Interview: METALOGY im Gespräch mit JENS JOHANSSON von STRATOVARIUS, Teil 3 Interview: METALOGY im Gespräch mit JENS JOHANSSON von STRATOVARIUS, Teil 3
Zum Start der „A Nordic Symphony“-Tour unterhielten sich Lydia und Michael von METALOGY vor dem Gig in der Batschkapp/Frankfurt mit STRATOVARIUS Keyboard-Legende JENS JOHANSSON.... Interview: METALOGY im Gespräch mit JENS JOHANSSON von STRATOVARIUS, Teil 3

Zum Start der „A Nordic Symphony“-Tour unterhielten sich Lydia und Michael von METALOGY vor dem Gig in der Batschkapp/Frankfurt mit STRATOVARIUS Keyboard-Legende JENS JOHANSSON. Dabei sprach er unter anderem über die neue STRATOVARIUS-Scheibe „Enigma“, die Metalszene, seine Zeit mit YNGWIE MALMSTEEN und sein Schlafdefizit zu Tourbeginn. Lest hier den dritten und letzten Teil der dreiteiligen Serie.

Lebst Du in Helsinki?

Jens: Nein, ich lebe ich Schweden.

Hast Du einen zweiten Wohnsitz, wo Du zum Beispiel im Winter lebst?

Jens: Nein.

Wenn Du an die heutige schwedische Metalszene denkst, gibt es da neue Bands, die Du besonders gut findest?

Jens: Ich finde Meshuggah gut. Ich denke, die sind eine richtig gute Band. Aber die sind nicht wirklich neu. Ich glaube, die sind schon seit 25 Jahren dabei. Aber sie sind neuer als Stratovarius. Arch Enemy sind auch klasse.

Es gibt viele Newcomer. Glaubst Du, dass die Metalszene bestehen bleibt?

Jens: Sicher. Ich hoffe das.

Hast Du einen Ratschlag für neue Musiker und Bands?

Jens: Es ist hart. Das Musikgeschäft. Heutzutage weiß niemand mehr so richtig, was zu tun ist. Touren ist etwas schwierig.  Ich denke, einfach immer weiter spielen. Einfach dran bleiben. Wenn du denkst, du wirst das große Geld machen, wirst du sehr enttäuscht sein. Die meisten Leute machen überhaupt kein Geld damit.

Wann war für Dich der Zeitpunkt, wo Du gemerkt hast, dass Du von der Musik leben kannst?

Jens: Sehr früh. Ich hatte da wirklich Glück. Manche Leute haben halt Glück. Ich habe für Yngwie gespielt als er gerade richtig durchgestartet ist. Ich habe mit ihm angefangen, als es noch unbekannt war. Dann ging er in die USA und wurde ein Superstar. Und er bat mich, dass ich für die Aufnahmen auch rüberkomme.

Hast Du einen Lieblings-Stratovarius-Song?

Jens: Ich weiß nicht. Nicht wirklich. Vielleicht Songs, die den Leuten richtig Spaß machen, wie „Hunting High And Low“. Ein Song, den ich auch sehr gerne spiele, ist „The Lost Saga“ vom letzten Album. Ein sehr langer Song, den wir auch schon live gespielt haben. Leider werden wir ihn heute nicht spielen, aber ich schaue immer, dass wir ihn nach Möglichkeit spielen. Wenn du ein alter Stratovarius-Fan bist und nur die Songs aus den 90ern kennst, dann denkst du, dass der Song ein guter alter Song ist, du ihn aber einfach nicht erkennst. Es hat richtig Spaß gemacht, den Song live zu spielen. Er ist richtig lang und episch.

Was für Musik hörst Du privat?

Jens: Alles Mögliche, außer Reggae.

Hast Du eine Lieblingsband?

Jens: Ja. Bob Marley. (Lacht) Ich höre gerne sowas wie Pseudo Jazz. Oder amerikanische Sachen, wie Fusion Jazz. Allan Holdsworth oder Frank Zappa.

Hast Du spezielle Erwartungen an die Tour, die Ihr heute startet?

Jens: Ich weiß nicht. Wir werden sehen. Wir wissen nicht, welches Publikum da sein wird. Vielleicht sind ja alles Tarja-Fans, die mit unserer Musik noch nie Kontakt hatten. Oder ist es ein guter Mix von 50:50 oder ist es 80:20 Stratovarius-Fans, was ich nicht glaube. Wir werden ja sehen, wie unsere Sachen bei den Leuten ankommen.

Tarjas Art von Metal ist eher künstlerisch und kultiviert. Wir sind eher eine Pop-Metal-Band. Sie hat eher künstlerische Elemente mit etwas opernhaftem und elegantem. Ihre Sachen gehen etwas in Richtung Gothic. Elegante Gothic-Fans, finden unseren Metal vielleicht eher abschreckend (lacht). Wir werden sehen, ob die Richtungen wirklich zusammenpassen. Ich denke aber, dass alles passt, weil Tarja auch eine harte Metal-Seite hat und wir auch eine künstlerische Seite. Es kann auch sein, dass wir unsere Set-Liste anpassen, wenn wir gesehen haben, was ankommt und was nicht.

