Exklusiv Interview – Metalogy im Gespräch mit ICED EARTH Bandleader Jon Schaffer – Teil 3 Exklusiv Interview – Metalogy im Gespräch mit ICED EARTH Bandleader Jon Schaffer – Teil 3
Zum Ende ihrer „Incorruptible“-Tour beehrten die Power Metal-Giganten ICED EARTH das Colos-Saal in Aschaffenburg. Bei dieser Gelegenheit stand Mastermind und Bandleader JON SCHAFFER Lydia... Exklusiv Interview – Metalogy im Gespräch mit ICED EARTH Bandleader Jon Schaffer – Teil 3

Zum Ende ihrer „Incorruptible“-Tour beehrten die Power Metal-Giganten ICED EARTH das Colos-Saal in Aschaffenburg. Bei dieser Gelegenheit stand Mastermind und Bandleader JON SCHAFFER Lydia und Michael von Metalogy Rede und Antwort und erzählte von 30 Jahren ICED EARTH, dem anstehenden neuen DEMONS & WIZARDS-Album, neuen PURGATORY-Aktivitäten, Privatem und vielem mehr. Lest hier den dritten Teil der vierteiligen Serie. 

Wir von Metalogy,de schreiben nicht nur über Heavy Metal als Musik, sondern auch über Heavy Metal als Lebenseinstellung oder Philosophie. Welche Rolle spielt Heavy Metal für Dich und für Dein Leben?

Jon: Es ist mein Leben. Eine lebenslange Hingabe. Ich kann das auch für meine Familie sagen. Das ist wahr. Wir sind da voll und ganz drin. Das ist keine Phase, die wieder vorbei geht. Und das ist das Coole an Metal generell im Vergleich zu anderen Musikrichtungen: Für die meisten Leute, selbst wenn sie zur Schule gehen, heiraten und eine Familie gründen, ist Metal immer noch ein Teil ihres Lebens. Auch wenn sie nicht mehr all die Scheiben kaufen oder auf Konzerte gehen können, bleiben sie trotzdem der Musik verbunden und bei den meisten von uns hört das auch nicht auf. Das ist das Tolle. Für mich ist es auch die ultimative Form der Rebellion, neben allem was Dich direkt vor den Präsidenten bringt. Das ist es für mich. Ich bin ein echter Pirat, Mann. Wir sitzen in einem Schiff, das Räder statt Segel hat, oder Flügel. Manchmal auch in einem Flugzeug (lacht). Wir sind in einer Art von Schiff und wir sind immer in Bewegung. Und wir sind mit Leib und Seele dabei. Das ist, was es ist. Es ist ein Gefühl von Freiheit. Heavy Metal, so wie wir ihn machen, ist ein Ausbrechen für die Leute, die ein normales Leben führen und arbeiten. Für sie ist es ein Ausbrechen, um ein Gefühl von Freiheit zu bekommen. Und vielleicht sind wir nicht wirklich frei, aber bekommen ein Gefühl von Freiheit, wenn wir das tun. Wenn wir diesen Lebensstil leben. Wir sind immer unterwegs und ziehen von Stadt zu Stadt. Wir lassen eine Portion Metal ab und dann sind wir wieder unterwegs. Das ist irgendwie verrückt. Aber das ist das, was wir machen. Das ist etwas sehr besonderes. Keine Frage.

ICED EARTH_Foto_Lydia Polwin-Plass

ICED EARTH_Foto_Lydia Polwin-Plass

Darf ich fragen, wie es Deiner Halswirbelsäule geht?

