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Exklusiv Interview mit den Wacken Firefighters – Teil 1 Exklusiv Interview mit den Wacken Firefighters – Teil 1
Lydia und Michael von Metalogy haben vor einigen Tagen ein langes Gespräch mit Ann-Kathrin und Stephan von den W:O:A Firefighters  geführt. Die beiden haben... Exklusiv Interview mit den Wacken Firefighters – Teil 1

Lydia und Michael von Metalogy haben vor einigen Tagen ein langes Gespräch mit Ann-Kathrin und Stephan von den W:O:A Firefighters  geführt. Die beiden haben uns unter anderem von den Anfängen der Firefighters auf dem W:O:A erzählt, dem Gefühl vor den Metalheads aufzutreten, der Hilfsbereitschaft der Metalfans und vielem mehr.

Hallo Ann-Kathrin, hallo Stefan. Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit nehmt.

Nicht jeder kennt die Musiker hinter den W:O:A Firefighters so genau. Möchtet ihr euch kurz persönlich vorstellen?

Ann-Kathrin: Also, ich bin die Chefin. Die Organisatorin von dem ganzen Haufen. 🙂 Ich bin die Musikzugführerin. Ich spiele Euphonium. Und ich bin seit 2011 schon dabei.

Hast du seit 2011 auch direkt auf dem W:O:A mitgespielt oder erstmal nur im Musikkorps?

Ann-Kathrin: Ich habe erstmal ein Jahr so mitgespielt. Ich konnte das Instrument vorher schon spielen. Danach kommt man dann automatisch mit zum W:O:A.

Für die, die sich mit Blasinstrumenten nicht so auskennen: Was ist ein Euphonium?

Ann-Kathrin: Das musst du wohl mal googeln. (lacht) Also, das sieht aus wie eine ganz kleine Tuba. „Tiefes Blech“ sagt man auch dazu. Davor habe ich ein Tenorhorn gespielt, was eigentlich die gleiche Melodie bzw. die gleiche Tonlage hat. Aber vom Aufbau des Instruments her ist das ein Euphonium.

Was ist dein persönlicher Musikgeschmack?

Ann-Kathrin: Querbeet. Von Blasmusik über Märsche zu Schlager. Ich bin da nicht festgelegt. Ich höre alles. Es muss halt nur passen gerade.

Heavy Metal normalerweise nicht?

Ann-Kathrin: Nicht so sehr. Wenn W:O:A ist, geht man da natürlich mal hin und hört sich zum Beispiel Hämatom an. Obwohl ich auf dem W:O:A eine bin, die eher im Biergarten bleibt. Da ist ja normalweise eine etwas andere Musik. Obwohl es da auch schon ziemlich laut ist.

Hast du eine musikalische Ausbildung?

Ann-Kathrin: Nein. Ich habe damals mit Tenorhorn angefangen. Da war ich 9. Dann habe ich zwischendurch mal auf die Klarinette gewechselt. Als ich dann nach Wacken gekommen bin, brauchten sie wieder die Tenorhornstimme. Da bin ich dann wieder auf Tenorhorn umgestiegen. Und da bin ich jetzt. Eine spezielle musikalische Ausbildung oder ein Musikstudium habe ich nicht. Ich bin Freizeitmusiker und Amateur.

Stefan, möchtest du dich auch kurz vorstellen?

Stefan: Ja, mein Name ist Stefan Bumann. Und ich bin seit 2013 bei den W:O:A Firefighters. Das war damals mehr oder weniger ein Zufall, weil jemand mal sagte, ich solle da mal mit hinkommen, denn das sei ein lustiger Haufen. Und dann war ich, wie der Teufel es so wollte, zwei Wochen vor dem W:O:A mal dort. Ich habe dann nur eine Probe mitgemacht und dann hat der damalige Musikzugführer gesagt, ich solle auf dem W:O:A mitspielen. Das gab intern dann einige Diskussionen, weil eigentlich gesagt wurde, dass Neueinsteiger nur für ein W:O:A nicht direkt mitspielen sollten. Der Musikzugführer wollte mich aber unbedingt dabeihaben. Ich wusste aber auch gar nicht, was da so dahinter steckte.

Meine musikalische Ausbildung habe ich auch mit 9 Jahren mit dem Trompetespielen begonnen. Ich spiele Trompete und Flügelhorn. Ich habe auch keine professionelle Ausbildung, sondern eher eine semi-professionelle. Ich habe sehr viele professionelle Lehrer gehabt, wie den 1. Trompeter der NDR-Bigband Lennart Axelsson oder Bob Lanese, Trompeter bei James Last. Aktuell nehme ich unter anderem auch Unterricht bei Rüdiger Baldauf, der bei TV TOTAL gespielt hat oder Christoph Moschberger, der mit den Egerländer Musikanten unterwegs ist. Ich bilde mich da also immer noch sehr, sehr viel weiter. Und seit 2014 bin ich die Gallions-Figur vorne beim Musikzug. Damals war der Dirigent krank geworden und da ich da schon mal einen Satz Proben gemacht hatte, wurde ich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte die musikalische Leitung zu übernehmen. Seitdem hänge ich da drin. Aber das macht total Spaß.

