Tuska Festivalbericht Tuska Festivalbericht
Das Tuska Open Air ist zwar eines der größten Metalfestivals Finnlands wird aber aufgrund des sehr kleinen Geländes alljährlich von "nur" etwa 30 000... Tuska Festivalbericht

Das Tuska Open Air ist zwar eines der größten Metalfestivals Finnlands wird aber aufgrund des sehr kleinen Geländes alljährlich von „nur“ etwa 30 000 Metalheads besucht. Es treten auch nur 30 – 40 Bands auf. Doch klein und überschaubar hat durchaus sein Gutes. Lest hier auf Metalogy mehr über das Tuska, seine Organisation und die Bands.

Gecampt wird nicht; das Festival findet in Suvilahti, einem (ehemaligen) Industriegebiet Helsinkis, statt und liegt noch mitten in der Stadt, etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde zu Fuß vom Helsinkier Hafen und der weißen Kathedrale entfernt in Richtung Norden. Besucher kommen entweder aus dem Helsinkier Umland oder müssen sich irgendein Hotel oder eine andere Bleibe in der Stadt suchen.

Tuska

Tuska

Bändchen
Bändchen gibt es für Zwei- und Dreitagestickets. Das Design ist nicht besonders spektakulär – das Dreitages-Bändchen war 2016 knalllila, es steht lediglich „Tuska“ drauf und „3 Päivää/Days“. Eintagesticketbesitzer bekommen gar kein Bändchen. Es ist auch verhältnismäßig leicht und „aufrebbelig“ gemacht, hat aber eine interessante Verschließmethode: statt eines zusammendrückbaren Metallteils eine Art Knopf-Klammer, die durch eines der Löcher im Bändchen geknöpft wird, und einmal zu, geht das Ding auch nicht mehr auf.

Da es keinen Campingplatz gibt, gibt es logischerweise auch keinen Campingplatzbericht. 🙂

Das Infield

Suvilahti ist asphaltiert – das erübrigt das Matschproblem. Der Boden ist etwas uneben und es entstehen bei Regen einige Pfützchen. 2016 war das Wetter aber größtenteils sehr gut. Das Gelände ist klein und übersichtlich. Es gibt eine große Hauptbühne, genannt „Radio Rock Stage“, die allerdings immer noch übersichtlich groß ist und nicht wie die Hauptbühnen von ganz großen Festivals massiv auf dem Infield thront. Massiv ist sie schon, nur nicht so unendlich übertrieben groß. Sie ist schräg gegenüber dem Infieldeingang und praktisch nicht zu verfehlen. Die Fläche vor der Bühne ist, wie gesagt, asphaltiert, weiter hinten finden sich einige Tische und Sonnenschirme zum Essen und Trinken, von denen auch ausgesprochen gut die Hauptbühne beobachtet werden kann. Die Helsinki Stage, ein Zelt, ist nach allen Seiten hin geöffnet, hat also nur ein Zeltdach. Drinnen ist es aufgrund des etwas erdig-sandigen Bodens ein wenig staubig. Dritte und kleinste Bühne ist die Inferno Stage, die sich in einem alten hohen hallenartigen Gebäude befindet. Hier ist es angenehm kühl, erfordert aber auch einen halbwegs talentierten Techniker, da die Akustik nicht optimal ist und es schnell etwas mal hallt. Besonders groß ist die Fläche auch nicht. Alle Bühnen sind praktisch direkt bei- beziehungsweise nebeneinander, die Main Stage und die Zeltbühne werden abwechselnd bespielt, da sich ansonsten die Musik  zu sehr überlappen würde.

Tuska

Tuska

Getränke und Essen gibt es zu kaufen. Alles ist aber leider relativ teuer (ein Burrito für 8 oder 9 €), allerdings eben auch Festival und vor allem: Finnland. Dafür schmeckt das meiste doch relativ gut. Das Bier wird von der finnischen Brauerei Koff gestellt. Neben einer Reihe Klohäuschen nach Dixikloprinzip finden sich noch einige Klos in der hohen Halle bei der Inferno Stage, diese sind Spülklos, mit Klopapier, Spiegel, Waschbecken, und alles gefliest. Der Hygienestandard ist vollkommen in Ordnung.
Das Wahrzeichen des Tuska ist übrigens ein mysteriöses Ding, das mitten auf dem Gelände steht. Es ist eine Art kreisrundes Betongebäude mit einem schienenähnlichen ebenfalls kreisförmig angelegtem Gestell darüber. Der Zweck von dem Teil oder wie es heißt ist mir bis heute schleierhaft, aber es sieht ganz reizvoll aus, so im Hintergrund. Wie eine halbfertige Freizeitparkattraktion.