Jon: Die ist in Ordnung. Es ist nicht perfekt und das wird es auch nicht mehr. Die erste Operation war 2000 und die zweite 2014. Ich bin auf dem Level von dauerhaften Beschwerden. So ist es nun mal. Ich habe nicht mehr dieselbe Beweglichkeit. Mit Headbangen habe ich vor Jahren aufgehört. Es bewirkt hin und wieder auch Probleme in den Armen. Es macht es zu einem Kampf, einige Sachen zu spielen. Wenn du so eine Verletzung in diesem Teil vom Nacken hast, dann kann die auch deine Nervenbahnen bis runter in die Hände unterbrechen. Das ist also ein Problem, auf das ich achten muss. Das hat die Prioritäten in meinem Leben verändert. Wie viel wir reisen zum Beispiel. Ich meine, 90 Shows sind eine Menge für einen Albumzyklus, aber es ist nicht ganz so viel wie für „Dystopia“. Für diese beiden Alben haben wir zwei große Welttourneen direkt hintereinander gehabt mit zusammen etwa 350 Shows. Das war heftig. Bei sowas muss ich natürlich aufpassen. Es ist unsere eigene Entscheidung. Wir müssen bewusster auf die Ausgewogenheit achten. Es geht dabei nicht um die Quantität, aber die Qualität der Shows und der Touren, die wir spielen.

Machst Du ein spezielles Training dafür?

Jon: Ich mache Kampfsport, Martial Arts, bei denen es manchmal recht grob zugeht. Das ist zwar nicht das Beste, aber es tut gut, weil du körperliche Betätigung hast. Das ist schwierig bei solchen Problemen, wenn du auf Tour bist. Wir sind fast eingesperrt, wenn wir auf Tour sind und bewegen uns nicht so viel, wie wir sollten, weil wir im Bus sitzen oder im Flugzeug oder so. Das kann schon ziemlich nerven. Deswegen mache ich Kampfsport. Ich mache auch viel Chiropraktik und Akupunktur und all diese ganzheitlichen Sachen. Ich mache wenn möglich eine Paleo-Diät. Es ist aber schwer, wenn du auf Tour bist, den Zucker und die schlechten Kohlenhydrate loszuwerden. Es geht darum, das richtige Essen zu finden, um das Beste aus einer Situation zu machen.

Welche Art Kampfsport machst Du?

Jon: Ich mache Wing Chun. Ich habe vor Jahren Taekwondo gemacht, aber Wing Chun finde ich besser. Ich habe jemanden in Montana kennengelernt, der ein großartiger Lehrer ist. Mein Ziel ist es selber Trainer zu werden. Ich arbeite daran. Schritt für Schritt. Ich betreibe das ernsthaft. Und es wird noch ein paar Jahre dauern selber Trainer zu werden. Ich mache das nur für mich selbst. Das ist nicht nur ein anderes Ziel, es tut mir auch richtig gut für mein seelisches Gleichgewicht. Sowohl der physische Teil, als auch besonders der geistige Teil tut mir sehr gut. Ich versuche auch mehr zu meditieren. Ein bisschen jeden Tag. Ich versuche alles um mich rum auszuschalten. Aber das ist nicht einfach.

ICED EARTH_Foto_Lydia Polwin-Plass

ICED EARTH_Foto_Lydia Polwin-Plass

Welche Pläne hast Du gerade für ICED EARTH?

Jon: Es gibt ein paar Veröffentlichungen, die rauskommen werden. Aber das wird in 2020 sein. Wir werden ein paar Aufnahmen machen, ein paar Neuaufnahmen alter Sachen, in den Pausen während der DEMONS & WIZARDS-Zeit. Zunächst müssen wir aber die ganzen Termine bestätigt bekommen und einen näheren Blick auf den Ablaufplan werfen und dann sehen, was bezüglich der Produktion realistisch ist. Was ein neues Album anbetrifft, werden wir uns in der zweiten Jahreshälfte 2020 darauf fokussieren; schreiben, wieder zusammenfinden und so.

