Interview: LONG DISTANCE CALLING im Gespräch mit Metalogy – Teil 3 Interview: LONG DISTANCE CALLING im Gespräch mit Metalogy – Teil 3
Am 19. Januar unterstützten LONG DISTANCE CALLING die Prog-Legende Fates Warning bei ihrer Show im Colos-Saal /Aschaffenburg. Bassist Jan Hoffmann und Gitarrist Dave Jordan... Interview: LONG DISTANCE CALLING im Gespräch mit Metalogy – Teil 3

Am 19. Januar unterstützten LONG DISTANCE CALLING die Prog-Legende Fates Warning bei ihrer Show im Colos-Saal /Aschaffenburg. Bassist Jan Hoffmann und Gitarrist Dave Jordan standen vor der Show Metalogy.de Rede und Antwort und erzählten vom neuen Album „Boundless“, der anstehenden Headliner-Tour und vielem mehr. Lest hier Teil 3 der vierteiligen Serie.

Wann habt Ihr angefangen? Spielt Ihr noch andere Instrumente?

Dave: Der Jan spielt noch Klavier. Ich habe klassisch angefangen in der Tat. Mit Klassik-Gitarre mit vier Jahren. Dann habe ich relativ lange Bass gespielt. Total unnormal wurde ich dann gefragt, ob ich E-Gitarre spielen möchte, obwohl ich Bass gespielt habe. Eigentlich sind ja Bassisten immer Mangelware. Und so kam ich halt ein bisschen zum E-Gitarre-Spielen.

Jan: Ich habe ganz, ganz spät angefangen. Das aller erste Mal mit 18 oder so. Ich habe vorher mal ein bisschen auf der Akustik-Gitarre von meinem Vater rumgeklimpert und das war es dann auch und mich 18 dann erst richtig dafür interessiert. Also ein absoluter Spätzünder. Flo auch relativ früh, glaube ich.

Wenn Ihr jetzt nicht gerade mit Long Distance Calling unterwegs seid oder eine neue Platte aufnehmt. Was macht Ihr dann so? Habt Ihr Nebenjobs?

Jan: Nö. Wir leben alle so mehr oder weniger von Musik. Wir haben halt die Band und dann macht jeder noch so sein Ding als Selbstständiger. Der ein gibt Unterricht. Der andere macht ein bisschen Promo oder verkauft Musiksachen oder er repariert Sachen oder tunet Sachen, aber alles hat komplett mit Musik zu tun. Und deshalb ist man auch halbwegs ein bisschen zeitlich flexibel, was, wenn in einer Band ist auch nicht schlecht ist.

Ich habe auf Eurer Wikipedia-Seite gelesen, dass Ihr einen Teil Eures Umsatzes mal an „Ärzte ohne Grenzen“ gespendet habt.

(Anmerkung: Janosch und Flo waren die ganze Zeit während des Interviews anwesend und Janosch übernimmt bei diesem Thema das Wort.)

Janosch: Wir haben damals beim Merch für einen gewissen Zeitraum gesagt: Alles was ihr in unserm Shop bestellt, das werden wir spenden.

Seid Ihr allgemein sozial engagiert?

Janosch: Ja. Das ist total wichtig. Es gibt so viele Dinge. Ich kann zum Beispiel nicht verstehen, dass man zu Silvester 113 Millionen oder so, ich weiß es nicht genau, für Böller ausgibt und auf der anderen Seite sich darüber beschwert, dass wir Leuten helfen, mit unserem Geld. Das kann ich nicht nachvollziehen. Jeder normal denkende Mensch, finde ich – man muss das nicht immer machen, um sich bei Facebook abfeiern zu lassen. Wir fanden damals die Zeit passend, das Geld zu spenden, weil da viele Leute durch eine Umweltkatastrophe ihr Zuhause verloren haben. Das war in China. Das waren etwa 1.400 Euro.

Jan: Es schadet einfach nicht, auch etwas abseits von sich selber mal zu machen.

LONG DISTANCE CALLING, Pressefoto: Michael Winkler

LONG DISTANCE CALLING, Pressefoto: Michael Winkler

Janosch: Uns tut es ja auch nicht weh. Das waren für uns halt ein paar hundert Euro Kosten. Und das Geld ist dabei rumgekommen. Das ist ok.

