Review: THE NOVELISTS – NOIR Review: THE NOVELISTS – NOIR
„Noir“ ist das zweite Werk der Franzosen THE NOVELISTS. Wo „Noir“ draufsteht, ist aber gar nicht so viel Schwarz drin. Natürlich wird harter Metalcore... Review: THE NOVELISTS – NOIR

„Noir“ ist das zweite Werk der Franzosen THE NOVELISTS. Wo „Noir“ draufsteht, ist aber gar nicht so viel Schwarz drin. Natürlich wird harter Metalcore geboten, es sind aber vorwiegend sanftere progressive Klänge auf „Noir“ zu finden. Dazu gibt es etwas Post-Hardcore und fertig ist die Mischung, die den Sound von THE NOVELISTS ausmacht. Das ist zwar nicht ganz so fett krachend, aber musikalisch hochinteressant.

Nachdem ihr 2015er Debüt-Album „Souvenirs“ aufhorchen ließ, sind THE NOVELISTS aus Paris nun mit ihrem zweiten Silberling „Noir“ zum Durchstarten bereit. Für das Konzeptalbum haben die Franzosen eine variable Mischung aus Progressive Metal, Post Hardcore und Metalcore kreiert und durch verschiedene Dosierungen der Stile vier Kapitel erschaffen. Diese unterscheiden sich deutlich in ihren Stimmungen, die vor Allem durch die unterschiedliche Gitarren, den variablen Gesang, die stilistischen Spielarten und sogar durch je eine eigene Art der Produktion und des Mixings.

„We have worked so hard on this record for a whole year, we wanted to make no compromise in making this album, which made the process very painful, but we couldn’t be happier and proud of the end result!“ beschreiben THE NOVELISTS den Entstehungsprozess von „Noir“.

Das Endergebnis ist ein durchweg sehr atmosphärisches Album. Selbst beim Titel der Scheibe hatte das Quintett seine Hintergedanken: »Noir« describes the atmosphere revolving in the lyrics all along the album, it was important for us to find a French word as a name for the album as it is a big part of our identity, a part that we’re proud of, and even though today’s music industry makes it mandatory for us to sing in English, we still like putting some hints here and there.“

Mit „Lappel du vide“ und „Monochrome“ startet THE NOVELISTS ausgesprochen ruhig und gefühlvoll. Das Brett bleibt hier in der Tasche und eine ordentliche Portion Weichspüler über Instrumente und Stimme gegossen. Mit dem Saxophon-Einsatz beschreitet die Band hier Neuland. Musikalisch sind beide Songs vom Feinsten und glänzen durch die ruhige Atmosphäre. Das folgende „Under different welkins“ ist dann der Brückenschlag zwischen der atmosphärischen Süße und der metallischen Härte. So werden dem Klargesang nun aggressive Growls beigemischt. Die härteren „Les nuites noires“ und „Grey souls“ bauen mit hämmerndem Metalcore ordentlich Druck auf, der im Refrain mit Klargesang entspannt. Bei letzterem kommt zudem eine Post-Hardcore Note hinzu. „A bitter end“ folgt dem gleichen Muster, genauso wie “Stranger self”, welches  durch eine Rap-Einlage und Klavierklänge auffällt.

Bei “The Light, the fire” und “Joie de Vivre“ schwingt die Stimmung wieder zum  ruhigen, progressiven Sound um, der durch Metalcore-Einflüsse aber noch etwas Härte erhält. Dieser fast schizophrene Balance-Akt zwischen den beiden Stimmungen findet in „Lead The Light“ seine Fortführung. „À Travers le Miroir“ ist dann einfach nur hohe musikalische Schule, die ohne krachende Metal-Elemente auskommt. Mit „Heal the wound“ wird zum Schluß noch einmal stilübergreifend fusioniert und eine Art Zusammenfassung der Stimmungen geliefert.

Insgesamt ist “Noir” ein sehr interessantes Konzeptalbum das stilübergreifend mit verschiedenen Atmosphären und Stimmungen spielt. THE NOVELISTS sind sicherlich eine der vielversprechendsten Bands im Bereich Progressive Metal und zeichnen sich besonders durch Experimentierfreudigkeit aus. “Noir” ist musikalisch hochanspruchsvoll. Alleine die unglaubliche Gitarrenarbeit von Mastermind Florestan Durand ist genug Grund dem Album zu verfallen. Die Melodieführungen und Songstrukturen sind bärenstark. Einziger Wermitstropfen an “Noir” ist, dass irgendwie das mitreissende Element, der zündende Funke fehlt. Hier nutzen THE NOVELISTS ihr Potential nicht hundertprozentig.  Das ist aber Jammern auf hohem Niveau. Am besten einfach reinhören, überzeugen lassen und in die Atmosphären abtauchen. Spätestens ab dem zweiten Durchlauf bleibt die Scheibe in den Gehirnwindungen hängen und lässt einen nicht mehr los.

Anspieltipp: Under different welkins, The light, the fire, À Travers le Miroir

Review: Michael Glaeser (Metalogy Michael)

Hörprobe auf YouTube von „The Light, The Fire“:

Tracks

  1. L’appel du Vide 4:14
  2. Monochrome 5:13
  3. Under Different Welkins 5:04
  4. Les Nuits Noires 4:15
  5. Grey Souls 3:02
  6. A Bitter End 4:28
  7. Stranger Self 3:33
  8. The Light, The Fire 3:46
  9. Joie de Vivre 4:28
  10. Lead The Light 3:40
  11. À Travers le Miroir 4:42
  12. Heal The Wound 5:37

Line up: Matt Gelsomino – Gesang, Florestan Durand – Gitarre, Charles-Henri Teule – Gitarre, Nicolas Delestrade – Bass, Amael Durand – Schlagzeug

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