PURGATORY, meine ursprüngliche Band, wir sind wieder zusammenbekommen und haben ein paar Sachen neu aufgenommen, die wir vorher noch nie professionell aufgenommen haben. Das ist ziemlich cool. Ich habe das zwischen der US-Tour und der Europa-Tour gemacht. Ich hatte eine Pause von zwei Wochen und ich habe eine neun Tage Produktion gemacht. Das ist eine Überraschung. Sie kommt Ende des Jahres raus. Es sind fünf Songs. Es sind aber nur Gene (Adam, Vocals), Bill (Owen, Gitarre) und ich von den ursprünglichen Bandmitgliedern dabei. Aber es war echt cool. Wir hatten richtig Spaß. Es war wirklich verrückt. Ich habe ein paar Archivboxen und eines Tages hatte ich eine Packen Fotos von uns damals in die Hände bekommen und ich dachte: „Mann, was haben wir damals alles gemacht.“ und zwei Tage später sah ich Gene bei einem Interview mit zwei Jungs, die so einen Podcast haben. Und ich hatte ihn 27 Jahre nicht gesehen. Also habe ich ihn kontaktiert und er hat mich angerufen und ich sagte: „Ich werde in einer Woche in Tampa sein. Lass uns doch alle zum Dinner treffen.“ Also haben wir uns getroffen. Er, Bill und ich haben uns tot gelacht bis uns die Tränen kamen über all den Unsinn, den wir früher gemacht haben. Absolut durchgeknallt. Und ich habe gesagt: „Wisst Ihr, ich weiß jetzt, wie der Quatsch funktioniert. Ich weiß, wie das im Studio funktioniert. Wir sollten ein paar der alten Songs aufnehmen.“ Und alle sagten: „Ja, lass uns das machen.“ Also taten wir es. Das wird also kommen. Ich hatte gehofft, dass es bis Halloween rauskommt, aber ich glaube, das schaffen wir nicht. Der Grund dafür ist, dass alles von PURGATORY auf Horror basiert. Aber ich glaube, die Leute kriegen dass nicht hin, weil noch ein paar Details in den Verträgen fehlen. Also, das wird kommen. Und dann ist nächstes Jahr das 30-jährige Jubiläum der Veröffentlichung des „Enter The Realm“-Demos. Dieses wird zum ersten Mal auf Vinyl rauskommen. Es wird einiges kommen, das mit ICED EARTH zu tun hat, aber das hängt von der DEMONS & WIZARDS-Planung ab. Wir haben unendlich viele Angebote von Plattenfirmen. Zurzeit sind wir frei. Der Vertrag mit unserem Label ist beendet. So kann ich mich zurücklehnen und beobachten, was in dem Geschäft passiert. Alles ändert sich so schnell. Jetzt etwas zu unterschreiben, wenn wir wissen, dass es noch Jahre hin ist, bis wir wieder aktiv werden, würde keinen Sinn machen. Und in den nächsten Jahren wird sich alles noch radikaler ändern, als es jetzt gerade der Fall ist. Ich will einfach abwarten und schauen, was passiert. Es gibt keinen Grund zur Eile.

Wer hatte eigentlich die Idee DEMONS & WIZARDS neu zu beleben?

Jon: Wir haben schon seit Jahren darüber gesprochen. Die Fans haben nie aufgehört danach zu fragen. Und jedes Jahr, das Hansi und ich durchgemacht haben in letzten 13 oder 14 Jahren, pausenlos gefragt, wann es die Nächste gibt. Wir haben immer gesagt: Ja, es wird eine Neue geben. Aber es ist so unglaublich schwierig, Hansi´s und meine Termine so abzustimmen, dass es passt. Aber es scheint, dass die Sterne gerade günstig stehen. Also werden wir es wohl endlich hinbekommen. Hansi ist einer meinen besten Freunde in der Welt. Ich respektiere und bewundere ihn. Wenn wir es machen wollen, dann machen wir es. Wir brauchen da keinen Druck. Wir MÜSSEN es nicht machen. Wir machen es, weil wir Brüder sind und wir coole Songs zusammen schreiben können. Wenn es soweit ist, ist es soweit. Und nun wird es wohl was werden. Wir haben buchstäblich seit fünf Jahren darüber gesprochen. Wir wollten es machen, aber da waren noch dieses Album und jene Tour und es gab keinen freien Platz in unseren Kalendern. Aber jetzt wird es endlich was damit.

