Interview: UDO DIRKSCHNEIDER im Gespräch mit Metalogy Teil 2 Interview: UDO DIRKSCHNEIDER im Gespräch mit Metalogy Teil 2
Einen Tag vor Heilig Abend bereitet die Legende UDO DIRKSCHNEIDER höchstpersönlich und ein frühes Weihnachtsgeschenk und steht zum Abschluss des Deutschland-Teils der „Back To... Interview: UDO DIRKSCHNEIDER im Gespräch mit Metalogy Teil 2

Einen Tag vor Heilig Abend bereitete uns die Legende UDO DIRKSCHNEIDER  ein frühes Weihnachtsgeschenk und stand zum Abschluss des Deutschland-Teils der „Back To The Roots“-Tour in der Mannheimer Maimarkthalle Metalogy.de Rede und Antwort. Aufgrund der Länge des Interviews haben wir es in drei Teile geteilt und eine Serie daraus gemacht. Hier Teil 2 des Interviews. Lest also morgen Teil 3.

Wie viel Zeit verbringst Du so auf Ibiza?

UDO: Dieses Jahr war es sehr wenig. Ich habe mal so zwischendurch immer nur so drei bis vier Tage gehabt. Dann war ich einmal am Stück zwei Wochen da. Richtig längere Zeit eigentlich nicht. Ich versuche immer so viel wie möglich nach Hause zu fliegen. Aber das war jetzt die letzten zwei Jahre etwas knapp.

Das, was Du jetzt mit DIRKSCHNEIDER gemacht hast, wird das einen Einfluss auf das neue U.D.O.-Album haben?

UDO: Ich sag mal so: Da muss man auch offen und ehrlich sagen, kompositionsmäßig hat das schon ein bisschen abgefärbt. Wenn man zwei Jahre lang diese Songs spielt, dann sind gewisse Einflüsse schon da. Es wird auf jeden Fall wieder anders – das U.D.O.-Album.

Du spielst ja mit dem Musikkorps der Bundeswehr und orientierst dich vom Outfit am Militärischen.

UDO: Ja, ich habe ja immer meine Uniform an. Logisch.

Hat das einen Hintergrund?

UDO: Nein. Die ganze Camouflage-Geschichte, die haben wir mit Accept 1983 oder so gemacht. Wir habe da irgendwas gesucht, das optisch etwas anders war als die Anderen. Was manche Leute dann mit der rechtsradikalen Geschichte verbunden haben. Das hat damit überhaupt nichts zu tun gehabt. Die ganzen Orden an den Sachen von den Jungs waren alles Karnevalsorden. Das hat dann auch eine Zeit lang gedauert, bis die Leute das gemerkt habe. Camouflage passte zu mir zu meinen Bewegungen auf der Bühne am besten. Ich habe ein paar Mal versucht, davon weg zu kommen. Image bleibt Image. (lacht) Das war auch kein Problem. Mittlerweile ist das Fashion. Das Zeug kannst Du ja mittlerweile überall kaufen. Mit Militär hat das nichts mehr zu tun.

In dem „Balls To The Wall“-Video (aus den 80ern) schwingst Du auf einer Abrissbirne. Wie war das damals? Hast Du das selber gedreht?

UDO: Am Ende (beim Einschlag) war das ja nicht selbst, sondern eine Puppe. Aber es war schon 15 Meter hoch und dann haben die praktisch gedreht bis auf den Punkt. Mitten im Winter war das schon ganz schön kalt. Mitten im Januar. Da war es schon ganz schön frisch, würde ich mal sagen.

Eine Frage zum Equipment: Gibt es da etwas das Dir wichtig ist?

UDO: Damit habe ich eigentlich wenig zu tun. Ich habe da meine Sendeanlage und alles andere. Die Gitarristen haben da ihre Sachen. Mein Sohn hat da sein eigenes Schlagzeug. Damit habe ich wenig zu tun.

Wenn Du auf Tour bist und zu einer Location kommst. Gibt es da etwas worauf Du besonders achtest, was Dir wichtig ist?

UDO: Wir sind da eigentlich ziemlich down-to-earth. Wir versuchen eigentlich immer, unser Catering so weit wie möglich zu reduzieren. Das ist immer zu viel. Sagen wir mal so: Was ist wichtig? Das sind Obst-Sachen. Wir trinken gerne Wein. Aber ansonsten sind wir nicht irgendwie speziell. Das Essen sollte gut sein. Das ist ein wichtiger Punkt. Weil, wenn Du auf Tour bist und das Essen stimmt irgendwie nicht, das ist dann nicht so lustig. Das ist schon ein wichtiger Faktor für uns. Das ist auch etwas worauf wir achten. Wir haben das mittlerweile umgestellt. Soweit es geht, geht die Band immer Restaurant essen. Weil, nicht überall ist das Catering vor Ort so gut.

