Das war Wacken 2016 – Das perfekte Paralleluniversum – Rückblick und Fotostrecke Das war Wacken 2016 – Das perfekte Paralleluniversum – Rückblick und Fotostrecke
Alle sind immer füreinander da, unterstützen einander wo immer sie können, feiern gemeinsam, freuen sich an der tollen Musik und trotzen gemeinsam Wind und... Das war Wacken 2016 – Das perfekte Paralleluniversum – Rückblick und Fotostrecke

Alle sind immer füreinander da, unterstützen einander wo immer sie können, feiern gemeinsam, freuen sich an der tollen Musik und trotzen gemeinsam Wind und Wetter. Immer ein Lächeln auf den Lippen, egal wie schlimm die Unwetter, der Schlamm oder die Bedingungen sind – der echte Metalfan nimmt alles wie es kommt und freut sich seines Lebens. Wo sind wir? Richtig – in Wacken.

Es war einfach wieder genial, das legendäre Wacken Open Air im kleinen 1800 Seelen-Dörfchen in Schleswig Holstein. Auch wenn  das Wetter nicht immer so war wie wir es uns gewünscht hätten – egal ein echter Metaller lässt sich den Spaß nicht verderben – durch nichts und niemanden.

Die perfekte Parallelgesellschaft

Wer es noch nie miterlebt hat, kann es sich wahrscheinlich nur sehr schwer vorstellen, doch es gibt sie die perfekt funktionierende Gesellschaft – und zwar in Wacken. Hier existiert in Harmonie und Frieden für fast 5 Tage eine eigene kleine Parallelgesellschaft von knapp 100.000 Menschen.

Schlammschlacht, Wacken 2016, Foto: Lydia Polwin-Plass

Schlammschlacht, Wacken 2016, Foto: Lydia Polwin-Plass

Würden alle Erdbewohner so miteinander umgehen wie es die Metalfans in Wacken tun, dann würde das Zusammenleben aller Menschen und Kulturen ohne Probleme funktionieren.

Jeder hilft jedem, alle sind immer füreinander da unterstützen einander wo immer sie können, feiern gemeinsam, freuen sich an der tollen Musik und trotzen gemeinsam Wind und Wetter. Immer ein Lächeln auf den Lippen, egal wie schlimm die Unwetter, der Schlamm oder die Bedingungen sind, der echte Metalfan nimmt alles wie es kommt und freut sich seines Lebens.

Feuershow, Wacken 2016, Foto: Pedro Jonen

Feuershow, Wacken 2016, Foto: Pedro Jonen

Erkennt er, dass andere Hilfe brauchen, ist er sofort zur Stelle. Fliegt ein Zelt weg, fängt man es gemeinsam ein. Fehlt jemandem am Campground Zubehör, bieten es ihm benachbarte Metaller an. Hat jemand ein Handicap, merken es die anderen rundherum sehr schnell und dann wird gemeinsam daran gearbeitet, dass auch der etwas benachteiligte Metalhead seinen Spaß haben kann. Von einem Mädchen mit extremer Sehschwäche, halten alle umstehenden die Crowdsurfer fern. Sie halten schützend ihre Hände über ihren Kopf, falls sich doch einmal einer in die Richtung des Mädchens verirrt. Will jemand ein Foto schießen, machen alle Platz und die Sicht auf die Bühne frei. Haben mit dem Zug angereiste Metalheads kein Dach über dem Kopf, werden sie bei Regen sofort unter den schützenden Pavillon der Nachbarn eingeladen. Hat die Luftmatratze ein Loch, findet sich mit Sicherheit eine Unterlage für den Nachbarn. Kommt eine schwangere Frau an die WC-Schlange wird sie natürlich vorgelassen und älteren Fans werden Sitzplätze angeboten.

Wacken 2016, Foto: Lydia Polwin-Plass

Wacken 2016, Foto: Lydia Polwin-Plass

Es funktioniert. In der Metalszene, aber vor allem in Wacken fühlt man sich als große Familie und keiner gilt als Fremder, egal welcher Kultur, Religion oder Gesellschaft er angehört. Solange er sich als wertvolles Mitglied dieser Gesellschaft benimmt, nicht auf einem Egotrip stolziert und nur auf sich selbst achtet. Ellbogentechnik ist in Wacken absolut fehl am Platz.

Natürlich, Ausnahmen gibt es überall. Aber, um es fast ein wenig esoterisch auszudrücken: Gott sei Dank können die wenigen negativen Vibes von den unzähligen positiven Energien gut getragen werden. Sie gehen darin regelrecht unter.

Whitesnake, Wacken 2016, Foto: Lydia Polwin-Plass

Whitesnake, Wacken 2016, Foto: Lydia Polwin-Plass

Ok, so viel zum Festival selbst.