Du hast als Gitarrist Deinen eigenen Stil entwickelt. Hattest Du Gitarrenunterricht gehabt?

Jon: Nein. Ein paar Leute, die Gitarre spielen konnten, Freunde aus der Schule, haben mir, als ich meine erste Gitarre bekam, ein paar Akkorde beigebracht. Aber mir ist das nie richtig beigebracht worden. Ich war ein Künstler, bevor ich Gitarrist und Songwriter wurde. Ich habe gemalt und so aber als ich ein Instrument bekam, ging alle Kunst da hinein. Den Grund dafür weiß ich nicht. Das passierte einfach. Keine Ahnung warum.

Gab es etwas Besonderes, dass Dich zum Heavy Metal gebracht hat?

Jon: Das war definitiv KISS. Meine ältere Schwester und ihr Freunde haben KISS gehört. Ich war den ersten drei Alben zunächst ausgesetzt. Aber KISS – ALIVE war das erste Album, das ich mir selber gekauft habe, als ich sieben Jahre alt war. Ich hatte mein eigenes Geld und ich habe meine Mutter dazu gebracht, mich zum Plattenladen zu fahren und ich kaufte es an dem Tag als es veröffentlicht wurde. Ich wollte meiner Schwester und ihren Freunden gegenüber cool sein. Aber ich liebte auch die Band und KISS – ALIVE hat mich umgehauen. Das war es.

Mein Vater und ich haben sie dann live gesehen in 1979. Diese Show zu sehen, war der Hammer. Meine Familie sagte zwar, dass ich am nächsten Tag in die Schule müsste. Aber egal: ICH WAR DA. Sie haben mich zwar nie musikalisch beeinflusst, sie haben mich aber definitiv dazu gebracht, Metal spielen zu wollen. IRON MAIDEN und JUDAS PRIEST und solche Bands haben mich dann dazu inspiriert, die Band in diese musikalische Richtung zu lenken – Melodic Metal, verschiedene Tempowechsel, große Melodien und so. KISS und IRON MAIDEN, BLACK SABBATH auch ein bisschen, aber KISS und IRON MAIDEN sind die Bands, die mich in meinem Leben am stärksten beeinflusst haben. Deswegen bin ich so ein großer Fan von Steve Harris; als Songwriter und als Bandleader.

Du bist seit Jahren auf Tour. Gibt es noch eine Location oder ein Festival, wo Du gerne spielen würdest oder eine Band, mit der Du gerne spielen würdest?

Jon: Mir fallen keine Locations und kein Festival ein. Bands mit denen ich gerne spielen würde, mit denen es großartig wäre auf Tour zu gehen, wären IRON MAIDEN und METALLICA.

Gibt es ein Land, wo Du noch nicht gespielt hast?

Jon: Wir haben noch nicht so viel in Asien gemacht. Das wäre mal cool. Wir haben noch nie in Japan gespielt. Ich war da mal auf einer Promotion-Tour für das „Horror Show“-Album für anderthalb Tage. Aber die Band hat da nie gespielt.

Wir waren aber in China. Wir hatten zwei Shows dort. Aber das war es auch. Wir haben nie in Thailand oder so gespielt. Da wäre mal cool. Wir haben auch in Indien gespielt, auf dem Bangalore Open Air. Das war 2013, denke ich. Das war interessant. Ich liebe indische Essen. Das war eine interessante Reise. Also, China und Indien, und das war’s. Ich bin mir sicher, dass wir da noch mal spielen werden.

Du hast Dein eigenes Studio („Independence Hall“). Was ist das Besondere daran?

