Review: Calliophis – Cor Serpentis Review: Calliophis – Cor Serpentis
Träge und doch mit kräftigen Bewegungen schlängelt sich „Calliophis“ durch das Unterholz und injiziert ihr betörendes Gift, in Form von doomigem Death Metal, direkt... Review: Calliophis – Cor Serpentis

Träge und doch mit kräftigen Bewegungen schlängelt sich „Calliophis“ durch das Unterholz und injiziert ihr betörendes Gift, in Form von doomigem Death Metal, direkt in die Hörmuschel.

Neun Jahre nach ihrem Debüt „Doomsday“ senden die fünf Leipziger „Calliophis“ mit „Cor Serpentis“ ein neues Lebenszeichen. Schwerfällig und behäbig traben die Töne vorwärts. Der (er-) drückende, tiefkehlige, grollende Gesang erzeugt eine zusätzliche Schwere.

Die Verarbeitung emotional menschlicher Konfliktpotentiale manifestiert sich hierbei als lyrischer Schwerpunkt. Bei „Yuki Onna“ ist das Thema Vertrauensbruch von zentraler Bedeutung, für das sinnbildlich eine Geschichte aus dem japanischen Volksglauben über sagenhafte Schneefrauen dient, in der ein Geheimnis verraten und somit Gutes in Böses verkehrt wird.

Eisige Gefühlskälte wird bei „Edge of Existence“ zum gefühlten Erlebnis und schon die einleitenden Schreie bei „Isolation“ machen die Bedeutung des Titelnamens deutlich spürbar.

Zwar fehlt in diesem Aufgebot ein so treibendes Lied wie „Munk“ des Vorgängeralbums „Doomsday“, nicht zu verwechseln mit dem hier befindlichen Namensvetter „Munk (Heart of Stone)“.Calliophis – Cor Serpentis

Dafür ist „Cor Serpentis“ insgesamt homogener und wirkt ausgereifter und schwenkt instrumental noch mehr zum Doom hin. Zudem hat das Album mit den bereits erwähnten „Yuki Onna“ und „Edge of Existence“, sowie dem Eingangsstück „The Cleansing“ auch einiges zu bieten

Man hat den Eindruck, die Stimme von Thomas wäre außerdem satter, noch kehliger geworden. Der ebenso langsame, wie kraftvolle Gesang erreicht teilweise den Frequenzbereich eines Johan Hegg (Amon Amarth) oder Nathan Explosion (Brendon Small / Dethklok), jedoch in erheblich reduzierter Geschwindigkeit.

Fazit: Oberflächlich sollte man sich die Lieder des Schlangenherzens (Cor Serpentis) nicht zu Gemüte führen. Denn nur bei eingehender Einlassung mit dem Gehörten entfaltet sich der eindringende Klang und die dröhnende Stimme in idealem, wohlfeilem Maße im Hörzentrum. Wer Death Metal nicht unbedingt schnell genießen muss oder beim Doom Metal auch einer härteren Gangart nicht abgeneigt ist, der ist bei „Calliophis“ ganz gut aufgehoben.

Anspielempfehlung: The Cleansing, Yuki Onna, Edge of Existence

Review: Daniel Oestreich

Besetzung:  Thomas M. – Gesang, Matthias Jähnichen – Gitarre (Lead),  Martin – Rhythmusgitarre (Album), Morris – Rhythmusgitarre (Aktuell), Marc Mühlhausen –  Bass, Florian – Schlagzeug

Titelliste:

  1. The Cleansing 9:42
  2. Yuki Onna 9:27
  3. Edge of Existence     11:21
  4. Munk (Heart of Stone) 10:55
  5. Seven Suns 8:55
  6. Isolation 11:59

Hörprobe auf Youtube vom Album „Cor Serpentis“

 

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