du die Spitze nicht sehen kannst. Das ist einer der Orte, wo ich am liebsten bin. Ich fische dort gerne.

Gibt es einen Ort, wo du gerne mal auftreten würdest?

A.K.: Irgendwo und überall. Ich war noch nie in Australien. Da würde ich gerne mal hin. Letztens war ich erst in Japan. Da war ich jetzt schon ein paar Mal.

Wir haben auch noch nie in Russland gespielt. Während der ganzen Touren, die wir gemacht haben, haben wir noch nie in Russland gespielt. Das würde ich gerne mal ausprobieren. Und Brasilien, es gibt ein paar Orte in Brasilien, wo ich noch nicht gespielt habe. Es gibt immer irgendeinen Ort. Ich würde mich gerne an eine Landkarte setzen und sagen: Wir spielen da und da und da und da.

Gibt es irgendein Festival, wo Du gerne mal spielen würdest?

A.K.: Alle. Aber insbesondere die Großen. Wir haben noch nie auf dem Graspop gespielt. Das wäre für uns wohl eigentlich nichts Großes. Ich würde dort aber trotzdem gerne mal spielen.

Werdet Ihr dieses Jahr in Wacken spielen?

A.K.: Nicht dieses Jahr. Wir haben dort letztes Jahr oder das Jahr davor gespielt.

Flotsam & Jetsam_Batschkapp © Lydia Polwin-Plass

Gibt es etwas, das Du gar nicht beherrscht? Wo Du zwei linke Hände hast?

A.K.: Gitarre spielen. Ich könnte nicht einmal Gitarre spielen, um mein Leben zu retten. Ich habe es immer wieder versucht und auch Unterricht genommen. Aber ich kann es einfach nicht. Ich bekomme es nicht hin, dass die eine Hand etwas Anderes macht als die andere. Das ist dasselbe Drama am Klavier. Ich schreibe viele Songs am Klavier, aber sobald ich versuche es richtig zu spielen, habe ich zwei linke Hände.

Was liebst Du am meisten?

A.K.: Ich habe fünf Kinder. Die bedeuten alles für mich. Das Jüngste ist 19 Jahre alt. Seltsamerweise sind die meisten von ihnen Sänger. Mein ältester Sohn hat es in die Top Ten von „American Idol“ geschafft. Season 11. Die machten danach eine American Idol Welttournee.

Meine älteste Tochter lebt in Nashville und singt Country-Musik. Meine jüngste Tochter hat eine unglaubliche Stimme, aber sie ist zu ängstlich, um vor anderen Leuten zu singen. Aber ich arbeite mit ihr daran. Ich habe noch zwei Söhne, die beide eine gute Stimme haben, die aber kein Interesse am Singen haben. Die sind dafür gut in anderen Dingen.

Mein jüngster Sohn hat einen grünen Daumen. Er pflanzt wie verrückt alles Mögliche an. Er arbeitet in einer Arzneiausgabe in Arizona. Und er liebt es mit den Pflanzen zu reden. Und wenn es Zeit ist, nach Hause zu gehen, dann sagt er, er habe noch nicht mit jeder Pflanze gesprochen (lacht). Aber er ist sehr gut darin und er liebt es.

Meine Kinder sind alle in irgendwas richtig gut und das ist super.

Gibt es etwas, das Du wirklich hasst?

A.K.: Leber (lacht).

Dein größter Wunsch oder Traum für Dich selbst?

A.K.: Ich würde gerne genug Geld verdienen, damit ich meiner Familie ein angenehmes Leben bieten kann; für den Rest ihres Lebens. Wenn das nicht passiert, ist das in Ordnung. Ich möchte aber auch nicht, dass sie superreich sind. Dass sie zum Beispiel jeden Tag eine Ferrari kaufen oder so (lacht). Ich möchte, dass sie ein angenehmes Leben ohne viele Sorgen haben. Das ist mein großer Traum derzeit.

Dein größter Wunsch für die Welt?

A.K.: Dass die Leute miteinander klarkommen. Ich wünsche mir, dass die Leute sich weniger über dumme Kleinigkeiten aufregen.

Leben und leben lassen. Es macht mich wütend, dass es Religionen gibt, die behaupten, dass alle anderen Unrecht haben und sterben sollen. Sowas macht mich wirklich wütend. Viele Leute in der Welt lassen sich einfach runtermachen. Dabei sollten sich die anderen einfach beruhigen.

Ich behaupte nicht, alle Probleme dieser Welt zu kennen oder zu wissen, wie man sie löst, aber mit ein bisschen mehr Menschenverstand wäre alles besser. Wenn also jeder nur ein bisschen mehr Menschenverstand hätte, wäre das toll.

Auf Metalogy.de schreiben wir nicht nur über Metal/Rock als Musik, sondern auch über den Lebensstil der Metalheads oder Metaller. Was bedeutet Metal für Dich?