Die Organisation

Perfekt, perfekter geht es nicht. Hut ab vor den Veranstaltern. So ein Monsterfestival so genial zu organisieren, stelle ich mir sehr schwierig vor – und ich habe Erfahrung im Eventmanagement.

In den 27 Jahren seines Bestehens, ist das W:O:A zum absoluten Superevent mutiert. Ich meine, hört euch einmal diese Zahlen an: Auf 250 ha Grund, umzäunt von 43 km Bauzaun, spielten 120 Bands mit 1300 Personen auf 8 Bühnen.

400 Verkaufsstände, 100 Food und 300 Non-Food. Mit einer Stromleistung von 12 Megawatt über 6 km flexibler Leitungen. Das powert ordentlich und entspricht dem Bedarf einer Kreisstadt von ungefähr 70.000 Einwohnern. Mit über 1000 Toiletten, 448 Duscheinheiten und 420 zusätzlichen Waschplätzen kann der Metalhead sich auch dann und wann von Darminhalten und Schlamm befreien.

Tuxedo, Wacken 2016, Foto: Lydia Polwin-Plass

Tuxedo, Wacken 2016, Foto: Lydia Polwin-Plass

Über 5000 Mitarbeiter sorgen für das Gelingen des Festivals, das Wohl und die Sicherheit der Fans und für Ordnung am Gelände.

Und 65 Sattelzüge schleppen jährlich 1000 t Bühnenmaterial an, damit Show und Sound in jeder Hinsicht flashen.

Das sind nur ein paar der Wahnsinnszahlen damit ihr euch eine Vorstellung von den Dimensionen machen könnt.

Wacken 2016, Foto: Lydia Polwin-Plass

Wacken 2016, Foto: Lydia Polwin-Plass

Musikalische Highlights

Bei 120 Bands ist es natürlich nicht möglich alle zu sehen. Und noch viel weniger ist es möglich über alle zu schreiben. Einige der musikalischen Highlights möchte ich allerdings hervorheben. Auf den drei Hauptbühnen begeisterten neben IRON MAIDEN unter anderen auch wieder einmal BLIND GUARDIAN mit ihren phantasievollen Texten, mitreißenden Riffs und romantischen Balladen, die selbst den härtesten Metalfan die Gänsehaut auf die wettergegerbte Haut treiben und zum Mitsingen im Publikumschor verleiten.

BULLET FOR MY VALENTINE, die wie immer fetzten was das Zeug hält, zogen Jung und Alt gleichermaßen in ihren Bann.

Loudness, Wacken 2016, Foto: Lydia Polwin-Plass

Loudness, Wacken 2016, Foto: Lydia Polwin-Plass

Die Evergreens von FOREIGNER genossen nicht nur die etwas älteren Semester unter den Fans, auch viele sehr junge Metalheads konnten die Superhits der Rocklegende fleißig mitsingen.

Einer meiner absoluten Höhepunkte waren jedoch MINISTRY. Energie pur, Kraft gepaart mit hämmernden Rhythmen, geil, einfach nur seeeeehr geil! da bleibt kein Haarschopf ungeschüttelt.

Und nicht zu vergessen: ARCH ENEMY. Bei der Pressekonferenz saß sie da wie ein kleines ruhiges Mädchen, sprach kaum, war zurückhaltend und wirkte schüchtern. Doch auf der Bühne ist sie DIE Powerfrau. Alissa White-Gluz shoutet einzigartig, rockt die Bühne und performed mit einer derartigen Überlegenheit, dass es eine wahre Freude ist. Sie steht den besten männlichen Shoutern der Szene in nichts nach. Bei TARJAs Performance gab es einen kleinen Überraschungsauftritt der Ausnahmesängerin. Dieses Jahr das erste Mal dabei die Virtuosen von Symphony X. Schade nur, dass sie kaum alte Songs gespielt haben.

Wacken 2016, Foto: Lydia Polwin-Plass

Wacken 2016, Foto: Lydia Polwin-Plass

Im Zelt beeindruckten mich vor allem THERAPY?. Die Rockband aus Nordirland überrascht immer wieder aufs Neue mit ihren Melodien, die sich seit Jahrzehnten ins Gehirn eingebrannt haben.

Im Biergarten überzeugten vor allem TUXEDOO aus Österreich. In Trachtenkostümen kommen sie auf die Bühne und lassen das Publikum erst einmal glauben, dass es sich hier um eine Volksmusikgruppe handelt. Doch dann fetzen sie mit Hardcore vom feinsten. So klebrig kann der Schlamm gar nicht sein, dass das Publikum bei TUXEDO nicht abgeht wie ein Düsenjet.