Was ist dein persönlicher Musikgeschmack?

Stefan: Mein Musikgeschmack ist sehr mainstreammäßig, aber auch im Bigband- oder Jazz-Bereich. Für Improvisationen interessiere ich mich sehr. Im Grunde genommen mag ich aber auch alles, wo mein Instrument drin vorkommt. Das ist zum Beispiel im Ska-Bereich. Es gibt natürlich auch im Heavy Metal Bands, bei denen mal eine Trompete vorkommt. Gerade letztens habe ich als Gastmusiker bei der Band Koma aus Russland mitgespielt. Bei denen war ich beim Metalbattle als Gastmusiker dabei. Das war auch eine ganz tolle Erfahrung. Insofern ist mein Musikgeschmack ganz breit gefächert. Auch Klassik interessiert mich, aber mehr vom musikalischen Bereich her. Das ist sehr interessante Musik, auch wenn ich sie nicht so viel höre. Letztendlich sind alle auf demselben Schema aufgebaut, egal ob es Rap, Pop oder Heavy Metal isr. Alle haben irgendwie mit Harmonien zu tun. Und alles vereinigt sich dann wieder in der Musik. Das ist eigentlich eine ganz coole Erfahrung.

Könnt Ihr uns etwas über die Aktivitäten des Musikkorps auf dem W:O:A und die Entstehung der W:O:A Firefighters erzählen?

Ann-Kathrin: Von denen, die von Anfang an im Musikzug waren, sind nicht mehr viele dabei. Es sind viele leider schon verstorben. Das, was wir so mitbekommen haben ist, dass es eine Laune von Holger (Hübner) und Thomas (Jensen) war. Es wäre doch ein Gag, wenn der Musikzug mal auf dem W:O:A spielen würde. Die haben damals auch nicht auf einer Bühne gespielt, sondern auf einer Koppel auf Stühlen gesessen. Wir haben gehört, dass die damals erst ein sehr unangenehmes Gefühl hatten. „Was werden denn die Metaller denken, wenn wir da mit unserer Truppe kommen. Wir kriegen ein Problem.“ Die hatten schon richtig Muffensausen.

Sie waren dann aber so begeistert, wie sie aufgenommen wurden. Sie haben erzählt, dass sie auf einem Haufen saßen und die Metalheads um sie herum Polonaise tanzten. Sie wurden da mit Bier versorgt und allem Möglichen. Das soll also wohl richtig gut angekommen sein, so dass die Veranstalter gesagt haben, dass sie es nächstes Jahr wieder machen würden. Und so wurde das immer mehr und immer mehr und irgendwann wurde das zum Kult. Dann kam irgendwann der Name „Wacken Firefighters“ dazu. Und irgendwann hieß es, dass wir die inoffizielle Eröffnung machen, wo die Leute dann stehen und warten und uns mit „Wacken, Wacken, Feuerwehr“ anfeuern.

Früher war es dann auch so, dass wir noch mit unseren Köfferchen durch den Biergarten durch gegangen sind. Das war aber auch nur bei meinem ersten Mal und dann nicht mehr. Damals hatten wir auch noch unsere Feuerwehruniformen angehabt. Und als wir am Biergarten ankamen und uns die Ersten gesehen haben, sind dann zwei, drei Metalheads vor uns gegangen und haben uns den Weg freigemacht. Und als wir durch die Menge gegangen sind, wurden wir von allen Seiten angetatscht und alle freuten sich, dass wir da waren.

Einige schrien: „Die Firefighters sind da.“ Und es öffnete sich die Menge und wir gingen zur Bühne. Da hat man echt Gänsehaut. Eine Freundin von mir, die auch mitspielt, sagt: „Ich habe jedes Mal Pipi in den Augen.“ Es ist wirklich so. Die Metalheads freuen sich, dass wir kommen. Aber nachher wurde der Einmarsch aus Sicherheitsgründen nicht mehr gemacht. Dann mussten wir damals von hinten an die Bühne heran gehen. Mittlerweile werden wir mit dem Bus von hinten an die Bühne herangefahren.

Stefan: Als ich das erste Mal dabei gewesen bin – da hat der Arno noch vorne gestanden und das Ganze anmoderiert und die Leute angeheizt – da hatten sie irgendwie vergessen uns die Stühle auf die Bühne zu stellen. Da hat Arno gesagt, dass, wenn wir nicht sitzen können, dann können wir auch nicht spielen. Wenn die sich nichts einfallen lassen würden, würde auch kein Ton losgehen.

Da sind von den Metalheads innerhalb von 2 Minuten alle Sitzgarnituren aus dem Biergarten über die Köpfe hinweg nach vorne worden. So konnten wir dann sitzen und spielen. Das war so genial. Das habe ich so in dieser Form das erste Mal miterlebt. Das war irre. Da hat man einfach gemerkt, dass da Leute sind, die unbedingt wollen, dass wir spielen. Da wollte jeder, dass die Bänke schnell nach vorne kommen, damit die Firefighters anfangen können zu spielen und Party machen.

