Zecken & Rohmilch – Neue Übertragungswege für FSME Zecken & Rohmilch – Neue Übertragungswege für FSME
Die Universität Hohenheim mahjct auf eine steigende Ansteckungsgefahr durch weitere Übertragungswege aufmerksam. Nicht nur Zecken – auch infizierte Rohmilch kann Hirnhautentzündung übertragen. Dies zeigt... Zecken & Rohmilch – Neue Übertragungswege für FSME

Die Universität Hohenheim macht auf eine steigende Ansteckungsgefahr durch weitere Übertragungswege aufmerksam. Nicht nur Zecken – auch infizierte Rohmilch kann Hirnhautentzündung übertragen. Dies zeigt die aktuelle Auswertung von Deutschlands erstem klar dokumentiertem Fall. Eine zweite neue Erkenntnis war der Fund von FSME-infizierten Zecken bei einer Zeckenart, die schon viel früher im Jahr und sogar bis in den Winter hinein aktiv ist. 

Unbehandelte Ziegenmilch vom Biohof war mit dem Virus der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) befallen. Zwei Familienmitglieder einer Familie erkrankten daran, wurden stationär behandelt, haben sich  aber inzwischen erholt.

FSME-Infektionen nach dem Verzehr von Rohmilchprodukten kommen in Osteuropa zwar häufig regelmäßig vor, in Deutschland jedoch ist ein solcher Fall aus der Zeit vor dem Sommer 2016 noch nicht bekannt. Das erklärte Zecken-Expertin Prof. Dr. Ute Mackenstedt, Leiterin des Fachgebiets Parasitologie an der Universität Hohenheim.

Wissenschaftler arbeiten nun daran, den gesamten Übertragungsweg bei den Krankheitsfällen nachzuvollziehen, erklärt Prof. Dr. Mackenstedt. „Zum ersten Mal konnten wir bei diesem Fall die Überträger (Zecken), die Wirtstiere (Ziegen), befallene Lebensmittel wie Ziegenmilch und Rohmilchkäse und die erkrankten Personen untersuchen.“

Zecke- Pixabay

Zecke- Pixabay

Dabei seien noch viele Fragen offen, so die Parasitologin: „Die vierköpfige Familie nahm Ziegenkäse von dem Hof zu sich, die beiden männlichen Familienmitglieder tranken außerdem Milch und erkrankten.“. Das könne ein Zufall sein oder daran liegen, dass die Männer zusätzlich zum Käse auch Milch zu sich genommen haben. Ein anderer Grund könnten aber auch geschlechtsspezifische hormonelle Unterschiede der beteiligten Personen sein.

Dr. Rainer Oehme vom Landesgesundheitsamt Stuttgart stellte aber klar: „Nach gegenwärtigem Kenntnisstand schützt auch eine normale FSME-Impfung vor einer Ansteckung über infizierte Nahrungsmittel.“ Man gehe außerdem davon aus, dass bei Milchprodukten aus pasteurisierter Milch keine Ansteckungsgefahr bestehe.

Eine weitere Zeckenart als neuer FSME-Überträger

Im vergangenen Jahr wurde außerdem eine neue Zeckenart als FSME-Überträger ausgemacht, die bei deutlich niedrigeren Temperaturen aktiv ist als der uns bekannte Gemeine Holzbock. Die sogenannte Auwaldzecke galt bislang nicht als Überträger des Erregers.

PD Dr. Dobler kann jedoch beruhigen: „Es ist zwar nicht ausgeschlossen, dass Auwaldzecken auch Menschen befallen. Deutlich häufiger befallen sie jedoch Tiere.“ Zudem schützt die  FSME-Impfung auch hier.

Leichter Anstieg bei FSME-Erkrankungen

Bereits in diesem Jahr wurden zwei FSME-Fälle erfasst. Mit knapp 350 Fällen von FSME registrierte das Robert-Koch-Institut 2016 – einen Anstieg um mehr als 120 Erkrankungen im Vergleich zum Vorjahr. 

Prof. Dr. Mackenstedt warnt jedoch vor vorschnellen Interpretationen der Statistik: „Auch in Jahren mit weniger Fallzahlen haben wir einzelne Landkreise, bei denen die Krankheitsfälle zunahmen. In anderen treten plötzlich über Jahre keine Krankheitsfälle auf, dann flammen sie wieder auf.“

Als Beispiel dafür nannte sie Beobachtungen aus einem Garten in Stuttgart, den das Landesgesundheitsamt seit über 20 Jahren auf FSME-infizierte Zecken überprüft. Nach zwei ruhigen Jahren,  ohne infizierte Tiere, wurden dort in diesem Jahr erstmals wieder Zecken gefunden, die das Virus in sich tragen.

Nach wie vor sind  Baden-Württemberg und Bayern am häufigsten von FSME-Infektionen betroffen doch FSME-Fälle kommen auch immer öfter im Norden vor.

Quelle: Universität Hohenheim

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Lydia Dr. Polwin-Plass

Promovierte Journalistin und Texterin, spezialisiert auf die Themen Kultur, Wirtschaft, Marketing, Vertrieb, Bildung, Karriere, Arbeitsmarkt, Naturheilkunde und Alternativmedizin. Mehr über Dr. Lydia Polwin-Plass auf ihrer Website: http://www.text-und-journalismus.de