Desert Fest 2018 – Nachbericht – Tag 1 Desert Fest 2018 – Nachbericht – Tag 1
Anfang Mai trafen sich Rockfans aus aller Herren Länder zum Desert Fest in Berlin, um das durch die Musik hervorgerufene, großartige Lebensgefühl zu zelebrieren... Desert Fest 2018 – Nachbericht – Tag 1

Anfang Mai trafen sich Rockfans aus aller Herren Länder zum Desert Fest in Berlin, um das durch die Musik hervorgerufene, großartige Lebensgefühl zu zelebrieren und zu genießen. Lest hier was sich so an Tag 1 zugetragen hat.

Seit 2012 versorgt das Desert Fest die Anhängerschaft der das Bewusstsein anregenden Klänge mit einem alljährlichen Versammlungspunkt.

Auf einem alten, geräumigen Fabrikgelände im Stadtteil Alt-Treptow befindet sich die „Arena Berlin“. Dort hat das „Desert Fest“ in diesem Jahr nach dem Auszug aus dem Friedrichshainer „Astra Kulturhaus“ einen neuen und idealen Veranstaltungsort gefunden, mit großer Halle und großzügigem Außenbereich direkt mit Spreeblick.

Pretty Lightning

Pretty Lightning_Desert Fest_Foto: Daniel Oestreich

So wie die neunundzwanzig Bands kamen die Besucher aus aller Welt in das an diesem Wochenende sonnenverwöhnte Berlin. Ob Finnen, Polen, Südeuropäer, überall hörte man fremde Zungen, die sich doch alle verstanden, da der Besuchsgrund sie einte.

Man hatte im Vorfeld sogar das Gefühl, die Stadt hätte sich dem Musikereignis angepasst. Selbst die S-Bahnen passten zum Desert Fest, da sie optisch wie ein Relikt aus den Sechzigern / Siebzigern anmuten.

Wie auch bei anderen Veranstaltungen bekannt, gab es ein eigenes Bezahlsystem. Zumindest was Getränke in der Halle anbelangte. Dazu mussten sogenannte „Token“ erworben werden. Wobei es fairer bei der Zuteilung und Preisgestaltung zuging als bei manch anderem Festival.

Abgesehen vom letzten Tag begannen zunächst zwei Bands auf der kleinen Bühne, bis dann beide Flächen im abwechselnden Turnus bespielt wurden.

Freitag 04. Mai : Tag 1

„Vonavibe“ aus Griechenland machten den Anfang am Freitag Nachmittag. Sänger und Gitarrist Dyon hat eine schön rauhe, rockige Stimme mit der er ihre einprägsamen Lieder versieht.

Vonavibe_Desert Fest_Foto: Daniel Oestreich

Vonavibe_Desert Fest_Foto: Daniel Oestreich

Die Hellenen überzeugten mit Eigenkreationen wie „All that remains“, aber auch mit einem deftigen „Paint it Black“-Cover.

Monolord_Desert Fest_Foto: Daniel Oestreich

Monolord_Desert Fest_Foto: Daniel Oestreich

Leider war die Halle zu diesem Zeitpunkt noch nicht sehr gefüllt, was bei den Ausmaßen des Geländes um so leererer wirkende Räume schuf. Dabei gelang dem Quartett aus Athen ein guter Start vor einer der Leistung nicht gerecht werdenden Kulisse.

Schön hart und fett dröhnten Saiten- und Schlaginstrumente aus den Boxen und boten alles andere als Weichgespültes. Auch wenn sie ihren Vortrag mit einer Ballade abschlossen. So kann die Beschallung weitergehen, erhoffte man sich.

Die nachfolgenden „Pretty Lightning“ waren einer der wenigen deutschen Vertreter des Festivals.

Lediglich zu zweit präsentierten sich die beiden aus der französischen Grenzregion stammenden Musiker auf der Bühne und spielten rhythmuslastigen Psychodelic Blues, der mit hellstimmigem Gesang des hageren Gitarristen ausgestattet war.

Das Schlagzeug war daher direkt am Bühnenrand aufgebaut. Gelegentlich nahm der Trommler zur Erweiterung der musikalischen Darbietung Rasseln und einen Schellenkranz zur Hand.

Mit der japanischen Doom Metal Band „Church of Misery“ wurde die große Bühne eröffnet. Der Andrang und auch das mediale Interesse war durch die höhere Bekanntheit der Ostasiaten ungleich größer.

Death Alley_Desert Fest_Foto: Daniel Oestreich

Death Alley_Desert Fest_Foto: Daniel Oestreich

Sehr harscher, fast ins Grollen übergehende Gesang zeichnet ihre Werke aus. Der Sänger bediente auch ab und zu einen Synthesizer, um so die Wirkung einer entrückten Ader in ihren Lieder zu untermauern.

Der Bassist und einziges Originalmitglied Tatsu Mikami spielte sein langes Saiteninstrument teilweise nur auf dem Griffbrett des Halses, was in der Szene schon als eine Art Markenzeichen der Nippon-Jungs angesehen wird..

