Exklusiv Interview – Metalogy im Gespräch mit ICED EARTH Bandleader Jon Schaffer – Teil 1 Exklusiv Interview – Metalogy im Gespräch mit ICED EARTH Bandleader Jon Schaffer – Teil 1
Zum Ende ihrer „Incorruptible“-Tour beehrten die Power Metal-Giganten ICED EARTH das Colos-Saal in Aschaffenburg. Bei dieser Gelegenheit stand Mastermind und Bandleader JON SCHAFFER Lydia... Exklusiv Interview – Metalogy im Gespräch mit ICED EARTH Bandleader Jon Schaffer – Teil 1

Zum Ende ihrer „Incorruptible“-Tour beehrten die Power Metal-Giganten ICED EARTH das Colos-Saal in Aschaffenburg. Bei dieser Gelegenheit stand Mastermind und Bandleader JON SCHAFFER Lydia und Michael von Metalogy Rede und Antwort und erzählte von 30 Jahren ICED EARTH, dem anstehenden neuen DEMONS & WIZARDS-Album, neuen PURGATORY-Aktivitäten, Privatem und vielem mehr.

Hallo Jon, Eure derzeitige Tour ist zu Eurem aktuellen Album „Incorruptible „. Wie waren das Feedback und die Reaktionen der Fans dazu?

Jon:  Die war sehr positiv. Insgesamt. Wir wissen, dass wir es nicht allen Leuten immer recht machen können. Aber eigentlich interessiert uns das auch nicht. Es geht darum, dass wir selber damit zufrieden sind. Als Songschreiber. Als Musiker. Mit dem, was wir machen. Es gab jede Menge Magie hinter diesem Album und die Fans spüren das. Das war großartig. Und jetzt ist das Ende des Album-Zyklus gekommen. Dann sind wir erstmal fertig. Am 28.7. ist unsere letzte Show. Wir hatten 90 Shows auf dieser Tour, die wirklich klasse war. Am 28. ist also erstmal Schluss und als Nächstes kommt dann DEMONS & WIZARDS. Darauf werde ich mich voll fokussieren – für die nächsten anderthalb Jahre.

Jon Schaffer_ICED EARTH_Foto_Lydia Polwin-Plass

Jon Schaffer_ICED EARTH_Foto_Lydia Polwin-Plass

ICED EARTH feiert nächstes Jahr 30-jähriges Jubiläum. Gibt es irgendwelche Pläne, dieses besonders zu feiern?

Jon:  Nein, nicht wirklich. Die Setliste, die wir auf dieser Tour spielen, haben wir so angepasst, dass sie das widerspiegelt, was sich gerade die langjährigen Fans wünschen. Ansonsten haben wir nichts Spezielles vor. Es ist ja auch einfach nur Mathematik. Es ist nur eine Zahl. Es bezieht sich auf den Zeitpunkt als wir den Bandnamen von PURGATORY zu ICED EARTH änderten, 1988. Ganz schön viele Jahre, eine lange Zeit.

Aber, die ganze Tour ist schon etwas Besonderes. Neben Songs von „Incorruptible“ spielen wir viele Songs von „Dark Saga“, „Stormrider“ oder „Something wicked…“ und solche Sachen.

Du hast gerade DEMONS & WIZARDS erwähnt. Wie geht es mit dem neuen Album voran?