Ich habe nachher einmal den Fehler gemacht, zu fragen, ob denn alle was zu trinken haben. Da gingen alle Arme hoch. „Ja, haben wir.“ Dann habe ich gesagt: „Aber irgendwie ist es bei mir hier oben so staubig. Ich habe irgendwie nichts zu trinken.“ Und dann kamen von ganz vorne jede Menge Bierbecher. Soviel wollte ich dann eigentlich auch nicht trinken. Ein Becher würde mir reichen. Da wurde mir wirklich alles Mögliche nach vorne gereicht. Die Bereitschaft von den Leuten ist einfach irre. Das macht einfach Spaß.

Hattet Ihr eigentlich schon mit Metalheads Kontakt gehabt, bevor ihr mit den Firefighters dort gespielt habt?   

Ann-Kathrin: Ich sage es mal so, bevor ich da gespielt habe, war ich gar nicht auf dem Gelände. Ich wüsste auch nicht, dass sich da irgendjemand von uns Karten gekauft hat. Ich wohne seit 1996 in Gribbohm. Das ist das Dorf gleich nebenan, wo das eigentliche W:O:A stattfindet. Daher müsste es eigentlich Gribbohmer Open Air oder G:O:A heißen, aber egal (lacht). Als Dörfler waren wir dann halt auf dem Festival. Kontakt hatte ich dann natürlich als Dorfmensch, weil ich da wohne. Aber mit der Musik oder irgendwie ein bisschen mehr mit den Metalheads hatte ich eigentlich keinen Kontakt. Aber der Kontakt kam natürlich dann bei mir durch das Spielen dort ab 2011.

Seid ihr bei der Feuerwehr eigentlich selber auch aktiv wenn es brennt?

Ann-Kathrin: Ich selber nicht.

Stefan: Ich bin Mitglied in der Feuerwehr Gribbohm. Nebenbei bin ich auch noch in der technischen Einsatzleitung des Kreises Steinburg. Da bin ich als S1 tätig und bekomme bei Großschadensklagen meine Alarmierung. Da muss ich dann hin und die Einsatzabwicklung mit machen. Ich war früher mal stellvertretender Gemeindewehrführer hier in Bordesholm, wo ich derzeit auch noch (zumindest während der Woche) wohne. Ich habe dementsprechend alle möglichen Ausbildungen, wie Führung von Verbänden oder Leiten einer Wehr, was ich sehr gut in den Bereich Technische Einsatzleistung einbringen kann. Aber in der Feuerwehr Gribbohm bin ich ganz einfacher Löschknecht, wie alle anderen. Da habe ich nichts zu sagen, auch wenn mein Dienstgrad lustigerweise ein Grad über meinem Wehrführer liegt. Das sieht optisch immer ein bisschen komisch aus, aber ich habe da nichts zu sagen. Da habe ich die Gelegenheit als echter Löschknecht mal wieder mit dabei zu sein. Und auch bei den W:O:A-Diensten mache ich durchaus mal eine Nachtschicht in der Einsatzleitung zum Beispiel vom Gelände oder bestreife auch gerne mit einer Gruppe mal das Gelände in einem Feuerfahrzeug. Das mache ich durchaus auch.

Ann-Kathrin: Wenn man aber mal schaut, wer alles bei uns im Musikzug wirklich Feuerwehrleute sind, dann sind das wirklich die wenigsten. Wir sind halt eine Untergruppierung der Feuerwehr und wir nennen uns „Klangkörperverstärker“. Das heißt tatsächlich so. Aber nur wenige von uns sind noch aktiv, dann aber nicht in Wacken, sondern zum Beispiel in Itzehoe oder Gribbohm. Dann haben wir noch ein paar Ältere, die Ehrenmitglieder der Feuerwehr sind.

Stefan: Aktive Mitglieder haben wir gerade eigentlich nur zwei. Das sind Jörg und ich. Die anderen sind aus dem aktiven Dienst ausgeschieden.

Welche Erfahrungen hast du gemacht bei deinen Streifen auf dem W:O:A?    

Stefan: Auch total genial. Da ist zwar ein bisschen was zu tun, aber die Leute sind ziemlich vorsichtig, muss man ehrlich sagen. Klar kann es mal passieren, dass da mal ein Zelt abbrennt oder ein Grill Feuer fängt oder etwas anderes da passiert. Sowas kann natürlich passieren. Man hofft natürlich, dass das nie passiert. Und was wir auch festgestellt haben, ist, dass die Hilfsbereitschaft unter den Leuten ganz, ganz groß ist.

