Review: MR. IRISH BASTARD – THE DESIRE FOR REVENGE Review: MR. IRISH BASTARD – THE DESIRE FOR REVENGE
Mit ihrem neuen Album „The Desire For Revenge“ (VÖ 02.03.2018) starten MR. IRISH BASTARD ins zweite Jahrzehnt ihres Bestehens. Es ist eine Art Anleitung zum Idealismus.... Review: MR. IRISH BASTARD – THE DESIRE FOR REVENGE

Mit ihrem neuen Album „The Desire For Revenge“ (VÖ 02.03.2018) starten MR. IRISH BASTARD ins zweite Jahrzehnt ihres Bestehens. Es ist eine Art Anleitung zum Idealismus. Der Mitteilungsdrang in den neuen Eigenkompositionen ist groß und wenn mal in die Cover-Kiste gegriffen wurde, dann nur für eine Parodie.

Die Anfänge einer Band sind meist schwer. Als MR. IRISH BASTARD 2006 antraten, die Welt mit schnell getakteten und hochprozentigen Hymnen zum Beben zu bringen, waren die Bühnen so klein, dass die Hälfte der musikalischen Überzeugungstäter beinahe runterfiel. Heute, drei Studioalben und gute 700 Konzerte später ist die Truppe längst eine international gefeierte Folk-Punk-Instanz geworden. Unter anderem kamen sie bis nach China, Japan und auf großzügig Platz bietende Festivalbühnen neben The Pogues, Flogging Molly, Dropkick Murphys und The Levellers.

Mit ihrem neuen Album „The Desire For Revenge“ (VÖ 02.03.2018) starten MR. IRISH BASTARD ins zweite Jahrzehnt ihres Bestehens. Es ist eine Art Anleitung zum Idealismus. Der Mitteilungsdrang in den neuen Eigenkompositionen ist groß und wenn mal in die Cover-Kiste gegriffen wurde, dann nur als Parodie.

„The Desire For Revenge“ wurde vom festen Stamm der Band aufgenommen: Zu den so genannten „Travelling Bastards“, die in wechselnder Konstellation live dazu stoßen, schauten diesmal im Studio auch einige Gaststars vorbei.Mr. Irish Bastard_Cover

„The Soundtrack Of My Life“ empfiehlt sich nicht nur als zündungsfertiger Live-Knaller, der Song ist aus der Feder des irischen Sängers, Gitarristen und Bandgründer Mr. Irish Bastard durchaus autobiografisch zu verstehen. „Phoenix“ schlägt mit seinem „All that I am…“-Refrain ähnliche Töne an, trägt den Sound aber mit der Geige als Orchestrierungsmerkmal auf selbsterklärend-kompromissloses Pop-Neuland für MR. IRISH BASTARD. „The Desire For Revenge“ spielt nicht unter grellem Neonlicht sondern auf den Wiesen von Freilichtbühnen oder im Dunkel einer Konzerthalle.

Die Songs erzählen Geschichten von Underdogs, von Gesetzlosen und Charakteren, die nach ihren eigenen Gesetzen leben und dafür bisweilen sogar nach dem Tod getötet werden. Wie Oliver Cromwell, der englische Landprotektor, den man drei Jahre nach seinem Tod exhumierte, um seinen Leichnam posthum symbolisch nochmal hinzurichten.

Auch der Tag des Blauen Auges wird aufgegriffen, der „Black Eye Friday“, jener letzte Freitag vor Weihnachten, an dem statistisch gesehen die meisten Prügeleien im Vereinigten Königreich stattfinden. Der Protagonist des Songs legt eine heldenhafte Tragik an den Tag, die in ihrer schnellen Taktung dahin einlädt, wo sie hingehört, in den Moshpit. Trotz brutal-hinterlistiger Gangster-Konventionen vereitelt „Mike Malloy“ seine eigene Tötung, während „Darlinka (Darling Karlinka)“ in elektrisierender Ska-Polka, sogar das Herz eines standhaften Trinkers bricht. „I only wanted you or someone very like you“ singt Mr. Irish Bastard in gewohnt eindringlicher Weise, die immer ein bisschen so klingt, als ob ihm der Allmächtige auf der Spur wäre. Und man wähnt sich beinahe beim Lauschen einer romantischen Ansage. Bis der Refrain erklingt: „I Only Like You When I’m Drunk“. Es sind diese Twists und Brüche, es ist das Flirten mit dunklen Seite der Macht, das „The Desire For Revenge“ mehrwertig gestaltet. Leicht unterscheidbar von der reinen Party-, Rauf- und Sauflied-Fährte, mit der Irish Folk gemeinhin assoziiert wird, ist MR. IRISH BASTARD ohnehin.

Als Gaststars wirkten mit: Die Gitarristen P und Moe Leicester, B.B. am Akkordeon und die Tin Whistle-Expertin Kate. Eine neue Dimension im Klang addieren die Geigerinnen Laura Zimmermann und Mona Kaczmarczyk. „Die Geige ist eine neue Klangfarbe in unserem Sound und transportiert Emotionen, die bislang bei uns keine offensichtlichen Rollen spielten“, erklärt Mr. Irish Bastard. “Wir zelebrieren und definieren auf dem neuen Album unsere bisherige Geschichte als Band. Gleichzeitig verfeinern wir unseren Sound aber auch, denn nur wer sich verändert, bleibt sich letztendlich treu und bleibt auch seinen Zuhörern gegenüber ehrlich. Kurz gesagt, bleiben die Sehnsüchte, wie in jeder Folk-Deutung, überall auf der Welt, die Gleichen. Menschen brauchen alle das Gleiche, Freunde, etwas zu trinken und zu essen, Liebe. Und manche“, lacht er, „lüstern hin und wieder auch nach Rache, Vergeltung, Schuld und Sühne. ‚The Desire For Revenge‘ könnte deren Platte werden.“

Die Band: Gran.E.Smith (Mandoline, Banjo, Bouzouki), Beouf Strongenuff (Bass) und Schlagzeuger Ivo K’Nivo.

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Lydia Dr. Polwin-Plass

Promovierte Journalistin und Texterin, spezialisiert auf die Themen Kultur, Wirtschaft, Marketing, Vertrieb, Bildung, Karriere, Arbeitsmarkt, Naturheilkunde und Alternativmedizin. Mehr über Dr. Lydia Polwin-Plass auf ihrer Website: http://www.text-und-journalismus.de