Review: ALUNAH – Solennial Review: ALUNAH – Solennial
Sabbath für Kräutersammler. Solennial, das bereits vierte Album der Birminghamer Stoner-Doomer ALUNAH bringt schwere Riffs aus dem Nachlass von Sabbath. Ätherischer Gesang weckt dazu die Waldgeister! Ein... Review: ALUNAH – Solennial

Sabbath für Kräutersammler. Solennial, das bereits vierte Album der Birminghamer Stoner-Doomer ALUNAH bringt schwere Riffs aus dem Nachlass von Sabbath. Ätherischer Gesang weckt dazu die Waldgeister! Ein Angebot an die Pfandfinder unter uns Metallern!
Birmingham ist eher bekannt für jene Band, die erstmals Furcht in unser Leben gebracht hat: Black Sabbath. In den Siebzigern konnten unser aller Ikonen noch glaubhaft machen, dem Satanismus zu huldigen. Zuletzt trug auch Iommi das Kreuz an seiner Brust wieder richtig herum. Somit können auch wir das alles lächelnd mit ironischer Distanz hören und genüsslich von der Fledermaus abbeißen.

ALUNAH - Solennial

ALUNAH – Solennial

Das schiere Gewicht dieser Musik mag in Birmingham’s Geschichte begründet sein, gleichwohl verhandeln die Lyrics spirituelle Angelegenheiten, die irgendwo im Hexenwald stattfinden. Bereits beim Opener „The Dying Soil“ massiert eine immense Basslinie die Magengrube. Dies wird sich auch bis zur Auslaufrille nicht mehr ändern. Sofern nicht gerade ein Solo ist, spielt die Gitarre die Melodielinie unisono mit dem Bass. Wie auch Tony Iommi, bedient Gitarrist David Day eine Gibson SG, die für ihren warmen, druckvollen Sound bekannt ist. So entsteht eine massive Wand aus Sound, schon gehört bei erwähnten Altvorderen.
Schwer und träge wälzt sich eine Phalanx der Schwermut daher. Einfache, repetitive Riffs, die alsbald den Puls auf 59 runtersynchronisieren. Wenn ich beim Hören der Scheibe an Ozzy denke, halte ich die Musik da und dort für Sabbath. Wäre da nicht die Stimme der Sophie Day, mit ihrem ätherisch schwebenden Klang. Vergleichsweise zerbrechlich, setzt sie den Kontrapunkt, der das Salz in der Suppe ausmacht. Sie bringt Luftigkeit und Weiblichkeit und erschafft so einen Kontrast zur doomigen Stimmung der Songs. Sympathisch unaufgeregt und ohne Bombast fügt sie den hypnotischen Melodielinien die Quintessenz hinzu. Erinnerungen an die psychedelischen Songs der Sechziger, wie Jefferson Starship blitzen auf.  Eine große Stimme, sparsam eingesetzt, wie auf Standgas, man vermutet jederzeit, daß da noch mehr geht.

Wie das bei Doom im Allgemeinen und bei Stoner Doom im Speziellen so ist, fließt alles so dahin, die Welle erfasst dich, oder eben nicht. Das Album besticht nicht mit einem richtigen Höhepunkt, mit einem Spannungsbogen.
Durch das minimalistische melodische Grundgerüst ergibt sich eine kontemplative Stimmung, daneben passiert aber wenig und hinterlässt mich ein wenig ratlos. Die Scheibe lässt Leidenschaft und Druck vermissen. Jene Hookline, die am ehesten hängen bleibt, ist in „Fire of Thornborough Henge“.
Schließlich endet das Album mit einer Coverversion von The Cure’s großartigem „A Forest“. Das Riff, hier nur im Intro zu hören, ist und bleibt Weltklasse. Mit massivem Feedback gespielt, kommt der Karren noch mal in Fahrt und bietet einen versöhnlichen Abschluss.

Alunah kommen ab Mai nach Oldenburg, Dresden, Stuttgart, Aachen und zum Doom Over Vienna im November.

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Review: Michael Neumann

Hörprobe auf Youtube: Fire Of Thornborough Henge

Tracklist:

1. The Dying Soil
2. Light Of Winter
3. Feast Of Torches
4. The Reckoning Of Time
5. Fire of Thornborough Henge
6. Petrichor
7. Lugh’s Assembly
8. A Forest

Alunah sind: Sophie Day – Vocals, David Day – Guitar, Daniel Burchmore – Bass, Jake Mason – Drums

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