Einmal hat ein PKW gebrannt. Den haben wir dann gelöscht und diejenigen, denen das Auto gehört, waren nicht vor Ort. Die waren schon auf dem Festivalgelände. Deren Hab und Gut, wie die Zelte, war mehr oder weniger zum Teil aus dem Fahrzeug gerettet worden. Die Leute drum herum haben sich dann aber direkt bereit erklärt, die Geschädigten in ihren Zelten unterzubringen. Uns wurde gesagt, wir sollen uns da mal keine Gedanken machen. Und das hat auch richtig gut geklappt. Die haben echt Hilfe bekommen.

Oder eine andere Geschichte: Mitten in der Nacht, so gegen 2 Uhr geht einer mit einer Taschenlampe über den Platz. Der sagte, er habe sein Handy verloren. Da haben wir oben vom Fahrzeug aus den großen Suchscheinwerfer angemacht. Da kamen andere an und fragten was denn los sei. Plötzlich suchen 20 – 30 Leute dieses Handy, bis dann einer sagte: Ich habe es gefunden. Dann hat der junge Mann sein Handy wiederbekommen und alles war gut. Das war einfach genial.

Wieviele Leute sind überhaupt bei Euch im Musikzug? Und wieviele davon kommen davon aus Wacken selber?

Ann-Kathrin: Aus Wacken selber kommen genau zwei. Jürgen und Stefan (ein anderer Stefan). Dann bin ich mit Gribbohm die Nächste. Dann kommt Holstenniendorf und der Rest kommt aus ganz Schlewig-Holstein. Dann kommen welche aus Itzehoe, aber auch aus Hamburg, Heiligenhafen, Bad Oldesloe und Kiel.

Stefan: Das ist schon eine ganze Ecke an Kilometern, die da jedes Jahr zusammengefahren werden, wenn man sich dann mal zu einer Probe trifft.

Wie oft wird geprobt und wie sieht es in der aktuellen Corona-Lage aus?

Ann-Kathrin: Wir proben normalerweise einmal pro Woche. Jeden Mittwoch von 19.30 – 21.30 Uhr. Davor probt der Nachwuchs eine Dreiviertelstunde bis Stunde. Ein, zwei Tage vorm W:O:A treffen wir uns auch meistens, proben nochmal und spielen nochmal spezielle Sachen durch. Aber normalerweise treffen wir uns eigentlich nur einmal pro Woche. Sonst wäre es auch zu viel. Wie gesagt kommen die Leute aus ganz Schleswig-Holstein. Da kann man nicht zwei, drei Mal pro Woche nach Wacken kommen. Das geht einfach nicht. Ansonsten sind wir 56 Leute. Auf die Bühne dürfen wir mit 43 Leuten drauf. Mehr Platz ist da einfach nicht auf der Bühne.

Gibt es auch Konkurrenz oder Leute, denen es auch mal zu viel wird?

Ann-Kathrin: Eigentlich bringt das allen Spaß. Es gibt zwar manchmal jemanden von den Älteren, der fragt, ob er denn wirklich wieder mitspielen muss oder, ob er nicht mal aussetzen kann. Es ist natürlich auch anstrengend, wenn man da dreimal in der Woche hinmuss. Man muss sich ja extra Urlaub nehmen. Wenn wir halt am Mittwoch um 19 Uhr spielen, müssen wir mindestens drei Stunden vorher da sein, inklusive Reinfahren, Aufbauen, Rausfahren. Da sind es hauptsächlich die Älteren, die dann sagen, dass sie gerne mal ein Jahr aussetzen würden. Das ist dann aber auch kein Thema. Ansonsten finden das alle toll. Trotz all der Gegensätze fühlt man sich ja wohl da. Man fühlt, dass die Metalheads respektieren, was wir da spielen. Die fordern ja auch regelrecht Stücke, die sie hören wollen. So bringt das Ganze auch Spaß.

Wie wählt ihr die Stücke aus? Bestimmt ihr das selber oder geht ihr da nach den Wünschen der Metalheads vor?

Ann-Kathrin: Eigentlich bestimmt das Stefan und sein Stellvertreter Torben. Die setzen sich zusammen und überlegen, welche Stücke gut ankommen würden. Es wiederholen sich da natürlich auch viele, weil die Fans das einfach hören wollen. Es gibt aber auch Anfragen über Facebook. So wollte mal jemand ein nicht ganz so metal-typisches Lied hören, nämlich eine Polka, den Böhmischen Traum. Da wundert man sich erstmal. Das sind aber meistens Leute, die selber in irgendwelchen Musikzügen spielen.

Auf dem W:O:A sind ja nicht nur Metalheads, die nur Heavy Metal hören, auch anderes. Man merkt das auch, wenn im Fernsehen bei Interviews Metalheads gefragt werden, warum sie die Wacken Firefighters mögen und was sie mit so einem Musikzug verbindet. Dann kommen Antworten, wie, dass sie selber in einem Musikzug Schlagzeug spielen. Da sind viele, die unsere Musik selber machen und die wissen, welche Lieder man spielen kann. Und so kam dann auch mal die Anfrage nach dem Böhmischen Traum. Es wurden sogar mal Schilder hochgehalten: Wir wünschen uns den Böhmischen Traum. Da gehen wir dann natürlich gerne drauf ein. Ansonsten überlegen sich Stefan und Torben, welche Lieder wir einstudieren könnten und was gut ankommen würde. Einmal im Jahr machen wir auch ein Probenwochenende in der Jugendherberge in Heide. Da werden dann jedes Jahr zwei neue Stücke für das W:O:A einstudiert, die die beiden ausgesucht haben. Und bis jetzt ist noch nichts negativ angekommen. Es war eigentlich immer positiv, was die beiden sich ausgesucht haben.