Wacken Metal Battle

Der Metal Battle fand dieses Jahr bereits zum 12. Mal statt. Die Teilnehmer kamen aus mehr als 40 Ländern u.a. aus Kanada, China, Island, Indien oder Uruguay. Junge Bands ohne Label spielten um den Einzug ins internationale Finale auf dem Wacken Open Air. Nach einer kurzen Pause ging auch Deutschland dieses Jahr wieder mit einer Band an den Start.

Wacken 2016, Foto: Lydia Polwin-Plass

Wacken 2016, Foto: Lydia Polwin-Plass

Wackinger Village

Die Wackinger sind ein eigenständiges Völkchen, das sich seit vielen Jahren zum W:O:A® im Wackinger Village niederlässt. Das Wackinger Village bietet spannende Showelemente, tolle Acts, Ritterlager, Handwerker und ein ganz besonderes Line-Up auf der Wackinger Stage. Eines der diesjährigen Highlights war die größte und imposanteste historische Schmiede Europas.

Wasteland Stage

Die Wasteland Area überzeugt mit ihrer abgefahrenen, „madmaxmäßigen“ Endzeit-Stimmung, imposanten Feuershows und den originellen Wasteland Warriors. Von heißen Burlesque-Tänzerinnen über dreckige Cagefights und verrückte Metallinstallationen findet sich hier allerlei Phantasieanregendes für jeden Geschmack. Über 60 Darsteller lassen das apokalyptische Szenario real werden, während Endzeit-Fahrzeuge auf dem Areal patrouillieren. In den letzten vier Jahren hat sich die Wasteland Area permanent weiter entwickelt. Heute ist es zu einer Art Sin City mutiert. Einer der diesjährigen Höhepunkte:

Wasteland Warriors. Wacken 2016, Foto: Lydia Polwin-Plass

Wasteland Warriors. Wacken 2016, Foto: Lydia Polwin-Plass

Speed-Carving Teams schnitzten in Höchstgeschwindigkeit beeindruckende Skulpturen zum Thema Wacken.

Erstmalig gab es 2016 Jahr ein eigenes Wrestling/Slam Tent im Bereich des Wacken Plazas.

Wacken Foundation Camp

Seit nunmehr 27 Jahren gibt es das Wacken Open Air. In diesem Jahr war das Wacken Foundation Camp bereits zum sechsten Mal auf dem Festival präsent – mit vielen altbekannten Aktionen und neuen spannenden Projekten. Die Wacken Foundation ist eine Stiftung, die den Metal-Nachwuchs fördert.

Der Vorverkauf für das W:O:A 2017 hat begonnen  – die ersten Bands stehen fest

Das W.O.A ist nun leider zu Ende, die Fans sind abgereist, haben die kilometerlangen Staus gut überstanden und im beschaulichen Dörfchen Wacken kehrt wieder Ruhe ein.

Bis in die Nacht zum Sonntag schallten 4 Tage lang harte Klänge über das Gelände. Für 2017 wurde der nun Eintrittspreis auf 220 Euro angehoben. Denn, so die Veranstalter, es würde noch mehr Platz benötigt. Schon in diesem Jahr mussten sechs zusätzliche Flächen zum Campen geschaffen werden. Eine frühere Anreise wird 2017 jedoch kostenlos sein.

Symphony X, Wacken 2016, Foto: Lydia Polwin-Plass

Symphony X, Wacken 2016, Foto: Lydia Polwin-Plass

Einige Bands für 2017 stehen bereits fest. Darunter: Amon Amarth, Avantasia, Kreator, Mayhem performing De Mysteriis Dom Sathanas, Saltatio Mortis, Paradise Lost, Heaven Shall Burn, Lacuna Coil, Powerwolf, Candlemass, Sonata Arctica und Hämatom.

Hier könnt ihr den brandneuen Trailer sehen:

https://www.youtube.com/watch?time_continue=2&v=1QTqR2g9g3w

In Kürze werde ich euch die wichtigsten Neuigkeiten von der Pressekonferenz mit Arch Enemy berichten.

Text: Lydia Polwin-Plass

Unten findet ihr eine Fotostrecke mit über 100 Fotos vom W:O:A 2016.

Weitere Artikel zu ähnlichen Themen findet ihr auf metalogy.de, dem etwas anderen Metal Magazin.

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Fotostrecke: Alle Fotos sind urheberrechtlich geschützt. Bei Interesse an Bildern bitte anfragen.

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Lydia Dr. Polwin-Plass

Promovierte Journalistin und Texterin, spezialisiert auf die Themen Kultur, Wirtschaft, Marketing, Vertrieb, Bildung, Karriere, Arbeitsmarkt, Naturheilkunde und Alternativmedizin. Mehr über Dr. Lydia Polwin-Plass auf ihrer Website: http://www.text-und-journalismus.de