Interview: LONG DISTANCE CALLING im Gespräch mit Metalogy – Teil 2 Interview: LONG DISTANCE CALLING im Gespräch mit Metalogy – Teil 2
Am 19. Januar unterstützten LONG DISTANCE CALLING die Prog-Legende Fates Warning bei ihrer Show im Colos-Saal /Aschaffenburg. Bassist Jan Hoffmann und Gitarrist Dave Jordan... Interview: LONG DISTANCE CALLING im Gespräch mit Metalogy – Teil 2

Am 19. Januar unterstützten LONG DISTANCE CALLING die Prog-Legende Fates Warning bei ihrer Show im Colos-Saal /Aschaffenburg. Bassist Jan Hoffmann und Gitarrist Dave Jordan standen vor der Show Metalogy.de Rede und Antwort und erzählten vom neuen Album „Boundless“, der anstehenden Headliner-Tour und vielem mehr. Lest hier Teil 2 der vierteiligen Serie.

Ihr spielt jetzt zwei Shows mit Fates Warning und Anfang Februar dann Eure Headliner-Tour. Was ist da der Hauptunterschied für Euch?

Jan: Naja, das sind halt andere Leute. Jetzt sind das für uns etwa 75% neue Leute auf diesen beiden Shows. Und die eigene Tour sind halt unsere Leute. Das sind dann Leute die wirklich nur wegen uns kommen. Aber diese Support-Geschichten sind wichtig, einfach um das mal ein bisschen aufzumischen und aufzufrischen – das Publikum – und neue Leute einfach dazu zu gewinnen. Und es macht auch Spaß, Leute zu überzeugen. Neue Leute, die einen halt noch nicht kennen. Da ist es bei den ersten ein bis zwei Songs noch verhalten. Wenn man die dann am Schluss hat, ist das ein gutes Gefühl.

Dave: Und dann ist das natürlich ein ganz anderes Set. Wenn wir hier spielen haben wir natürlich 40 Minuten. Das baust Du natürlich ganz anders auf als so eine 2-Stunden-Long Distance Calling-Show. Hier ist es: zack zack zack. Du gehst davon aus, dass die Leute dich nicht kennen. Also haust du halt ein paar Sachen raus, die viel Energie haben und auf die man auch sehr gut einsteigen kann zum Beispiel, bei denen du ganz gut mitziehen kannst. Bei einer eigenen Show guckst du natürlich schon, dass du eine ziemlich gute Dramaturgie-Kurve kriegst. Das es halt nicht ständig ist: laut – leise – laut – leise, sondern über einen langen Bogen das Konzert gespannt wird.

Wenn Ihr als Vierer-Pack unterwegs seid, wie macht Ihr das mit den Songs mit Gesang?

Jan: Die spielen wir gar nicht. Da sind wir sehr konsequent. Ansonsten sind das halb-gare Sachen und auf halb-gare Sachen haben wir keinen Bock.

LONG DISTANCE CALLING, Pressefoto: Michael Winkler

LONG DISTANCE CALLING, Pressefoto: Michael Winkler

Wie ist das dann auf Festivals? Wie macht Ihr es da mit dem Sound?

Dave: Auch da gilt: Das, was man als Band rausschickt, egal ob du in Münster in einer Baracke, was ein 50-Mann-Club ist, spielst oder bei Rock am Ring auf einer 5.000er Bühne spielt, ist das Gleiche. Das was variiert, ist eigentlich nur die Bühne. Wie hören wir uns auf der Bühne? Wie weit sind wir voneinander entfernt? Ich hatte es mal gehabt, dass ich zu weit von Janosch weg war und dann ein Timing-Shift hatte zum Beispiel. Das passiert schon mal. Ansonsten, wenn du dann halt einen Mischer hast, der die Situation einschätzen kann, der die Anlage vielleicht auch kennt und den Raum eingemessen kriegt, dann bist du da sicher. Das ist eigentlich die Komponente, die sich am meisten ändert, wenn du eine andere Location hast. Wir eigentlich nicht.

Jan: Stimmt. Für uns macht das eigentlich keinen großen Unterschied. Außer auf so riesigen Bühnen eben ist die Distanz halt ein bisschen ungewohnt. Da brauchst du unbedingt die Monitore. Auf einer kleinen Bühne brauche ich die gar nicht eigentlich.

Dave: Genau. Wir sind eigentlich eine ziemlich entspannte Monitor-Misch-Band. Wir machen immer alles aus, aus und aus.

Jan: Wenn man aber 50 Meter auseinander steht, dann wird es schon schwieriger. Aber wie gesagt, da braucht mal halt einen guten Soundmann und im Endeffekt notfalls konzentriert man sich auf das, was man selbst spielt beziehungsweise ich auf das Schlagzeug nur noch und verlasse mich darauf, dass die Gitarren das machen, was sie sonst auch machen. Also, das funktioniert schon.

Long Distance Calling gibt es mittlerweile seit 10 Jahren. Wenn Ihr zurückgeht zu Euren Anfängen, hättet Ihr das so erwartet, dass es sich so entwickelt?

Jan: Nein.