Stefan: Da haben wir wirklich Glück gehabt. Aber die Geschichte mit dem Böhmischen Traum war wirklich bezeichnend. Die haben uns dann auch wirklich über Facebook angeschrieben, ob wir nicht mal den Böhmischen Traum spielen könnten. Und der Böhmische Traum ist wirklich so eine Volksmusik-Polka, wo man erst denkt, dass das nicht deren Ernst sein kann. Ich wollte das eigentlich erst einmal abhaken. Aber wir hatten das Stück sowieso im Programm gehabt, es war nur an für sich nicht für das W:O:A vorgesehen gewesen. Dann kam aber aus dem Publikum immer wieder die Rufe nach dem Böhmischen Traum. Dann habe ich nach hinten gefragt, ob jeder die Noten mithat und zum Glück war das so. Und so haben wir dann den Böhmischen Traum gespielt.

Wir haben sogar angefangen, das Ganze ein bisschen zu verschärfen. Ich habe unserem Schlagzeuger gesagt, dass wir beim letzten Durchlauf das Tempo dann mal anziehen wollen. Der hat dann eine ordentliche Double-Bass reingehauen. So eine Art von Böhmischen Traum spielt, möchte ich mal behaupten, keiner. Wir haben da selber etwas kreiert, was da aber auch richtig passt. Andere mögen dann sagen, dass wir die Polka viel zu schnell gespielt haben und was denn die Double-Bass dahinter soll. Ich sage dann: Leute ihr habt keine Ahnung. Das ist das, was die Metalheads gerne haben wollen. Nach dem Motto: Wir können schick spielen, wir können aber auch verrückt sein. Dieses Verrücktsein können wir wunderbar auf dem W:O:A ausleben. Wir werden aber auch von den Fans sehr, sehr gut getragen dabei.

Ist denn jeder Auftritt etwas Besonderes oder habt ihr da mittlerweile eine gewisse Routine?

Stefan: Die Routine spiegelt sich auf alle Fälle beim Aufbauen wider. Wir hatten es schonmal gehabt, dass sich der Stage-Manager geändert hat. Das war dann ein anderer und der kam dann bei Ann-Kathrin an und meinte erklären zu müssen, wie da alles funktioniert. Die Antwort war in etwa: „Du sagst hier gar nichts. Ich nehme das hier mal in die Hand und dann wirst du sehen, wie schnell das geht.“ Und dann war das gegessen. Beim nächsten Mal meinte er, dass er ja gar nichts mehr sagen brauche, weil wir ja wissen, wie es funktioniert. Die Aufbau-Routine ist also da. Wir haben auch die Routine, wenn wir da ankommen, die Instrumente fertig machen, auf die Bühne gehen, uns an den Zeitplan halten und nachher wieder von der Bühne gehen. Diese Routine ist mittlerweile da. Alles andere, was während des Auftritts auf der Bühne passiert, da lassen wir uns tragen. Wir gucken einfach, was passiert. Und bisher war das immer extremst positiv.

Gibt es also auch spontane Änderungen vom Programm auf der Bühne?

Stefan: Höchstens in der Reihenfolge. Die Stücke stehen schon so mehr oder weniger fest. Auch weil die anderen gesagt haben, dass sich nicht jedes Mal eine Mappe mit 200 Stücke mitnehmen wollen, wenn wir nur ein Bruchteil davon spielen. Die wollen also vorher schon wissen, welche Stücke gespielt werden. Ich schaue dann vorher, wie es mit der Stimmung aussieht und was wir vielleicht mal versuchen können. Ich habe dann immer ein paar Stücke in Reserve, falls wir mal zu früh fertig sein sollten. Das hat bisher aber immer ganz gut hingehauen.

Wie war für euch das Gefühl, das erste Mal auf dem W:O:A zu spielen?