Jon:  Ein wichtiger Punkt daran ist, dass es, so wie das Musikbusiness gestrickt ist, die Sache billiger macht. Wenn du die anfängliche Investition einmal getätigt hast, ist es langfristig finanziell rentabel. Und ich habe viel Zeit in das Design investiert für den Raum, der uns zur Verfügung stand. Das Coolste daran ist, dass die Drums einfach unglaublich klingen. Und das ist eine klasse Sache. Das ist schon mal eine großartige Basis. Wenn du ein Album aufnimmst, dann ist das wie ein Haus zu bauen: Du brauchst ein solides Fundament. Dann hast du später auch keine Probleme mit der Produktion. Also sorge dafür, dass die Drums gut klingen. Wenn du nicht so viel Platz dafür hast, musst du darauf achten, dass der Raum das richtige Design hat. Der Raum ist zwar klein, aber der Sound ist klasse.

So ein Studio verschafft dir auch einen gewissen Grad an Unabhängigkeit. Es ist gut für die langfristige Planung und für alle Produktionen, die ich machen will und in die ich involviert bin, wenn ich mit anderen Bands zusammenarbeite. Aber ich muss das auch nicht in meinem Studio machen. Ich bin kein Tontechniker. Ich habe zwar ein paar Basiskenntnisse über Tontechnik, aber ich brauche da einen Fachmann, damit ich mich auf die Performance konzentrieren kann, die Musiker inspirieren kann und das Beste aus ihnen heraushole. Ich bin nicht begabt genug, um beides zu machen. Es ist aber auch ziemlich schwierig. Die Jungs, die Tontechniker von Beruf sind, machen das jeden Tag. Wir dagegen gehen auf Tour für einen Monat und wenn wir zurückkommen, hat sich die Software schon wieder geändert. Und es können auch mal anderthalb Jahre dazwischen liegen, dass ich wieder ins Studio gehe. Du musst also irgendwie den Überblick über diese Sachen behalten. Und das ist schwer, wenn du das nicht beruflich machst. Ich kenne zum Glück ein paar richtig gute Tontechniker. Und der Produktionsprozess ist eine große Sache. Das „Incorruptible“-Album war das Erste, das wir in „Independence Hall“ aufgenommen haben. Für das PURGATORY-Album habe ich meine Gitarre da aufgenommen, aber die anderen Sachen wurden in den Morrisound Studios in Tampa aufgenommen, weil die anderen alle in Florida wohnen. Es hat mehr Sinn gemacht, dass ich nach Florida komme, statt sie nach Indiana.

Steht Dein Studio auch anderen Bands zur Verfügung?

Jon: Mein Studio? Nein. Nur für die Bands, mit denen ich etwas machen möchte. Vielleicht, wenn ich angesprochen werde und ich habe gerade Leute für eine Produktion da und ich überhaupt bereit dazu bin, mir das anzuschauen, was insbesondere von der Zeit abhängt. Und die Musik muss mir sehr gut gefallen. Ich muss das Gefühl haben, dass ich helfen kann und die Musik besser machen kann.

Gibt es Newcomer, die Du unterstützt?

Jon: Nicht direkt. Niemand, der mir direkt einfällt. Wie gesagt ist meine Welt so sehr auf ICED EARTH fokussiert, dass ich gar nicht wirklich neue Bands höre. Höchstens, wenn sie für uns als Vorband spielen. Und dann auch nicht immer. Dann mache ich meistens Sachen, wie jetzt gerade (Interviews geben). Dann komme ich kaum dazu sie zu hören. Es gab Bands, die mit uns auf Tour waren, die ich nie gehört habe. Das passiert. Ich bin halt zu beschäftigt, um Musik zu hören. Aber wenn jemand aus meiner Band sagt, dass da eine Band ist, die ich mir mal anhören sollte, dann mache ich das. Aber es ist nicht leicht. Man hat halt nicht so viel Zeit. Das ist das Problem.