Jon: Wir sind ganz früh im Prozess. Der aktuelle Stand ist, dass Hansi und ich beide erst einmal Urlaub machen. Und danach erst wird es richtig ernst. Hansi nimmt gerade die Vocals für das Klassik-Album (Blind Guardian) auf. Aber er kann es kaum noch erwarten, dass es endlich losgeht. Wir haben zwar bereits drei Songs in Arbeit, aber ich habe seit 10 Jahren keinen Urlaub von ICED EARTH gemacht. Überhaupt keinen Urlaub. Wenn ich also von dieser Tour zurückkomme, gibt es ein paar geschäftliche Sachen, die ich zuhause erledigen muss. Danach werde ich für einen Monat in den Bergen ganz für mich alleine wandern gehen. So werde ich meine Batterien mal wieder komplett aufladen. Wenn ich dann zurück bin, werden wir ernsthaft an dem DEMONS & WIZARDS-Release arbeiten. Zusätzlich werden wir den Back-Katalog neu veröffentlichen und es stehen ein paar große Bekanntmachungen an. Nächsten Sommer werden wir ein paar Festivals spielen. Und wir haben ein paar wirklich coole Sachen geplant. Aber es ist zunächst nur ein Plan. Du arbeitest zwei bis drei Jahre voraus und so füllt sich dein Kalender. Aber es wird großartig. Soviel kann ich euch sagen.

Habt Ihr für das neue DEMONS & WIZARDS-Album eine bestimmte Thematik geplant? “Touched by the crimson king” basierte auf “The dark tower” von Stephen King.

Jon: Oh, die Lyrics sind Hansi´s Abteilung. Ich habe zwar  auch ein paar Texte geschrieben, die wir verwendet haben, weil die Zeit knapp wurde und sie Hansi gefallen haben. Aber das Wichtige an DEMONS &  WIZARDS ist, dass die Magie dadurch entsteht, dass wir beide unsere Köpfe zusammenstecken. Ich entwickle die musikalischen Kompositionen und das ist jede Menge Arbeit. Dann kommt Hansi mit den Texten und den Gesangsmelodien und das ist das, was dieses Frankenstein-Monster entstehen lässt. Das ist richtig cool. Wenn ich auch die Texte und Gesangsmelodien schreiben würde, dann würde es klingen wie ICED EARTH mit einem anderen Sänger, weil das dann mein Stil wäre Songs zu schreiben. Das wollen wir nicht.

Wirst Du das Album in Deinem Studio aufnehmen?

Michael Glaeser und Jon Schaffer_ICED EARTH_Foto_Lydia Polwin-Plass

Jon: Wir werden das Album sicherlich in „Independence Hall“ und in „Twilight Hall“ aufnehmen. Wir werden vermutlich beide Studios nutzen. Wo es dann abgemischt und gemastert wird, ist noch offen. Das wissen wir noch nicht. Die Hauptsache ist derzeit, dass ich meinen dringend benötigten Urlaub mache und ich danach mit voller Kraft damit durchstarten kann. Und wenn sich das Schreiben und die Vorproduktion dann entwickeln, werden wir sehen und unsere Entscheidungen treffen. Wir beide haben Studios und wir wären schlecht beraten, diese nicht zu nutzen.

Welche Festivals habt ihr geplant?

Jon: Das kann ich zurzeit noch nicht sagen. Das wird sich zeigen.

Wacken vielleicht? Wie ist Deine Beziehung zu Wacken?

Jon: Ich mag Wacken. Sicher. Wir haben eine lange Historie mit Wacken.

Ist eine Tour geplant?

Jon: Wir spielen einige Festivals nächsten Sommer. Unser Hauptziel ist, das neue Album Anfang 2020 zu veröffentlichen. Dann wird es eine Headliner-Tour geben und noch mehr Festivals im Sommer 2020.

Welches der ICED EARTH-Alben magst Du am meisten?

Jon: Hmm. Ich denke, ich liebe sie alle. Sie sind wie meine Kinder. Einen Favoriten habe ich nicht. Sie bedeuten mir alle viel. Ich liebe „Incorruptible“, ich liebe „Dark Saga“, „Stromrider“, „Something wicked…“, ich liebe „Glorious Burden“. Es gibt so viele. Es gibt ein paar die ich nicht ganz so sehr mag. Aus verschiedenen Gründen. Wegen Produktions-Problemen. Oder ich war auf das Songwriting nicht so fokussiert, wie ich es hätte sein sollen. Bei einer so langen Karriere kommt das einfach vor. Das ist ganz normal.

