Wird Methadon bald als Krebsmedikament eingesetzt? Wird Methadon bald als Krebsmedikament eingesetzt?
Methadon ist ein altbekanntes opioides Mittel gegen Schmerzen, hat sich aber auch in der Suchttherapie einen Namen gemacht. Könnte Methadon künftig auch in der... Wird Methadon bald als Krebsmedikament eingesetzt?

Methadon ist ein altbekanntes opioides Mittel gegen Schmerzen, hat sich aber auch in der Suchttherapie einen Namen gemacht. Könnte Methadon künftig auch in der Krebstherapie eingesetzt werden? Eine beeindruckende stern TV-Berichterstattung über einige Erfolge des Medikaments in der Krebstherapie hat die Frage aufgeworfen, warum es dazu bisher noch keine Studien gibt? Laut des Berichts ist die Wirkung des Mittels auf Krebszellen in Laborversuchen seit Langem bekannt. 

Die Molekularbiologin Dr. Claudia Friesen der Universität Ulm hat vor zehn Jahren in ihrem Labor während der Untersuchung molekularer Mechanismen von Opioiden eine zufällige und sehr überraschende Entdeckung gemacht. Sie hat festgestellt, dass Leukämiezellen durch die Gabe von Methadon sterben. So versuchte sie  Methadon als Wirkverstärker der Chemotherapie einzusetzen. Bei über 350 Patienten hat aus der Kartei von Dr. Friesen haben MRT-Bilder gezeigt, dass die Einnahme von Methadon einen deutlichen Rückgang der Metastasen und im manchen Fällen sogar ein völliges Verschwinden bewirkte. 

Die Erklärung für dieses Phänomen: Oft prallen Chemotherapeutika an Tumorzellen ab und machen sie resistent. Methadon kann laut Dr. Friesen diesen Abwehrmechanismus der Krebszellen stoppen. Laut Aussage der Wissenschaftlerin bei stern TV heftet sich Methadon an die Tumorzellen und sorgt dafür, dass weitere Schleusen geöffnet werden, durch die das Chemotherapeutikum tief in die Zelle eindringen kann. Auf diese Wiese tötet es die Krebszelle. Mehrere Patienten, die nach längerer Gabe auf die Chemotherapie nicht mehr ansprachen, haben laut Friesen unter der Zugabe von Methadon wieder auf die Chemo angesprochen. „Ich kenne Patienten, bei denen ein Chemotherapeutikum nicht gewirkt hat. Erst als sie es mit Methadon bekommen haben, sprach es wieder an, erklärte die Forscherin bei stern TV.

Friesen erzählt in der Sendung auch, dass bettlägerige Patienten, die auf Methadon umgestellt wurden, plötzlich wieder aufstehen, ihren Haushalt wieder selbst machen,  in den Urlaub fahren, und somit wieder ein normales Leben führen konnten. Die Lebensqualität der Patienten sei durch Methadon deutlich gestiegen.

Der Allgemein- und Palliativmediziner Hans-Jörg Hilscher unterstützte die Argumente der Wissenschaftlerin und warf der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie vor in einem Rundschreiben unzutreffende Studien zitiert und eine andere Studie aus der gleichen Zeit über die positiven Wirkweisen des Schmerzmittels auf die Lebenserwartung bewusst nicht genannt zu haben. Aufgrund dieses Rundschreibens, in dem vor tödlichen Nebenwirkungen von Methadon gewarnt wird hätten Onkologen, Patienten eine Weiterbehandlung und damit lebenserhaltende und lebensrettende Therapie verweigert. 

Nun stellt sich natürlich die Frage, warum Methadon nicht zu jeder Chemo begleitend eingesetzt wird? Als Schmerzmittel und in der Suchtherapie hat es sich doch auch bewährt, oder? Und ehrlich gesagt, ich bin zwar kein Arzt, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die Nebenwirkungen schlimmer sein können als die der Chemotherapie. Das Argument gegen den Einsatz von Methadon in der Sendung war, dass Methadon so preiswert ist, dass niemand daran richtig verdienen würde. Wenn das wahr ist, wäre das ein weiterer Hinweis darauf wie wenig in unserer Gesellschaft der Mensch und wie viel der Profit zählt. 🙁

Die Deutsche Krebsgesellschaft hat laut Stern.de Anfang Juni eine Studie zu Methadon bei Hirntumorpatienten beantragt wurde. Das lässt hoffen.

Quellen: http://www.stern.de/tv/ und https://www.gesundheitsstadt-berlin.de/

Foto: cancer-cells-541954_1920_Skeeze_Pixabay

Weitere Detail unter https://www.krebshilfe.de/fileadmin/Downloads/PDFs/Zeitschriften/4_2014/S.11_2.pdf

und https://www.biokrebs.de/images/Presse/2017_03_27_GfBK_Presseinformation_Methadon.pdf

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Lydia Dr. Polwin-Plass

Promovierte Journalistin und Texterin, spezialisiert auf die Themen Kultur, Wirtschaft, Marketing, Vertrieb, Bildung, Karriere, Arbeitsmarkt, Naturheilkunde und Alternativmedizin. Mehr über Dr. Lydia Polwin-Plass auf ihrer Website: http://www.text-und-journalismus.de