Fühlst Du Dich eigentlich irgendwo besonders wohl? Gibt es Locations, wo Du besonders gerne bist?

UDO: Ich bin sehr gerne in Russland. Da haben wir eine ziemlich enge Beziehung zu. Wir haben auch einen russischen Gitarristen. Ich wohne mittlerweile teilweise auch in St. Peterburg, wo meine Lebensgefährtin wohnt. Wir haben da ein Apartment. Ich bin jetzt über Silvester in St. Peterburg. St. Peterburg und Ibiza – das geht immer so hin und her. Meine Freundin arbeitet beim Film. Die ist im Augenblick also schwer beschäftigt. Ich habe, sage ich mal, eine ziemlich gute Beziehung zu diesem Land. Warum weiß ich auch nicht. Wir fühlen uns da alle wohl. Wir machen das schon seit…. Moment. Seit wann machen wir das denn? Also ich war das erste Mal in Russland 1993. Und dann mit U.D.O. waren wir 1998, glaube ich, das erste Mal da. Und seitdem touren wir da immer. Ja, ich meine, ich habe Songs in Russisch gemacht.

Sprichst Du Russisch?

UDO: Ich sag´ mal mittlerweile Brocken. Ich verstehe ziemlich viel mittlerweile. Das hat uns auch ziemlich viel gebracht da in Russland. Ich weiß nicht wieso. Die Leute haben immer gefragt, wieso seid ihr denn so bekannt da. Wir touren da wirklich von West nach Ost. Wir spielen auch in Wladiwostok oder was weiß ich, wo wir schon überall gespielt haben. Das ist ein tolles Land. Ich komme da Die Leute sagen immer: Aber Russland und so… Politik lassen wir mal außen vor. Das ist nochmal eine andere Nummer. Aber vom Land her, von den Leuten her ist das eigentlich so mit mein Favorit. Die Leute sind auch sehr gastfreundlich. Wenn man da einmal so drin ist, dann ist man da – sagen wir es mal so – in einer Art Familie drin. Das macht auch unheimlich Laune. Und Ibiza habe ich deshalb gewählt, weil erstmal unser Ersatzmann, der Fitty wohnt daza seit über 26 Jahren, glaube ich, mittlerweile. Ich war früher schon immer ein Ibiza-Fan – zu Hippie-Zeiten so ungefähr. Irgendwann habe ich mal gesagt, irgendwann lande ich mal da. Aus familiären Gründen habe ich dann mich aus Deutschland verabschiedet. Ich mag die Mentalität, die spanische. Da komme ich mit besser klar als mit der deutschen. Da heißt nichts gegen die Deutschen, aber das ist mir teilweise ein bisschen zu eng. Da ist das alles ein bisschen lockerer. Alles ein bisschen mañana. Alles wunderbar. (lacht)

Bist Du auch gerne in Österreich?

UDO: Was heißt Österreich? Österreich ist natürlich für Metal ein schwieriges Unterfangen. Wir waren jetzt in Wörgl und in Wien – im Planet Music. Das war gut. Aber es ist immer irgendwie schwierig, Österreich. Mal spielen wir dort auf Tour, mal spielen wir da nicht. Es kommt immer drauf an. Österreich ist ein schönes Land. Auf jeden Fall. Berge und Schnee sind jetzt zwar nicht so mein Ding. Ich habe es eher mit warm. Russland ist ja zwar auch nicht gerade warm, sondern eher kalt, aber ansonsten zieht es mich eher ins Warme.

Interview: Lydia Polwin-Plass und Michael Glaeser

Lest dazu auf Metalogy auch:

interview-udo-dirkschneider-im-gespraech-mit-metalogy-teil-1

www.interview-udo-dirkschneider-im-gespraech-mit-metalogy-teil-3

und

U.D.O. treten in Wacken mit dem Musikkorps der Bundeswehr auf – inkl. Interview mit Udo Dirkschneider

 

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Lydia Dr. Polwin-Plass

Promovierte Journalistin und Texterin, spezialisiert auf die Themen Kultur, Wirtschaft, Marketing, Vertrieb, Bildung, Karriere, Arbeitsmarkt, Naturheilkunde und Alternativmedizin. Mehr über Dr. Lydia Polwin-Plass auf ihrer Website: http://www.text-und-journalismus.de