Stefan: Für mich war das der absolute Wahnsinn. Ich hatte mit allem gerechnet, aber nicht mit dem, was da passiert ist, ganz ehrlich gesagt. Es war gigantisch. Ich hatte zur damaligen Zeit zwar vom W:O:A zwar gehört, aber, dass da die W:O:A Firefighters spielen, hatte ich noch gar nicht so mitgekriegt. Aber als ich das erste Mal auf der Bühne stand, da hatten wir vor der Bühne 5.000 bis 6.000 Leute, war das schon irre. Aber für mich ist eigentlich jedes Jahr total irre. Wir merken auch, dass es jedes Jahr immer mehr werden. Im letzten Jahr hat uns die Security erzählt, dass der Platz bis zu dem Banner vom Biergarten für 15.000 Leute ausgelegt ist und es bis dahin voll sei und noch darüber hinaus geht. Er schätzte, dass bei uns vor der Bühne vom Biergarten etwa 30.000 Leute standen, wobei in den Biergarten selber nur 15.000 Leute reinpassen. Selbst die ganzen Wege bei den Verkaufsständen waren zugestopft. Da kam niemand mehr durch, weil wir da über sie Leinwand zu sehen waren und gespielt haben. Da ging gar nichts mehr. Das ist total irre, wenn man bedenkt, dass das Blasmusik ist. Aber die Leute gehen einfach ab und das macht Spaß. Es gibt natürlich auch Leute, die mit dieser Musik nichts anfangen können. Genauso, wie andersherum Leute mit Heavy Metal nichts anfangen können. Wobei Heavy Metal ja unglaublich breit gefächert ist. So ähnlich wie Jazz. Als ich damals beim Metal Battle mitgespielt habe, waren Bands dabei, die waren für mich nur Gegröhle und Gedröhne. Und dann gibt es wiederum Metalbands, die so harmonisch und so klassisch spielen, wo man den Rhythmus mitkriegt und wo man die Texte verstehen kann. Das sind dann ganz, ganz tolle Musiker. Man kann das nicht über einen Kamm scheren. Es gibt halt viele, die mit Metal nichts anfangen könne, genauso wie Metalheads nichts unbedingt etwas mit Schlager anfangen können. Oder halt mit Blasmusik. Wobei der Großteil der Metalheads, die bei uns im Biergarten sind, dann sagen: Da müssen wir hin. Das ist Kult.

Ann-Kathrin: Wie gesagt gehörte ich ja damals noch zu denjenigen, die durch die Menge durchgegangen sind. Und, ja. Man hat Gänsehaut und es ist aufregend. Obwohl man eigentlich beruhigt war, weil unsere Älteren gesagt haben, dass die Metalheads tiefenentspannt sind und sich freuen, wenn wir kommen. Und das war auch tatsächlich so. Bei den Eindrücken, wie groß das alles ist und viele Menschen das sind, da hat man beim ersten Mal auf der Bühne schon zittrige Knie gehabt. Man hat sich schon gefragt, was passiert jetzt, kommt das alles an und ist das alles gut. Aber das ist, wie immer gesagt wird, eine große Familie und so fühlt man sich da auch. Man fühlt sich dort einfach gut aufgehoben. Mittlerweile ist man zwar immer noch ausgeregt, aber durch die ganze Routine ist man aber entspannter. Beim Aufbau gebe ich ja auch meistens die Anweisungen.

Habt ihr Holger (Hübner) und Thomas (Jensen) eigentlich vorher schon gekannt?

Ann-Kathrin: Also, ich kannte die beiden vorher nicht, aber einige, die hier im Bereich wohnen, kannten die beiden vor W:O:A-Zeiten schon. Die beiden kommen ja hier aus der Gegend. Die meisten Spieler sind leider verstorben, die halt Holger noch kennen, wie er auf dem Trekker gesessen hat und übe das Feld gefahren ist – nicht W:O:A-mäßig, sondern arbeitstechnisch – oder Thomas, wie er noch hinter dem Tresen gestanden hat. Ich kenne die beiden so leider überhaupt nicht. Ich habe sie damals durch den damaligen Musikzugführer kennengelernt, als ich zweite Chefin geworden bin und es darum ging, etwas für das W:O:A bezüglich der T-Shirts zu klären. Da habe ich Holger das erste Mal kenngelernt. Und irgendwie hat sich das sehr freundschaftlich entwickelt. Er hat nur gesagt, dass wir uns einfach bescheid sagen sollen, wenn wir irgendwas brauchen oder irgendwas haben. So entstand dann der Kontakt. Man hat dann mit Holger einfach mal ein Bierchen getrunken. Holger und Thomas sind bei uns im Musikzug auch Ehrenmitglieder geworden.

Stefan: Dazu muss ich sagen, dass Thomas ganz große Angst deswegen hatte. Er ist ja Bassist und hat früher bei Skyline gespielt. Er fragte dann, ob diese Ehrenmitgliedschaft an irgendwelche Bedingungen geknüpft sei. Da habe ich aus Scherz gesagt, er müsse regelmäßig bei uns mitspielen. Da hat er ein bisschen Panik bekommen. Ich habe im dann aber versichert, dass das nur als ganz großes Dankschön zu sehen ist. Die Ehrenmitgliedschaft für die beiden ist eine Wertschätzung und ist nicht an irgendwelche Verpflichtungen gebunden. Da fiel Thomas echt ein Stein vom Herzen. Obwohl Thomas es sehr genossen hat im letzten Jahr mal wieder bei Skyline mitzuspielen. Ich glaube, er würde sehr gerne viel, viel mehr Musik machen, als er derzeit überhaupt schafft.