Dave: Das war ja eigentlich eine Spaßband. Jeder hatte eine andere Band damals. Eine größere oder eine wichtigere Band. Das war eine Spaßband damals, in der wir uns einmal in der Woche getroffen haben und rum gejamt haben. Dann kam halt die erste EP und die wurde dann im Visions und im RockHard Demo des Monats und dann musst du halt was machen.

Jan: Da war nichts geplant. Das war sehr überraschend. Aber wenn man so ein Feedback bekommt, bleibt man natürlich am Ball. Und dann macht es auch Spaß.

Was wären so Eure Ziele für die nächsten Jahre?

Jan: Weiterhin gute Platten machen. Ein paar größere Touren nochmal kriegen. Support-Touren oder sowas. Bei denen man jeden Abend vielleicht auch mal vor 2000 bis 3000 Leuten spielt. Das wäre was. Aber hauptsächlich qualitativ auf der Höhe zu bleiben. Ansonsten, die Musikwelt zu revolutionieren. Also die ganz kleinen Dinge, die man sich so vornimmt. (lacht).

Euren Sound kann man schwer mit einer anderen Band vergleichen. Was sind Eure Einflüsse?

Jan: Danke. Das nehmen wir jetzt mal als Kompliment.

Dave: Ich habe gestern ein paar Leute gefragt und immer eine andere Antwort bekommen.

Jan: Ich habe das gestern Abend wieder in einem Review von der neuen Platte gelesen und dass kommt häufiger, dass wir klingen wie eine Mischung aus Porcupine Tree, Pink Floyd und hauptsächlich Tool. Aber diese drei liest man häufiger. Und da kann ich auch ziemlich gut mit leben. Aber die Mischung an sich ist ziemlich eigen und dass ist ja auch gut. Das ist ja heutzutage sehr schwierig. Und ich glaube schon, dass wir einen hohen Wiedererkennungswert haben. Man hört es relativ schnell, dass wir das sind, egal welches Album das ist. Also, die Kombination ist ziemlich eigen. Und das finde ich super.

Gibt es Bands mit denen Ihr mal gerne auftreten würdet?

Dave: Wir haben das gestern noch als Thema gehabt.

Jan: Eine Porcupine Tree-Reunion-Tour. Das wäre natürlich sehr, sehr schön.

Dave: Aus persönlichen Gründen natürlich auch Tool zum Beispiel.

Jan: Aber wir hatten auch schon so Sachen wie Opeth, Deftones, Anathema und Katatonia. Da können wir uns nicht beschweren.

Dave: Vor allem halt, wir haben auch an viele Bands einen Haken gemacht, die man selber im Plattenschrank hat. Das ist eine ganz andere Wertigkeit für einen selbst.

Jan: Aber ich denke, Porcupine Tree würde am besten passen. Vom Publikum her.

Eine Frage zu Euch als Musiker: Was spielt Ihr für Equipment? Warum genau dieses? Hat es bestimmte Vorzüge?

Jan: Bei mir hat sich das so ergeben. Ich habe irgendwann ganz klassisch vor Urzeiten mit einem alten Laney-Amp aus Kostengründen angefangen, den ich im lokalen Musikgeschäft gebraucht erworben habe. Dann habe ich mir dieses Ampeg-Monster geholt und dann wurde mir mehr oder weniger freundlich geraten umzusteigen. Weil das zu schwer ist (lacht) und auch ein bisschen zu muffig. Dann bin ich zu Mesa Boogie gewechselt. Das habe ich jetzt auch schon vor vier Jahre. Und bin ich jetzt noch zu Fender gegangen. Ganz klassisch auf den Jazz Bass. Eine schöne Kombi auf jeden Fall.

Dave: Ja. Da könnte ich jetzt so einen ganzen Tag drüber reden. Locker. Über das erste Kapitel (lacht). Für mich ist wichtig, gerade in dieser Band, ich spiele verzerrt viele Sachen, die auch komplette Akkorde beinhalten. Von drei Klängen bis sechs Klängen sogar. Das will ich hören und ich will, dass das Leute verstehen können, wenn sie darauf achten. Und das machen in der Tat sehr, sehr wenige Gitarren. Das ist mir wichtig. Und es ist mir wichtig, dass die Gitarre gut auf meinen Anschlag reagiert. Wenn ich sachte anschlage, möchte ich dass der Ton fragil, zerbrechlich und rein klingt. Wenn ich rein hacke, will ich, dass es auch peitscht. Also, die Ansprache. Das machen die Helliver-Gitarren halt saugut. Das sind Instrumente an denen man auch selber wachsen kann. Ich merke halt, das ich mich total auf die Gitarren, gerade eine Gitarre, die ich schon sehr lange habe, eingeschossen habe und auch weiß, wann die wie reagiert. Das zu wissen, ist echt die halbe Miete. Weil, dadurch erzeugst du Emotionen oder werden welche erzeugt und rüber gebracht und verständlich gemacht. Und das ist wichtig.

Interview: Michael Glaeser

Pressefotos: Michael Winkler

Morgen könnt ihr hier den dritten Teil des vierteiligen Interviews lesen.

Lest hier Teil 1

http://metalogy.de/interview-long-distance-calling-im-gespraech-mit-metalogy-1

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