Antidepressiva im Vergleich zu Placebo für Panikstörung bei Erwachsenen Antidepressiva im Vergleich zu Placebo für Panikstörung bei Erwachsenen
Panikstörungen kommen in der Allgemeinbevölkerung häufig vor. Sie zeichnen sich durch Panikattacken, Phasen von Furcht oder Angst mit einem schnellen Eintritt aus, in denen... Antidepressiva im Vergleich zu Placebo für Panikstörung bei Erwachsenen

Panikstörungen kommen in der Allgemeinbevölkerung häufig vor. Sie zeichnen sich durch Panikattacken, Phasen von Furcht oder Angst mit einem schnellen Eintritt aus, in denen andere charakteristische Symptome auftreten (die die Körpersysteme und ängstliche Gedanken einschließen). Lest hier aktuelle Studienergebnisse zu Antidepressiva im Vergleich mit Placebo für Panikstörung bei Erwachsenen.

Die Behandlung der Panikstörung umfasst psychologische und pharmakologische Interventionen, die oft in Kombination angewendet werden. Unter den pharmakologischen Interventionen werden als Standardbehandlung, gemäß den Leitlinien, verschiedene Klassen von Antidepressiva vorgeschlagen. Die Evidenz für ihre Wirksamkeit und Akzeptanz ist unklar.

Nun stellt sich die Frage wie wirksam sind Antidepressiva im Vergleich zu einer Scheinbehandlung (bekannt als Placebo) für die Behandlung der Panikstörung? Wie ist die Akzeptanz von Antidepressiva im Vergleich zu Placebo für die Behandlung der Panikstörung? Und welche bzw. wie viele unbeabsichtigte und unerwünschte Wirkungen können Antidepressiva im Vergleich zu Placebo bei Menschen mit Panikstörung haben?

Für die Studie wurde zunächst in elektronischen Datenbanken gesucht, um alle relevanten Studien zu finden. Die medizinischen Studien, die in diesen Review eingeschlossen wurden, verglichen die Behandlung mit Antidepressiva oder Placebo bei Erwachsenen mit einer diagnostizierten Panikstörung. Die Studien mussten randomisierte, kontrollierte Studien (RCTs) sein, was bedeutet, dass die Erwachsenen zufällig aufgeteilt wurden, um die Behandlung oder Placebo zu erhalten. Wir haben 41 RCTs mit insgesamt 9377 Menschen in den Review eingeschlossen.

Gefunden wurde eine Evidenz, die zeigt, dass Antidepressiva besser sind als Placebo hinsichtlich der Wirksamkeit und der Anzahl an Personen, die die Studie abbrechen. Jedoch zeigen unsere Ergebnisse auch, dass Antidepressiva weniger gut vertragen werden als Placebo und deshalb mehr Studienabbrüche aufgrund von unerwünschten Wirkungen verursachen. Die Ergebnisse sind wie folgt eingeschränkt: einige Studien wurden durch pharmazeutische Unternehmen finanziert und es wurden nur kurzfristige Endpunkte beurteilt. Beinahe keine Daten wurden . zu anderen klinisch relevanten Endpunkten, wie z. B. Funktionsfähigkeit und Lebensqualität, gefunden. Die Qualität der verfügbaren Evidenz reichte von sehr niedrig bis hoch.

Es sollten also mehr Studien, welche Endpunkte basierend auf längerfristigen Nachbeobachtungen beurteilen, durchgeführt werden, um festzustellen, ob die Wirkung vorübergehend ist oder aufrechterhalten werden kann. Studien sollten besser über jegliche Schäden, die die Teilnehmer während der Studie erleben, berichten. Zusätzlich wird eine weitere Analyse mit einem Ansatz namens „Netzwerk-Metaanalyse“ alle verfügbaren psychopharmakologischen Behandlungen für Panikstörung umfassen und wahrscheinlich weiteren Aufschluss über dieses wichtige Thema geben und dabei auch mehr Informationen hinsichtlich der vergleichenden Wirksamkeit von verschiedenen vorhandenen Interventionen liefern.

Referenzen:

Bighelli I, Castellazzi M, Cipriani A, Girlanda F, Guaiana G, Koesters M, Turrini G, Furukawa TA, Barbui C. Antidepressants versus placebo for panic disorder in adults. Cochrane Database of Systematic Reviews 2018, Issue 4. Art. No.: CD010676. DOI: 10.1002/14651858.CD010676.pub2

Lydia Dr. Polwin-Plass

Promovierte Journalistin und Texterin, spezialisiert auf die Themen Kultur, Wirtschaft, Marketing, Vertrieb, Bildung, Karriere, Arbeitsmarkt, Naturheilkunde und Alternativmedizin. Mehr über Dr. Lydia Polwin-Plass auf ihrer Website: http://www.text-und-journalismus.de