Dave: Wenn man in der Öffentlichkeit steht, dann kann man das auch ein bisschen kanalisieren. Da kriegst du locker mal tausend Leute zusammen irgendwas zu machen, ohne sich gegenseitig zu kennen.

Janosch: Aber es hört auch nicht da auf, finde ich. Wir haben zum Beispiel unsere Shirts umgestellt auf Fair Trade Bio Basis. Ich kenne Bands, die sich – Ich werde mit Sicherheit keine Namen nennen – politisch korrekt ganz, ganz groß auf die Fahne schreiben, aber ihre dann Shirt irgendwie bei Primark kaufen. Dann denke ich: Hey Leute, das passt ja überhaupt nicht zusammen. Man kann die Shirts ja auch teurer verkaufen und es den Leuten erklären.

Jan: Es ist den Leuten ja auch wert. Das sind so Sachen, wo man im Kleinen etwas machen kann, wenn man das möchte, ohne einen wirklichen Mehraufwand. Und das ist es halt, dass man mit Kleinigkeiten schon was machen kann. Ich habe neulich noch gelesen, dass die Leute sich aufregen, dass Fair Trade Kaffee so teuer ist, kaufen aber diese Kapseln für 60 Euro das Kilo. Das ist einfach doof. Und da kann man im Kleinen schon viel machen.

Auf Metalogy.de schreiben wir nicht nur über Metal/Rock als Musik, sondern auch über den Lebensstil und die Lebenseinstellung. Wie würdet Ihr Metal/Rock als Lebensstil beschreiben und was ist Eurer Meinung nach das Besondere daran? Welche Bedeutung hat die Musik in Eurem Leben?

Jan: Das ist bei jedem anders, glaube ich. Wir hatten oder haben alle unsere Metal-Phase. Das spielt teilweise immer noch eine Rolle. Auf jeden Fall. Ich habe auch länger mal bei einem Metal-Label gearbeitet. Ich hatte mal lange und viele Haar. Aber, wir hören alles Mögliche. Aber es war schon immer ein Teil davon. Ich würde uns jetzt aber nicht als reine Metalheads bezeichnen. Wir auch schon immer alles Mögliche gehört. Metal spielt auf jeden Fall aber eine große Rolle. Wenn du mich nach meinen 50 Lieblingsalben all time fragst, da sind locker 20 Metal-Platten dabei. Aber halt nicht nur. Und so ist das bei jedem mehr oder weniger.

Dave: In der Tat ist der Musikgeschmack nicht abhängig vom Genre, sondern abhängig von der Qualität. Ich habe zum Beispiel gerade eine Kate Bush-Phase.

Aus dem Hintergrund: Georg Bush-Phase? (Alle lachen)

Jan: Der ist auf jeden Fall Metal. (lacht)

Jan: Die Musik war für mich, da ich ja recht spät angefangen habe, auch der Grund, warum ich angefangen habe – mehr oder weniger. Das war damals die Schweden Death Metal Welle Anfang der 90er. Von daher war das für mich so ein Auslöser auf jeden Fall. Sowas wie Entomed und die ganzen Geschichten. Von daher spielt das auch auf jeden Fall eine große Rolle. Irgendwann entdeckt man auch noch andere Sachen und entwickelt sich dann auch ein bisschen. Aber Metal spielt auf jeden Fall eine Roll.

Dave: Es ist halt: Du kreierst dir im Prinzip deine eigene kleine Welt in die du flüchten kannst. Egal ob du jetzt ein Instrument spielst oder durch Musik ein bisschen ausbrechen kannst. Ich glaube, jeder braucht eine Stelle, wo er sein eigenes Reich, das er sich selbst gestalten kann, wann und wie und wo er halt will. Das ist mir total wichtig. Wenn ich einen Platte auflege, dann ich auch für eine Stunde weg. Irgendwo anders.

Jan: Wir haben eben auf der Fahrt Crowbar gehört und das tierisch abgefeiert. Aber dann ist auch gerne mal eine Blues-Platte oder eine HipHop-Platte da. Das ist recht vielseitig.

Interview: Michael Glaeser

Pressefotos: Michael Winkler

Morgen könnt ihr hier den vierten Teil des vierteiligen Interviews lesen.

Lest hier Teil 1

http://metalogy.de/interview-long-distance-calling-im-gespraech-mit-metalogy-1

und Teil 2

http://metalogy.de/interview-long-distance-calling-im-gespraech-mit-metalogy-2

 

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