Es entwickeln sich immer mehr Stile und Sub-Genres von Metal. Welche davon glaubst Du, haben die besten Zukunftschancen?

Jon: Das Genre interessiert mich eigentlich nicht. Wir sind Metal. Das ist, was wir sind. Die Genres kümmern mich nicht. Wir sind eine Heavy Metal Band. Ob es Black, Death, Viking oder irgend so etwas ist, ist mir egal. Ich bin ein Metalhead. Ich liebe Metal. Ich habe eine Metalband aufgebaut. Wir spielen Heavy Metal. Mein Bruder ist Metal.

Magst Du Deutschland?

Jon: Ich liebe Deutschland. Eine Hälfte meiner Familie ist deutsch – väterlicherseits. Mein Vater wurde in Deutschland geboren. Ja, ich liebe Deutschland. Und viele meiner Freunde sind Deutsche. Für mich war es schon immer wie eine zweite Heimat.

Und Österreich?

Jon: Österreich ist wunderschön. Wirklich wunderschön. Ich muss da unbedingt mal irgendwann in den Bergen wandern gehen. Irgendwann. Definitiv.

Magst Du es im Planet Music in Wien zu spielen?

Jon: Ich weiß nicht. Ich weiß nicht, ob wir da mal gespielt haben. Ich habe gar keinen Überblick mehr, wo ich überall gespielt habe. Nach so vielen Jahren kann ich mich nicht mehr an alles erinnern. Zum Anfang der Karriere, wenn du noch jung bist, kannst du dich noch an alles erinnern. Aber ab einem gewissen Punkt ist es einfach zu viel. Wir kommen dann mit dem Tourbus in eine Stadt, laden aus, spielen die Show und verschwinden wieder zur nächsten Stadt. Manchmal bekommst du von der Stadt, von der Kultur vor Ort und von den Leuten überhaupt nichts mit. Manchmal haben wir aber einen freien Tag. Dann geht das natürlich schon. Dann bekommen wir etwas von der lokalen Kultur mit. Meistens aber nicht.

Habt Ihr freie Tage während Eurer Tour?

Jon: Ja, ab und zu. Das müssen wir auch. Ansonsten würden wir irgendwann zusammenbrechen. Wir haben morgen zum Beispiel einen freien Tag. Und dann sind es nur noch ein paar Shows und wir sind fertig mit der Tour. Aber wenn du einen freien Tag hast, bist du manchmal an einem richtig coolen Ort und manchmal ist es ein reiner Reisetag, an dem die Band zwar nicht spielt, du aber eine 16 Stunden-Fahrt hast oder irgendetwas Blödes passiert. Das kommt halt vor.

Lest hier auf Metalogy die anderen Teile des vierteiligen Interviews.

Exklusiv Interview – Metalogy im Gespräch mit ICED EARTH Bandleader Jon Schaffer – Teil 1
https://metalogy.de/exklusiv-interview-metalogy-im-gespraech-mit-iced-earth-bandleader-jon-schaffer-teil-1/

Exklusiv Interview – Metalogy im Gespräch mit ICED EARTH Bandleader Jon Schaffer – Teil 2
https://metalogy.de/exklusiv-interview-metalogy-im-gespraech-mit-iced-earth-bandleader-jon-schaffer-teil-2/

Exklusiv Interview – Metalogy im Gespräch mit ICED EARTH Bandleader Jon Schaffer – Teil 4

https://metalogy.de/exklusiv-interview-metalogy-im-gespraech-mit-iced-earth-bandleader-jon-schaffer-teil-4/

 

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Lydia Dr. Polwin-Plass

Promovierte Journalistin und Texterin, spezialisiert auf die Themen Kultur, Wirtschaft, Marketing, Vertrieb, Bildung, Karriere, Arbeitsmarkt, Naturheilkunde und Alternativmedizin. Mehr über Dr. Lydia Polwin-Plass auf ihrer Website: http://www.text-und-journalismus.de