Bands

Das Tuska hat den Vorteil aller kleinen Festivals – dass man etwas verpasst, ist eher unwahrscheinlich. Die Wege sind lachhaft kurz. Avantasia headlinerten 2016 – übrigens ihr erstes Finnland-Konzert – und mit nur 45 Minuten Wartezeit landet man trotzdem in der dritten oder vierten Reihe. Neben einigen international bekannten Metalbands treten auf dem Tuska vor allem einheimische Bands auf, was kein Manko ist, denn jeder weiß: metalmäßig ist Finnland top.
Auch angenehm: ich weiß nicht, ob es an der Menschendichte oder der finnischen Mentalität liegt, aber die Leute lassen ausreichend Platz zwischen einander. Bis auf die allerersten Reihen ist Headbangen möglich, ohne Gefahr zu laufen, die Stirn auf die Schulter des Vordermannes zu donnern. Platzsparend im Kreis tanzen wäre bestimmt auch noch drin, wenn man sich in de Mitte oder minimal weiter hinten stellt.
Was blieb konzerttechnisch also im Gedächtnis?

Tuska

Tuska

Zum einen der Auftritt von Lordi mit Bühnenbild, Kostümen und einer ganzen Menge rotem Konfetti. Lordi scheint in Finnland einem Nationalhelden gleich, zumindest, wenn man sich die grandiose Stimmung ansieht, die das kleine Infield ergreift. Ebenso Party war auch bei Turmion Katilöt, oder: Death Metal meets Techno. Glitzernder Konfettiregen und hunderte Hände, die die silbern glänzenden riesigen Bälle auf- und ab hüpfen lassen; wer die Möglichkeit hat, die „Hebammen des Verderbens“ einmal live abzufangen, sollte sich die nicht entgehen lassen.
Wer auch jüngst aus Finnland rauskommt, aber zu dem Zeitpunkt noch über die Landesgrenzen hinaus eher unbekannt war: Stam1na. In Finnland aber schienen sie ziemlich abzugehen; super Stimmung begleitete das schnelle etwas thrashige Metalgeballer der fünfköpfigen Band, die sich in orangefarbene Overalls gekleidet hatten. Auch hier: reinhören!
Die Headlineracts gingen an Avantasia, Ghost und Children of Bodom, die allesamt praktisch das gesamte Publikum an- und in ihren Bann zogen. Trotz der gar nicht so vielen Leute herrschte eine mitreißende Stimmung.

Kurzübersicht:

Bändchen: gibt es für Zwei- und Dreitagestickets. Stoffbändchen, allerdings etwas dünne, die sich mit Knopfverschluss verschließen lassen.

Infield: Klein, übersichtlich, wenn auch etwas verwinkelt, asphaltiert; Klosituation gut, da es neben den Dixi-klohäuschen sogar richtige, echte Spülklos mit Wasser und Seife gibt. Aufgrund des kleinen Infields kaum etwas zu verpassen, keine weiten Wege, man bekommt alles mit. Eine Main Stage, eine ein wenig kleinere überdachte Zeltbühne, eine kleine Bühne in einer Halle.

Tuska

Tuska

Essen: Essen ist ziemlich teuer, aber lecker.
Line-up: einige Headlineracts und der Rest viele finnische Bands, für jeden Geschmack was dabei. Es headlinerten Avantasia, Ghost und Children of Bodom. Weite Bands waren Hatebreed, Lordi, Thunderstone, Stam1na, Behemoth, Gojira, Delain und Anthrax. Für jemanden, der gerne frontlinert oder Autogramme sammelt, ist das Tuska das Festival der Wahl.

Mit Flug und Hotel ist das Tuska Open Air Metal Festival allerdings für ausländische Besucher relativ teuer; darum bin ich auch nur einmal dagewesen.

NÄCHSTES TUSKA
Wann: 30.6 – 2.7 2017
Wo: im ehemaligen Industriegebiet Suvilahti mitten in Helsinki
Wer: Sabaton, HIM, Apocalyptica, Amorphis, Sonata Arctica, Battle Beast, Insomnium u.a.
Was: 3 Bühnen unterschiedlicher Größe und ein sehr übersichtliches Festival
Wie: Irgendwie nach Helsinki kommen und dann dort versuchen, ein Hotel zu finden.
Preis: 1 Tag 75 €, 2 Tage 105 €, 3 Tage 129 €. Das Infield ist von Vormittag bis etwas nach Mitternacht geöffnet.

Tuska

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Nachbericht und alle Fotos von Clara C. Wanning

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