Du erwähntest gerade die T-Shirts. Habt ihr ein Mitspracherecht, wie die T-Shirts oder die Bilder der W:O:A Firefighters gestaltet werden?

Ann-Kathrin: Bei den T-Shirts selbst haben wir kein Mitspracherecht. Das wird von ICS vorgegeben. Wir kriegen jedes Jahr T-Shirts, da steht dann W:O:A Firefighters hinten drauf. Die unterscheiden sich von denen der Feuerwehr. Da steht dann „Fire Brigade“ drauf. Ansonsten ist das in der Mache von Holger’s Leuten gewesen. Nur die Jahreszahl ändert sich jedes Jahr. Jedes Jahr bekommt also jeder ein Polo-Shirt. Und dann haben wir noch unsere eigenen T-Shirts, die wir noch verkaufen. Das sind schwarze, die wir auch beim ersten Auftritt immer anhaben, wo dann „Musikzug Wacken“ hinten draufsteht. Die sind auch heiß begehrt.

Wie sind denn jetzt euere Aktivitäten während der Corona-Krise? Oder habt ihr die komplett runtergefahren?     

Ann-Kathrin: Wir dürfen ja gerade leider keine Musik machen. Als es die ersten Lockerungen nach dem ersten Lockdown gab und man sich mit ein paar Leuten wieder mit entsprechendem Abstand treffen durfte, hat ein Mitspieler von uns Kabinen gebaut, in denen ein einzelner Spieler ohne Kontakt zum Nebenmann sitzen konnte. So konnten wir mit 14 Leuten und Dirigent proben. Da haben wir die Proben aufgeteilt, dass wir dreimal in der Woche geprobt haben, aber jeder immer nur einmal gespielt hat. Der Musikzug wurde als in drei Gruppen und drei Dirigenten aufgeteilt. Die Gruppen haben dann auch immer das Gleiche gespielt. Bis dann nachher der nächste Lockdown kam. Jetzt können wir ja gerade gar nichts machen.

Stefan: Was wir mal angefangen hatten, war das Corona-Studio, wo ich dann Aufnahmen von jedem Einzelnen gemacht habe. Die habe ich dann angefangen zusammenzuschneiden. Das Endziel war dann eigentlich, dass wir die Stücke dann so klingen lassen, als ob der gesamte Musikzug das spielt. Da wurde uns leider Gottes auch ein Strich durch die Rechnung gemacht, weil unser Proberaum ein Raum ist, der sich in einer Schule befindet. Diese Schule gilt als öffentlicher Raum und dieser öffentliche Raum ist nun nicht zugänglich. Das heißt, wir mussten dann raus. Da stand aber das gesamte Equipment drin und das machte das Ganze schwer fortzusetzen. Das Ergebnis kann man bei uns auf der Facebook-Seite sehen und auch bei Radio Antenne gab es das, da haben wir einen Gruß geschickt, wo wir mit sieben Leuten „Born to be wild“ eingespielt. Das ist genau in dieser Geschichte entstanden. Aber das waren halt nur sieben Leute, weil so eine Produktion schon aufwändig ist. Ich muss halt jeden einzelnen reinholen und die Aufnahmen sind phrasenweise. Man nimmt 16 Takte auf und wenn ein Fehler drin ist, nimmst du das nochmal auf und nochmal und nochmal. Bis so ein Stück durch ist, habe ich pro Musiker vier bis fünf Stunden daran gesessen. Und wenn ich das für 40 Musiker machen würde, könnt ihr euch ja ausrechnen, wieviel lange das dauert. Und das ist nur die Aufnahmezeit, unabhängig davon, dass das noch zusammengeschnitten werden muss. Das Projekt ist immer noch in der Mache, aber es scheitert gerade an der Zeit. Man hat ja noch einen Job nebenbei.

Was macht ihr beruflich?

Stefan: Ich bin “Vogelhändler”. Ich klebe Kuckucks. Ich bin Gerichtsvollzieher in Kiel. Ein ganz untypischer Beruf. Der hat mit Musik nichts zu tun.

Ann-Kathrin: Und ich bin Polizeibeamtin in Itzehoe.

Wie sind deine Erfahrungen bzw. die deiner Kollegen, die auf dem W:O:A im Einsatz sind?

Ann-Kathrin: Die reißen sich zum Teil um den Dienst, weil es da halt so friedlich ist. Man kann sich mit dem einen oder anderen unterhalten. Alles ist schön. Alles ist toll. Das ist ein angenehmer ruhiger Job…,wenn das Wetter mitspielt. Sonst ist das natürlich auch doof. Es gab natürlich auch Jahre, in denen es zu heiß war.

Stefan: Den Schlamm haben wir genau in den vier Jahren, seitdem ich dabei bin. (lacht) 2015 war das ganz extrem. Da sah der Biergarten aus, als hätte da jemand Estrich glattgestrichen. Da ist dann jemand durchgegangen, der plötzlich bis zu den Knien weg war. Da haben die Leute auf den Bierzeltgarnituren gestanden und Bauchklatscher in den Matsch gemacht. Das Jahr war ein bisschen dramatisch.