Monster Magnet_Desert Fest_Foto: Daniel Oestreich

Monster Magnet_Desert Fest_Foto: Daniel Oestreich

Bei „Death Alley“ fiel sogleich eine gewisse optische Ähnlichkeit des Sängers mit dem Frontmann der „Yardbirds“ Keith Relf zu 68er-Zeiten auf. Doch die beschränkte sich weitestgehend auf das Visuelle.

Schneller, flotter präsentierte sich sein Gesangsvortrag und bestritt eine dementsprechend aktive Performance.

Von einigen Medienvertretern werden sie als die Erben Motörheads angesehen. Aber wirklich miteinander vergleichbar sind sie nicht. Schnellen Rock zelebrieren, beziehungsweise zelebrierten beide, doch der Stimmakrobat der Niederländer besitzt eine viel weicheres und flexibleres Organ. Genauso sieht es ihm Bereich der anderen Musiker aus. Viel zu variabel präsentiert sich in diesem Vergleich ihr Klangbild. Wenn man eine Ähnlichkeit zu einer der ganz großen Bands suchen möchte, fiele eher, wie bei etlichen der hiesigen Vertreter auf dem Festival, „Black Sabbath“ in den vordergründigen Augenschein.

Das Trio der US-Band „Nebula“ rekrutierte sich damals vornehmlich aus ehemaligen Fu Manchu – Mitgliedern.

Daher verwundert es nicht, dass deren Musik in ähnlicher Spielart daherkommt, nur noch ein bisschen weiter in den Stoner-Bereich gehend.

Die Rockveteranen aus Kalifornien um den letzten verbliebenen Gründer Sänger und Gitarrist Eddie Glass zogen ein größeres Publikum an. Die Halle füllte sich zusehends je später der Abend  und bekannter die Musiker.

Weedeater_Desert Fest_Foto: Daniel Oestreich

Weedeater_Desert Fest_Foto: Daniel Oestreich

Fetter Bass, scheppernde Gitarren zeichnete die Stoner Doom Sludge – Mischung von „Monolord“ aus Schweden aus.

Heller, langgezogener, sowie elegisch anmutender Gesang begleitete den mal rasanter, mal behäbiger, aber stets wuchtig gewebten Klangteppich.

Wurde es schwungvoll im Tongefüge, gab es auch für die Spielenden kein Halten mehr. Mit „Monster Magnet“ erschien im Anschluss der erste der drei geführten Headliner. Sie legten gleich los und heizten zeitweise mit drei E-Gitarren dem Publikum ein.

Sänger und Gitarrist Dave Wyndorf warf sich gar sein Instrument spielend halb zu Boden. Klassiker wie „Look to your Orb for the Warning“, „When the Hammer comes down“ oder das mit dem Publikum ausgiebig zelebrierte „Spacelord“ brachten ordentlich Stimmung auf das Parkett.

Monster Magnet_Desert Fest_Foto: Daniel Oestreich

Monster Magnet_Desert Fest_Foto: Daniel Oestreich

Anschließend ließen sie sich einige Minuten feiern bevor sie fortfuhren. Was dann folgte, war eine einzige, psychedelisch anmutende Jam-Session, die nur kurz durch einen aufbrausenden Moment unterbrochen wurde.

Fast zwanzig Minuten vor dem offiziellen Zeitplan beendeten sie ihren Auftritt.

Kritiker mögen das einem verwöhntem Starstatus zuschreiben. Andere könnten es so sehen, dass sie Spielraum für eine andere Attraktion ließen.

Für die Überbrückung der entstandenen Lücke sorgte nämlich die ulkige Robotertruppe „One Love Machine Band“, die zuvor nur für die Wartezeit zwischen den beiden Bühnen vorgesehen war und bekannte Lieder scheppernd neu interpretierte.

Die drei verrückten Jungs der US-Stoner Sludge Band „Weedeater“ ließen es zum Abschluss des ersten Tages nochmal richtig krachen, wobei sich der Sänger und Bassist Dave „Dixie“ Collins  am durchgedrehtesten gab.

Donnernd dröhnten die Bässe und sorgten nochmals für ein kräftiges Durchrütteln der zu vorgerückter Stunde ausharrenden Besucher.

Ständig war man vom Geruch des Namensgebers umgeben, der im Laufe der Tage mehr als nur ein Mal zu vernehmen war.

Schon seit über zwei Dekaden ist das Trio aus North Carolina aktiv und hat keinen spürbaren Deut an seiner Spiellaune verloren.

Mit einem rauen Gesangsvortrag begann die heutige Veranstaltung und so endete sie auch. Rundum leistete jede der aufgetretenen Gruppen einen gehörigen Beitrag zu einer schönen Einstimmung auf die kommenden Tage.

Lest morgen hier auf Metalogy Teil 2

Nachbericht: Daniel Oestreich

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