Risikobewertungsinstrument für Gefährder RADAR-iTE bald bundesweit im Einsatz Risikobewertungsinstrument für Gefährder RADAR-iTE bald bundesweit im Einsatz
In Deutschland sind derzeit über 570 Personen als „Gefährder“ und rund 360 als sogenannte „Relevante Personen“ eingestuft. Für die Bewertung des tatsächlichen Gewaltrisikos dieser... Risikobewertungsinstrument für Gefährder RADAR-iTE bald bundesweit im Einsatz

In Deutschland sind derzeit über 570 Personen als „Gefährder“ und rund 360 als sogenannte „Relevante Personen“ eingestuft. Für die Bewertung des tatsächlichen Gewaltrisikos dieser Personengruppe wurde im Bundeskriminalamt (BKA) ein Risikobewertungsinstrument entwickelt. RADAR-iTE wurde durch die Arbeitsgruppe Forensische Psychologie der Universität Konstanz wissenschaftlich unterstützt.

Seit 2012 ist in Deutschland die Anzahl polizeilich bekannter und potenziell gewaltbereiter Personen des militant-salafistischen Spektrums angestiegen. Diese Gruppierungen oder Personen wollen sich nicht nur im Ausland, sondern zum Teil auch in Deutschland gemäß der Ideologie der Al Qaida und des IS am bewaffneten Kampf beteiligen.

Gibt es Hinweise, dass sich ein militanter Salafist am bewaffneten Kampf beteiligen will, prüft die Polizei, ob die Person als Gefährder oder Relevante Person einzustufen ist. Dies ist dann der Fall, wenn bestimmte Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass sich die Person an politisch motivierten Straftaten von erheblicher Bedeutung beteiligen wird oder eine feste Funktion in der Szene einnimmt.

RADAR-iTE  ist die Abkürzung für „Regelbasierte Analyse potenziell destruktiver Täter zur Einschätzung des aktuellen Risikos – Islamistischer Terrorismus“. Es ist laut Presseinformation des BKA vom 2. Februar 2016 den nächsten Schritt, „um den polizeilichen Umgang mit militanten Salafisten zu optimieren“. Seit Anfang 2015 arbeitet das Bundeskriminalamt mit der Arbeitsgruppe Forensische Psychologie der Universität Konstanz für die Entwicklung des Instruments eng zusammen. Die Kooperation betrifft methodische Aspekte in Bezug auf die Entwicklung und die Qualitätssicherung. Ein Teil des Entwicklungsprozesses ist eine empirische Untersuchung der wissenschaftlichen Tragfähigkeit .

Infografik RADAR iTE

Infografik RADAR iTE

Ein thematischer Schwerpunkt der Konstanzer Arbeitsgruppe Forensische Psychologie ist die Identifikation von Risikofaktoren für schwere Gewaltdelikte sowie die Frage der Validität von Verfahren zur Risikobeurteilung potenzieller Gewaltstraftäter, zum Beispiel bei Attentaten an Schulen, Gewalt am Arbeitsplatz oder auch extremistisch motivierter Gewalt.

Anwendung

Für die Anwendung von RADAR-iTE greifen die Sachbearbeiter auf Informationen zurück, die ihnen bereits vorliegen oder die sie aufgrund der gültigen Rechtslage erheben dürfen. Die in RADAR-iTE abgefragten Informationen beziehen sich auf beobachtbares Verhalten – und nicht auf Gesinnung oder Religiosität einer Person. Die Sachbearbeiter ziehen möglichst viele Informationen zu Ereignissen aus dem Leben der Person heran, die zum besseren Gesamtverständnis einer aktuell bestehenden Problemsituation notwendig sind.  Die Risikobewertung wird anhand eines Risikobewertungsbogens mit standardisierten Fragen und Antwortkategorien durchgeführt.

Nach festgelegten Regeln wird die bewertete Person einer dreistufigen Risikoskala zugeordnet. Diese unterscheidet zwischen

  • einem hohen,
  • einem auffälligen und
  • einem moderaten Risiko.

Im Anschluss wägt die sachbearbeitende Dienststelle die Handlungsoptionen ab und wählt individuell passende Interventionsmaßnahmen im rechtlich zulässigen Rahmen. Die von den Sachbearbeitern vorgenommene Bewertung mit RADAR-iTE ist transparent und nachvollziehbar. Mit RADAR-iTE ist erstmals eine bundesweit einheitliche Bewertung des Gewaltrisikos von polizeilich bekannten militanten Salafisten möglich.

Drei standardisierte Einstufungssysteme als Basis:

  • Achtstufiges Prognosemodell: Wenn ein Sachverhalt bekannt wird, der auf ein konkretes Schadensereignis hindeutet wie beispielsweise einen Anschlagsplan durch bislang polizeilich unbekannte Personen, wird mittels eines achtstufigen Prognosemodells eine Wahrscheinlichkeitsaussage hinsichtlich des potenziellen Schadenseintritts getroffen.
  • Gefährdereinstufung: Wenn bestimmte Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass sich eine Person in unterschiedlicher Art und Weise an politisch motivierten Straftaten beteiligen wird oder eine bestimmte Rolle in der Szene einnimmt, erfolgt eine Einstufung als Gefährder oder Relevante Person und führt zu polizeilichen und/oder strafrechtlichen Maßnahmen.
  • Mit RADAR-iTE wird eine Person, zu der eine Mindestmenge an Informationen zu Ereignissen aus ihrem Leben vorliegt, hinsichtlich des von ihr ausgehenden Risikos, in Deutschland eine schwere Gewalttat zu verüben, bewertet und einer Risikoskala zugeordnet, um darauf aufbauend Interventionsmaßnahmen zu priorisieren.

Die Entwicklung von RADAR-iTE wurde seit Anfang 2015 gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Forensische Psychologie der Universität Konstanz durchgeführt. Im September 2016 wurde RADAR-iTE fertiggestellt. Die stufenweise bundesweite Einführung wird voraussichtlich im Sommer 2017 abgeschlossen sein.

Quelle: https://www.bka.de/

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Lydia Dr. Polwin-Plass

Promovierte Journalistin und Texterin, spezialisiert auf die Themen Kultur, Wirtschaft, Marketing, Vertrieb, Bildung, Karriere, Arbeitsmarkt, Naturheilkunde und Alternativmedizin. Mehr über Dr. Lydia Polwin-Plass auf ihrer Website: http://www.text-und-journalismus.de