Review: Obsidian Sea – Dreams, Illusions, Obsessions Review: Obsidian Sea – Dreams, Illusions, Obsessions
„Obsidian Sea“ - Bulgariens Hoffnung auf höhere metallische Beachtung mit ihrer zweiten Doom Metal - Kreation „Dreams, Illusions, Obsessions“. Review: Obsidian Sea – Dreams, Illusions, Obsessions

„Obsidian Sea“ – Bulgariens Hoffnung auf höhere metallische Beachtung mit ihrer zweiten Doom Metal – Kreation „Dreams, Illusions, Obsessions“.

Der Gruppenname gibt bereits Aufschluss über die Herkunft der Band und über die gebotene Musik zugleich. Zum einen kommt das Trio aus Bulgarien, das bekanntlich am Schwarzen Meer liegt. Zum anderen prophezeit die Benennung nach dem schwarzen Vulkanglas Obsidian etwas Mystisches. Und so klingt auch ihre Musik.

Oft gilt der Leitspruch, man solle niemals an einem funktionierenden System herumwerkeln, doch die Bulgaren haben dies getan. Zwar nur in kleinen, aber doch wirkungsvollen Punkten. Ob das zum Vorteil gediehen ist, obliegt eher der subjektiven Betrachtung.

Generell wird von Obsidian Sea eine Form von Doom Metal fabriziert, der aus der Epoche der Black Sabbath – Anfangszeiten stammen könnte. Diese Gründerväter standen eindeutig Pate für die musikalische Gestaltung der drei Herren, deren Erzeugnisse dem Zeitgeist der Urtypen des Genres am nächsten kommen.

Nicht spektakulären aber guten und überzeugenden Doom boten Obsidian Sea auf ihrem Premierenstück „Between two Deserts“ mit Titeln wie „At the Temple Doors“ und „Flaming Sword“.

Obsidian Sea - Dreams, Illusions, Obsessions

Obsidian Sea

Die rhythmische, sich der gespielten Klänge anpassende Singweise harmonisierte recht ansehnlich mit der schwerfälligen, rifflastigen Instrumentalisierung der Lieder. Die Band veränderte jedoch im Vergleich zum Debüt bei „Dreams, Illusions, Obsessions“ leicht die Wiedergabe des Gesangs, der sich nun feiner und heller anhört, indem eine Art dumpfer Hall drauf gelegt wurde. Dadurch erzeugt sich eine sphärische Wirkung, die wie die Lyriken einen sybillinischen Wesenszug birgt.

Zudem begeben sich Obsidian Sea gewissermaßen auf eine Zeitreise. Erscheint das zweite, wie aus der Zeit gefallene Album doch roher vom Sound und könnte eher als Erstling durchgehen, als das scheinbar klarer produzierte wahre Debüt, das eher aktuellerem Doom nach dem Muster alter Schule zuzuordnen ist.

Für diejenigen, die die Bulgaren bisher noch nicht kannten, hört sich das bei einer Gegenüberstellung der beiden Scheiben fast nach zwei verschiedenen Bands an. Man ist unentschlossen, welche Variante man präferieren soll. Stiltechnisch würde der eine oder andere vielleicht eher zum ausgewogener klingenden Erstling tendieren. Doch gerade bei Liedern wie „The Trial of Herostratus“, „Child in the Tower“ oder auch „The Fatalist“ hat die auf dem neusten Werk dargebrachte Vortragsweise ihren eigentümlichen, trefflichen Charme.

Fazit: Was soll man da raten? Zurück zu den achtbaren Wurzeln? Fortführen des neu eingeschlagenen, auch nicht unpassenden Weges ? Oder gar am Ende beides miteinander kombinieren? Die bisher gewählten Optionen stehen Obsidian Sea zumindest ganz gut zu Gesicht und wussten jeweils für sich zu sprechen. Wie angemerkt ist die Vorliebe für eine der Platten vom persönlichen Gusto abhängig. Und die weitere Vorgehensweise bleibt eine freie Entscheidung der Musiker.

Anspielempfehlung:  The Trial of Herostratus, Child in the Tower

Review: Daniel Oestreich

Besetzung:  Anton Avramov  – Gesang / Gitarre, Ivaylo Dobrev –  Baß (Album), Bozhidar Parvanov – Schlagzeug, Delyan Karaivanov – Baß (aktuell)

Titelliste:

  1. The Trial of Herostratus 6:45
  2. Confession 6:38
  3. Child in the Tower 6:08
  4. Mulkurul 7:23
  5. The Fatalist 6:56
  6. Somnambulism 6:34

Hörprobe auf Youtube vom Album „Dreams, Illusions, Obsessions“

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Doom over Vienna XII – Nachbericht Tag 2

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