Werdet Ihr heute neue Songs spielen?

Jens: Ja. Vom Intermission II-Album (Enigma). Wir werden einen neuen Song spielen – „Oblivion“.

Wir haben gehört, dass Tarja erkältet ist?

Jens: Ja. Sie hat wohl einen grippalen Infekt, aber beim Soundcheck hat sie sich großartig angehört. Ich hoffe, dass es ihr bald besser geht. Sie hat das wohl schon seit einer Woche und normalerweise wird es dann ja mit der Zeit besser. Das setzt sie aber natürlich enorm unter Druck.

Stratovarius und Tarja sind Co-Headliner. Spielt Ihr zuerst und dann Tarja? Und wechselt ihr von Show zu Show?

Jens: Wir spielen zuerst und ich glaube, dass das auch so beibehalten wird.

Kennst Du die Vorband?

Jens: Ja. Das sind Serpentyne. Ich habe sie noch nicht gesehen und ich glaube, wir verpassen sie gerade durch das Interview. (Anmerkung: Was zum Glück nicht der Fall war.)

Wir haben da ein paar persönliche Standardfragen, die wir Dir gerne stellen möchten. Ist das in Ordnung?

Jens: Ja. Gerne.

Welches ist Dein Lieblingstier?

Jens: Mein Favorit ist sicherlich die Katze, wenn es um Haustiere geht. Es ist einfach mit denen klar zu kommen. Ich mag aber auch Hunde. Aber Katzen sind klasse.

Dein Lieblingsfilm?

Jens: Einer meiner Lieblingsfilme ist „Clockwork Orange“.

Wenn Du auf eine einsame Insel genau eine CD mitnehmen dürftest, welche wäre das?

Jens: Sicherlich Deep Purple „Made in Japan“.

Dein Lieblingsessen?

Jens: Scharfes Essen aller Art. Vor allem Asiatisch.

Deine Hobbies, außer Musik?

Jens: Habe ich eigentlich nicht. Bücher lesen.

Dein liebstes Reiseziel?

Jens: Zuhause. Ich reise nicht gerne. Ich hasse Reisen. Ich bin gerne zu Hause. Also nach Hause reisen (Lacht).

Gibt es etwas, das Du gar nicht beherrschst? Worin Du zwei linke Hände hast?

Jens: Vieles. Zum Beispiel Fußball. Da bin ich richtig schlecht drin.

JENS JOHANSSON_Stratovarius_Batschkapp @ Lydia Polwin-Plass

Deine größte Sorge oder Angst?

Jens: Klimawandel. Ich denke,  jeder sollte sich Sorgen darum machen. Das ist ein wichtiger Punkt. Jeder sollte darauf achten. Und für mich selber: Die Zukunft. (grinst)

Was verabscheut Ihr am meisten?

Jens: Reggae. Ich mag keine Reggae-Musik.

Dein größter Wunsch oder Traum für Dich selbst?

Jens: Ich weiß nicht. Ein langes, glückliches Leben zu leben.

Dein größter Wunsch für die Welt?

Jens: Dass Kriege und Krankheiten aufhören.

Gibt es etwas, das Du unseren Metalogy-Lesern und Euren Fans sagen möchtest?

Jens: Jetzt gerade möchte ich ihnen sagen, dass ich froh bin, wenn die Show heute vorbei ist, damit ich endlich schlafen gehen kann. Ich habe letzte Nacht nur drei Stunden geschlafen. Nach der Show gehe ich direkt schlafen. Ich musste sehr früh aufstehen und mein Wecker ging um 4.15 Uhr an. Finnische Zeit.

Hast Du die anderen Bandmitglieder heute schon getroffen?

Jens: Wir haben uns vorher kurz getroffen. Aber ich habe noch nicht richtig mit jedem gesprochen. Aber wir haben ja vorher zusammen geprobt. Es ist also nicht so, dass wir uns erst auf der Bühne alle wiedersehen. (lacht). Wir haben uns letzten Freitag schon in Helsinki getroffen und geprobt. Wir sind dann heute Morgen von Helsinki hier her geflogen.

Was würdest Du gerne der Welt sagen?

Jens: Don´t worry, be happy. Nein, das klingt dumm. Habt eine gute Zeit – jederzeit. Nein, das klingt auch nicht gut. Ich weiß nicht, ob ich der Welt etwas zu sagen habe (Lacht)….

Vielen Dank für das Interview.

Lest morgen auf METALOGY Teil 3 des dreiteiligen Interviews.

Interview: Michael Glaeser und Lydia Polwin-Plass

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Lydia Dr. Polwin-Plass

Promovierte Journalistin und Texterin, spezialisiert auf die Themen Kultur, Wirtschaft, Marketing, Vertrieb, Bildung, Karriere, Arbeitsmarkt, Naturheilkunde und Alternativmedizin. Mehr über Dr. Lydia Polwin-Plass auf ihrer Website: http://www.text-und-journalismus.de