Stefan, du sprachst gerade von Aufnahmen. Gab es schon mal Überlegungen, einen Auftritt der Firefighters auf DVD oder so aufzunehmen?

Stefan: Es gab bereits Aufnahmen vom Musikzug. Auch alte aus dem Biergarten. Als ich die musikalische Leitung übernommen habe, habe ich gesagt, dass ich von diesen CDs nichts mehr sehen will. Was damals aufgenommen wurde, spiegelt nicht mehr wider, was der Musikzug heutzutage zu leisten im Stande ist. Das sind grottenschlechte Aufnahmen. Wir hatten zum Beispiel auch die Anfrage, ob wir nicht bei Wacken Worldwide ein Online-Konzert machen könnten. Da hatten wir aber das Problem, dass wir seit März nicht mehr geprobt hatten. Da habe ich dann gesagt, wenn wir dann irgendetwas spielen und das klappt alles nicht so, wie das sein sollte, dann ist das auf Ewigkeiten im Internet drin. Das ist so eine Sache.

Wir hatten mal vorgehabt, ein Weihnachtskonzert aufzunehmen. Das haben wir mit einfachsten Bordmitteln gemacht. Die klingen eigentlich auch gar nicht so schlecht. Die findet ihr im Moment auch gerade auf unserer Facebook-Seite. Das waren unsere Wünsche zum zweiten und zum vierten Advent. Das sind Titel, die wir bei einem Konzert in der Kirche in Wacken gespielt haben. 2016 war das. Richtige Aufnahmen in einem Studio waren auch schon mal angedacht. Das Problem ist nur, dass das bei einer so großen Anzahl von Leuten auch extrem teuer ist. Da hat es bisher immer noch ein bisschen dran gehapert. Es ist aber ehrlich gesagt immer noch ein Ziel von mir, dass wir mal sektionsweise ordentliche Aufnahmen machen, die wir zusammenschneiden können, um das dann als CD oder auch DVD nachher präsentieren zu können.

Live-Mitschnitte vom W:O:A gibt es natürlich auch eine ganze Menge im Internet auf YouTube. Dabei ist immer das große Problem mit der Aussteuerung. Was kommt bei dem an, der das aufnimmt und was ist da klangmäßig wirklich passiert. Ich weiß noch, dass im ersten Jahr, als ich die Firefighters auf dem W:O:A moderiert habe, habe ich am Mittwoch richtig Gas gegeben und war danach heiser bis zum Es-geht-nicht-mehr. Am nächsten Tag war dann SpiegelTV mit einer Kamera da und haben mich aufgenommen. Da war nur noch ein Krächzen zu hören und nichts mehr an Stimme. In dem Video kam dann: „Och, der Dirigent hat wohl auch ordentlich einen gesoffen.“ Das ist das, was dabei rauskam. Aber ich schwöre, ich war stocknüchtern (lacht). Soviel zu dem Thema, wenn man solche Sachen nachher wieder aus dem Internet raushaben möchte. Das ist extrem schwierig. Aufnahmen vom W:O:A sind ok, aber mir wäre eine professionelle Studioaufnahme mit dem Musikzug lieber.

Was ist das für ein Gefühl sich nach einem Auftritt bei YouTube wiederzusehen?

Stefan: Das ist natürlich ein komisches Gefühl. Ich sage aber immer über das Video, was gerade gepostet wurde, dass das nur von einer Seite gesehen wird. Viel genialer ist das, was wir von unserer Seite aus sehen. Letztes Jahr haben wir zum Beispiel auch den Titel „YMCA“ gespielt. Es ist irre, wenn du dann plötzlich 30.000 Leute siehst, die buchstabenmäßig die Arme in die Höhe reißen. Da denkst du vorher: Das machen Metalheads niemals, ausgerechnet nach diesem Song zu tanzen. Und dann sind die plötzlich alle voll dabei. Da ist der Blick von der Bühne wesentlich interessanter als das Video aus dem Publikum heraus.

Ihr selber hört ja keinen Heavy Metal. Habt ihr in der Familie oder im Freundeskreis Metalheads?

Ann-Kathrin: Unser Schlagzeuger hört Metal. Der ist auch ein bisschen Wacken-bekloppt. Der ist aus Mainz und war auch, bevor er zu uns gekommen ist, immer auf dem W:O:A gewesen. Wir haben noch eine Freundin, die neben dem W:O:A auch auf Metal-Konzerte geht. Ansonsten gibt es einige, die die Musik auch mögen, aber das Ganze nicht so ausleben.

Lydia Dr. Polwin-Plass

Promovierte Journalistin und Texterin, spezialisiert auf die Themen Kultur, Wirtschaft, Marketing, Vertrieb, Bildung, Karriere, Arbeitsmarkt, Naturheilkunde und Alternativmedizin. Mehr über Dr. Lydia Polwin-Plass auf ihrer Website: http://www.text-und-journalismus.de