A.K.: Die Bedeutung von Heavy Metal hat sich über die Jahre für mich verändert. Früher hat es für mich bedeutet, meine Aggressionen loswerden zu können. Die ganzen furchtbaren Sachen, die du tagsüber erlebt hast, konntest du abends bei der Show komplett rausschreien.

Aber letztendlich habe ich über die Jahre gelernt, dass im Heavy Metal die Fans, die Bands, die Promoter und jeder, der in der Heavy Metal Industrie steckt, dass alle zusammen wie eine große Familie sind. Und, dass es egal ist, ob du hässlich, dürr, fett oder schön, jung oder alt bist. Das ist vollkommen egal. Du kannst Teil der Heavy Metal Familie sein und wirklich jeder wird akzeptiert. Das ist das Schöne daran. Und ich beobachte das wirklich sehr häufig – vor allem auf Festivals.

Du siehst Leute im Rollstuhl, die von sechs Leuten, die sie gar nicht kennen, über den Matsch getragen werden. Wenn ich sowas sehe, wird mir ganz warm ums Herz. Das ist auch sehr inspirierend fürs Songwriting. Das ist der Grund weshalb ich heutzutage diese ganze Heavy Metal Szene liebe. Es gibt nicht besonders viele Musik-Genres, wo du so etwas erlebst.

Gibt es etwas, das Du Euren Fans sagen möchtest?

A.K.: Also unsere Fans sind ganz besondere Leute. Und, ich werde deshalb auch nicht so bald aufhören mit dem, was ich tue. Ich werde erst aufhören, wenn ich nicht mehr singen kann. Das mache ich für unsere Fans und nicht für mich. Wenn es nach mir ginge, würde ich im Bett liegen und Netflix schauen (lacht). Das wäre das was ich für MICH tun würde, zusammen mit dem Hund und den Spaghetti (lacht). Aber stattdessen werde ich weiter Alben aufnehmen und auf Tour gehen. Das mache ich für die Fans. Die Fans haben über die Jahre hinweg viel für mich getan. Sie haben mich am Laufen gehalten und jetzt werde ich sie am Laufen halten – so lange ich kann. Und ich möchte, dass all unsere Fans das wissen. So lange die Fans wollen, dass ich neue Alben mache, werde ich neue Alben machen.

Was würdest Du gerne der Welt sagen?

A.K.: Beruhigt Euch. Raucht einen Joint und entspannt Euch. Es ist Euer Leben, genießt es. Schätzt jeden Augenblick daran. Es gibt keinen Grund wütend zu sein. Es gibt keinen Grund für Hass. Entspannt euch und genießt ein bisschen das Leben. Es ist zu kurz für schlechte Gefühle oder dafür, jemanden zu hassen. Das Leben ist viel zu kurz und es endet viel zu schnell.

Mein Vater erzählt mir das jedes Mal und er wird 91 dieses Jahr. Wenn ich bei ihm vorbeischaue, liegt er unter dem Auto und macht einen Ölwechsel. Ich kann das kaum glauben. Aber er will dafür nicht bezahlen, also macht er es lieber selber. Er sagt mir das jedes Mal und es ist sein Schlüssel für ein Leben von 91 Jahren: Sei entspannt. Lass die anderen einfach in Ruhe und ihr eigenes Ding machen.

Viele Leute, besonders in den USA, beschweren sich über den letzten Scheiß. Ich wundere mich: Bei allem, was in der Welt passiert, regen die sich über so kleine Dinge auf? Entspannt euch. Beschwert euch über wichtige Sachen, so dass es den Menschen hilft. Das ist auch meine Denkweise. Wenn dich etwas stört, soll es dir egal sein, solange es dich nicht umbringt. Heutzutage wird viel zu viel genörgelt. Das Leben ist zu kurz dafür.

Vielen Dank für das nette und entspannte Interview.

A.K.: Vielen Dank an euch.

Hier der erste und der zweite Teil:

Interview mit A.K., Sänger und Frontman von FLOTSAM AND JETSAM – Teil 1
http://metalogy.de/interview-mit-a-k-saenger-und-frontman-von-flotsam-and-jetsam-teil-1/

Interview mit A.K., Sänger und Frontman von FLOTSAM AND JETSAM – Teil 2
http://metalogy.de/interview-mit-a-k-saenger-und-frontman-von-flotsam-and-jetsam-teil-2/

Und hier die Fotostrecke zum Gig:

FOTOSTRECKE: OVERKILL, DESTRUCTION, FLOTSAM & JETSAM und CHRONOSPHERE in der Batschkapp Frankfurt

Und hier der Review zum neuen Album:

Review: FLOTSAM AND JETSAM – THE END OF CHAOS

 

 

 

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Lydia Dr. Polwin-Plass

Promovierte Journalistin und Texterin, spezialisiert auf die Themen Kultur, Wirtschaft, Marketing, Vertrieb, Bildung, Karriere, Arbeitsmarkt, Naturheilkunde und Alternativmedizin. Mehr über Dr. Lydia Polwin-Plass auf ihrer Website: http://www.text-und-journalismus.de