Du hast mit drei großartigen Sängern (Matt Barlow, Tim „Ripper“ Owens und Stu Block) zusammengearbeitet. Gab es dadurch unterschiedliche Einflüsse auf ICED EARTH, z.B. das Songwriting?

Jon: Einen Einfluss auf das Songwriting gab es nicht wirklich. Beim Co-Writing gibt es das sicherlich. Das hängt dann vom Song ab. Es hat immer einen Einfluss, wenn du mit verschiedenen Leuten zusammenarbeitest. Songs bestehen aus Energie und jeder bringt seine eigene Energie mit. Ja, dann hat das sicherlich Einfluss. Wenn ich aber selber einen Song schreibe, dann nicht. Das kommt von wo ganz anders her, das kann ich selbst nicht mal beschreiben. Wenn ich selber einen Song schreibe habe ich eine ganzheitliche Vorstellung davon. Dann ziehe ich das auch komplett durch.

Jon Schaffer_ICED EARTH_Foto_Lydia Polwin-Plass

Jon Schaffer_ICED EARTH_Foto_Lydia Polwin-Plass

Wenn ich mit jemandem zusammen schreibe, ob es nun Matt oder Gene ist, wie früher, dann ist das was Anderes. Dann mache ich zwar mit, aber es ist nicht mein Prozess, es ist unserer, ein kollektiver Prozess. Und auch bei der Performance ist das was Anderes. Aber wenn du nach dem Ursprung des Songwriting-Prozesses fragst, hängt das von dem Song ab. Wenn es ein Song ist, den ich selber geschrieben habe und von dem ich eine sehr konkrete Vorstellung hatte, wie bei „Clear The Way“ oder „Raven Wing“. Wenn das passiert,  ist es meine eigene Komposition.

Wenn Stu (Block) zu mir kommt und sagt: Hey, ich habe da eine coole Idee. Lass uns über die große Wikinger Armee („Great Heathen Army“) schreiben. Dann ist das cool. Ich muss mich dann zwar erst einmal in die Idee reindenken, um Musik zu kreieren, die zu dem jeweiligen Konzept, das die Person, mit der ich zusammenarbeite, auch passt. Und das ist etwas, das Hansi und ich bei der Scheibe anders machen werden. Er gibt mir bestimmte Themen für Songs. Ich brauche nicht den kompletten Text, aber eine Idee, dass er über dieses oder jenes schreiben will. Das inspiriert mich, etwas zu entwickeln und das wird es ganz anders beeinflussen. Das ist ein gemeinsamer Prozess.  Manchmal ist die Vorstellung von einem Song ganz klar. Manchmal ist es ein Austausch von Ideen. Wenn wir performen und aufnehmen, dann wird es zu einer gemeinsamen Sache. Aber alles muss in die Vision  passen, egal ob ich mit Hansi oder mit Stu  schreibe, oder mit Matt wie früher oder all den anderen Leuten, mit denen ich zusammengearbeitet habe.

Lest hier die weiteren Teile des vierteiligen Interviews!

Exklusiv Interview – Metalogy im Gespräch mit ICED EARTH Bandleader Jon Schaffer – Teil 2
https://metalogy.de/exklusiv-interview-metalogy-im-gespraech-mit-iced-earth-bandleader-jon-schaffer-teil-2/

Exklusiv Interview – Metalogy im Gespräch mit ICED EARTH Bandleader Jon Schaffer – Teil 3
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Exklusiv Interview – Metalogy im Gespräch mit ICED EARTH Bandleader Jon Schaffer – Teil 4

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Lydia Dr. Polwin-Plass

Promovierte Journalistin und Texterin, spezialisiert auf die Themen Kultur, Wirtschaft, Marketing, Vertrieb, Bildung, Karriere, Arbeitsmarkt, Naturheilkunde und Alternativmedizin. Mehr über Dr. Lydia Polwin-Plass auf ihrer Website: http://www.text-und-journalismus.de